Erkenntnis - Netzsicherheit und Informationssicherheit
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Aktuelle Entwicklungen der Sicherheit im E-Commerce

IT-Sicherheit wird im Handel unterschätzt

In verschiedenen Untersuchungen von PriceWaterhouseCoopers, Ernst & Young oder Mummert Consulting wurden in allen Bereichen der Wirtschaft Sicherheitsmängel in den IT-Systemen festgestellt. Auch der Handel unterschätzt die IT-Sicherheit, wie Wincor-Nixdorf, ein Komplettausrüster für IT-Systeme im Handel, feststellte. Zwar integriert Wincor-Nixdorf in seine Systeme umfangreiche und aktuellste Sicherheitsfeatures von Spezialanbietern, die aber nur funktionieren, wenn die Systeme permanent aktualisiert werden und wirklich an allen kritischen Punkten im Netzwerk aktiviert sind. Nach Ansicht von Microsoft reichen aber technischen Lösungen alleine nicht aus, denn die Mitverantwortung der Mitarbeiter für die Sicherheit von Daten, Anwendungen und Infrastruktur trägt wesentlich zum Erfolg eines Sicherheitskonzeptes bei.

In einer Untersuchung der Ursachen und Fehlerquellen in den IT-Systemen mittelständischer Unternehmen stellte die Handelskammer Hamburg in 50 Prozent der Fälle Hard- und Software-Fehler als Ursache fest. 25 Prozent der Ausfälle wurden durch Virenattacken und Stromausfälle verursacht. Dabei betrug die durchschnittliche Dauer der Ausfallzeiten zwölf Stunden. Den dadurch resultierenden Geschäftsverlust konnten nur wenige Unternehmen angeben. Hinzu kommt noch eine hohe Dunkelziffer, da in vielen Fällen ein Systemausfall als normale Wartungsarbeit bezeichnet wird.

Insbesondere aufgrund des Ausfalls von Arbeitszeit verlieren europäische Mittelständler jährlich etwa 22 Milliarden Euro durch Virenattacken und unerwünschter E-Mail-Werbung. Im Durchschnitt verursacht jeder erfolgreiche Virenangriff in Europa etwa 5000 Euro Schaden durch Arbeitsausfälle und Datenverluste, wie der Antiviren-Software-Hersteller Network Associates ermittelte. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beziffert den Schaden etwas vorsichtiger auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Die meisten IT-Angriffe auf Firmennetzwerke lassen sich z. B. durch eine Personal Firewall in Verbindung mit dem Intrusion Detection System (IDS), einer Art virtuellen Alarmanlage für Sicherheitsverstöße, verhindern. Cisco Systems, Symantec und T-Systems bieten derartige Sicherheits-Lösungen an. Da aufgrund der hohen Produktion von Datenmengen IDS jedoch sehr personalintensiv ist, ist eine intensive Beratung notwendig. IDS wird bereits von 24 Prozent der Firmen genutzt, etwa 29 Prozent nutzen persönliche oder Benutzer-Firewalls.

Die IT-Sicherheitsspezialisten eleven, godot und H+BEDV Datentechnik GmbH bieten ferner gemeinsam einen auf Kommunikationsservern integrierten Dienst zur Identifizierung und Blockierung von Spam-Mails an.

Aufgrund der Internet-Attacken wollen insbesondere Mittelständler, die ihre Geschäftsprozesse zunehmend über das Internet abwickeln, ihre Sicherheitsstrukturen verbessern. Dies ergab eine Untersuchung der META Group Deutschland. Demnach wollten 2004 etwa ein Drittel der deutschen Unternehmen ihr Sicherheitsbudget erhöhen.

(Quelle: rt retail technology journal, Ausgabe 2/2004, S. 24)



Initiative secure-it.nrw:
Impulsgeber für Prozessinnovationen in IT-Sicherheit und Datenschutz


Die Initiative secure-it.nrw unterstützt Unternehmen und Behörden beim Thema Sicherheit. Die Erschließung neuer Märkte, neue Produkte und Service ist mit digitalem Geschäftsverkehr und damit auch mit dem Thema Sicherheit eng verknüpft.

