Literatur - B2C-Marktplätze und Portale
Seite zu Mister Wong hinzufügen Seite zu Delicious hinzufügen Seite weiterempfehlen Seite Drucken

'Alter Markt auf neuem Platz' – Elektronische Marktplätze in Verbundgruppen – auch für B2C interessant

Autoren: o.V.

Quelle: Einzelhandelsberater, Nr. 3/2003, S. 40-43

Die Umsatzanteile auf den elektronischen Marktplätzen sind noch relativ gering, dennoch wird ein starkes Wachstum der Umsatzvolumina erwartet. Vor allem für Verbundgruppen besteht noch ein großes Potenzial für elektronische Marktplätze.

Die meisten elektronischen Marktplätze in Verbundgruppen sind bisher B2B-Marktplätze, so z.B. zur Beschaffung: Das Einkaufsbüro Deutscher Eisenwarenhändler GmbH beschafft Güter über den unabhängigen elektronischen Marktplatz nexmart.de; die Einkaufs- und Marketingkooperation der Bürowirtschaft Branion hat mit der Private Pilot GmbH einen Webshop für Bürobedarf gegründet. Die Vorteile der elektronischen B2B-Marktplätze liegen auf der Hand: Höhere Markttransparenz, Senkung der Transaktionskosten, Rabatte durch gestiegene Bestellmengen innerhalb des Verbunds, effizientere Abwicklung der Zahlungen durch Zentralisierung in dem Marktplatz und vielseitige Informationsangebote für Anbieter und Nachfrager auf den Marktplätzen. Kritische Erfolgsfaktoren auf den elektronischen Marktplätzen sind die technologische Funktionsfähigkeit, niedrige Eintrittsbarrieren für Anbieter und Nachfrager sowie eine Anbindung an das eigene Warenwirtschaftssystem der Lieferanten und Kunden.

Viele Vorteile dieser Marktplätze können auch auf B2C-Marktplätze übertragen werden: Z.B. die Kooperation von Elektronik-Fachhändlern bei dem Marktplatz EP:Netshop von Electronic Partners. Dies ist eine Art Multi-Channeling-Strategie, mit der Fachhändler ohne große eigene Investitionen durch die Verbundgruppe Online-Handel betreiben können. So können Neukunden auch für den stationären Handel gewonnen werden, die das im Internet ausgewählte Angebot dann im Fachhandel erwerben. Es wird erwartet, dass das B2C-Segment noch weiter steigt, wie sich schon am vergangenen Weihnachtsgeschäft gezeigt hat, das die Erwartungen deutlich übertroffen hat.

Eine Gefahr für elektronische Marktplätze ist die hohe Preistransparenz, da der Preis bei den Online-Shoppern ein wichtiges Entscheidungskriterium für den Einkauf ist. Dies kann unter den Anbietern zu einem intensiven Preiswettbewerb und somit zu fallenden Margen führen.

Für die elektronischen Marktplätze wird eine steigende Konsolidierung erwartet, nur jeder zwanzigste der heute bestehenden Marktplätze werde bis 2005 überleben, schätzt die Unternehmensberatung Roland Berger. Bisher werden die Marktplätze noch überwiegend von Großunternehmen genutzt, es wird jedoch erwartet, dass auch kleine und mittelständische Unternehmen mehr und mehr elektronische Marktplätze nutzen.