60 Prozent der grenzüberschreitenden Online-Bestellungen werden abgelehnt
Im Auftrag der Europäische Kommission wurde eine Studie initiiert, die den grenzüberschreitenden elektronischen Handelsverkehr untersucht. Demnach werden Bestellungen von Verbrauchern in der EU, die in einem anderen Mitgliedstaat online einkaufen wollen, sehr häufig abgelehnt. Im Rahmen einer umfassenden unabhängigen Testkaufaktion versuchten Verbraucher aus der gesamten EU, 100 gängige Produkte - wie etwa Fotoapparate, CDs, Bücher und Kleider - von ausländischen Anbietern zu kaufen. Dabei tätigten sie mehr als 11 000 Testbestellungen. In 60 % der Fälle klappte es nicht, da der Händler das Produkt nicht in das Land des Verbrauchers liefert oder keine geeigneten Möglichkeiten für eine grenzüberschreitende Zahlung anbietet. Für Verbraucher in Lettland, Belgien, Rumänien und Bulgarien ist es am schwierigsten, grenzüberschreitende Einkäufe zu tätigen. Doch abgesehen von zwei Ausnahmen gelang dies in allen Ländern weniger als 50 % der Testpersonen.
Dadurch entgehen den Bürgern klare Vorteile: In mehr als der Hälfte der Mitgliedstaaten fanden die Testkäufer mindestens 50 % der Produkte auf einer ausländischen Webseite um 10 % billiger (einschließlich der Lieferkosten). 50 % der gesuchten Produkte waren in inländischen Online-Shops nicht erhältlich und wurden nur von einem Händler aus einem anderen Mitgliedstaat angeboten.
Die Kommission führt in ihrer Mitteilung eine Reihe von Maßnahmen an, mit denen sie das komplexe ordnungspolitische Umfeld vereinfachen will, das Unternehmen davon abhält, ihre Waren an Verbraucher in anderen Mitgliedstaaten zu liefern. Um das Vertrauen in den Online-Handel zu stärken, sollen auch die Probleme im Zusammenhang mit der Erhebung kommerzieller Daten und deren Verwendung zur Erstellung von Kundenprofilen und für das Direktmarketing in einem Forum der Interessenvertreter erörtert werden.
Weiterführende Informationen erhalten Sie unter europa.eu.