Die Ziele der Initiative sind die Erhöhung des Vertrauens in IT-Anwendungen, die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit und die Sicherstellung von Verlässlichkeit und Datenschutz. Insbesondere gilt die Aufmerksamkeit dabei kleineren und mittleren Unternehmen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit durch sichere und vertauenswürdige IT-Anwendungen verbessern können. Darüber hinaus soll die Attraktivität des Standortes Nordrhein-Westfalen für Gründer und Investoren erhöht werden. Dabei geht es z. B. um die Herausforderung eines ganzheitlichen Sicherheitsansatzes, da technische Veränderungen mit rechtlichen und organisatorischen oftmals einhergehen. Hierbei möchte die Initiative Impulse geben und unterstützen.

Das tägliche Leben wird mittlerweile stark durch Informationstechnologie beeinflusst. Aus diesem Grund richtet sich die Initiative gleichermaßen an IT-Sicherheitanwender und -anbieter sowie an jeden Bürger als Endkunde von Wirtschaft und Verwaltung. Weitere Informationen zu der vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWFT) geförderten Initiative sind unter www.secure-it.nrw.de verfügbar.

(Quelle: Webseite secure-it.nrw, www.secure-it.nrw.de; Abruf am 13.04.2006)



Sicherheitsmaßnahmen
Bedrohungen und Gegenmaßnahmen

  • Computerschädlinge sind oft als vermeintlich seriöse Benachrichtigungen durch staatliche Stellen oder Software-Updates getarnt. Unsichere Dateianhänge können von Sicherheitsprogrammen (Gateway) schon vor dem Erreichen des E-Mail-Accounts gelöscht werden. Dabei lassen sich Dateitypen, die gefiltert werden sollen, auch manuell festlegen.
  • Regelmäßige Updates sind für einen verlässlichen Schutz unerlässlich. Sicherheitslücken können durch Wartungsprogramme für den Rechner ständig aufgedeckt und beseitigt werden.
  • Bei Veränderungen der IT-Infrastruktur ist stets auch die Sicherheit mit einzubeziehen. Festgelegte Ablaufpläne für die Inbetriebnahme neuer Soft- und Hardware verhindern, dass Sicherheitslücken im Unternehmen auftreten.
  • Zu einer solchen Sicherheitslücke kann die Außenverbindung werden, wenn der Zutritt von außen in das Netzwerk, etwa durch Wireless LAN, nicht durch elektronische Identifizierungsmaßnahmen gesichert ist.
  • IT-Sicherheit muss unternehmensweit strategisch geplant werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt dabei Hilfestellung in einem Grundschutzhandbuch.
  • Hacker-Attacken können erhebliche Schäden für das Unternehmen anrichten. Neben Virenprogrammen und Firewalls sollten aber auch Richtlinien für das Surfen im World Wide Web festgelegt werden.

(Quelle: Hansel, Sven: Angriff + Abwehr, in: Impulse (2004), Ausgabe 03, S. 76-77)



Sicherheits-Prüfung für Administratoren

Seit Mai 2004 können Administratoren und Datenschutzbeauftragte eine Prüfung zum Teletrust Information Security Professional (TISP) ablegen. Dabei handelt es sich um den ersten standardisierten Bildungsnachweis, in dem deutsche und europäische IT-Besonderheiten berücksichtigt werden. Urheber dieses Zertifikates sind das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) und TeleTrustT Deutschland. Expertenteams aus Wirtschaft und Forschung haben Richtlinien und Inhalte für die Schulung zum IT-Sicherheitsexperten erstellt. In einem einwöchigen Kurs werden Grundlagen aus den Bereichen Netzwerksicherheit, Kryptografie, Sicherheitsmanagement und wichtige rechtliche Rahmenbedingungen vermittelt.

Die TISP-Prüfung soll Computer-Fachleuten dabei helfen, ihre Qualifikation als Sicherheits-Experten nachzuweisen und Arbeitgeber bei der Auswahl kompetenter Mitarbeiter unterstützen. Alle weiteren Informationen erhalten Sie hier.

(Quelle: Yahoo! Nachrichten vom 05. Mai 2004, www.yahoo.com)