Praxisbeispiel - Lebensmittelhandel
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Backwarenhersteller Künkel verbessert Warenpräsentation und Verfügbarkeit in Zusammenarbeit mit der Globus SB Warenhaus GmbH

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Diese Situation hat jeder Verbraucher schon erlebt: Er kommt in ein Geschäft, geht zum Regal mit dem Produkt seiner Wahl und stellt fest, es ist nicht da. Im Rahmen einer Studie von ECR Europe wurde eine durchschnittliche Bestandslückenrate (Out-of-Stock-Rate) von 7-10% in Europa ermittelt. In diesem Fall kaufen 37% der Konsumenten eine andere Marke, 21% wechseln das Geschäft, 17% kommen später wieder, 16% kaufen eine andere Größe und immer noch 9% kaufen gar nichts. Dieser 9%ige Umsatzausfall macht in Europa einen geschätzten jährlichen Verlust von 4 Mrd. € aus.

Auslöser für diese Situation gibt es viele: Angefangen auf der Herstellerseite durch einen falsch kalkulierten Produktions- oder Liefer-Prozess und auf der Handelsseite durch Probleme bei der Warenannahme, der Vereinnahmung in die Warenwirtschaft bis zum Einräumen der Ware ins Regal. Es gibt aber auch Ursachen, die sich aus fehlender oder falscher Beurteilung des Konsumentenverhaltens ergeben. Hier setzt Category Management an.

Category Management ist ein Prozess, in dem Handel und Hersteller u.a. die Platzierung, Präsentation und Verfügbarkeit der Produkte im Geschäft so steuern, dass sie den Kundenbedürfnissen in bester Weise gerecht werden. Der Day-to-Day Category Management-Ansatz ist dabei ein Leitfaden, der kleinen und mittelständischen Unternehmen die Einführung von Category Management erleichtert.

Beispielhaft wurde im Rahmen der PROZEUS-Initiative ein Pilotprojekt mit der Firma Künkel aus der Backwarenbranche und seinem Handelskunden Globus SB Warenhaus GmbH durchgeführt. Der mittelständische Backwarenhersteller beschäftigt 145 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von ca. 6 Mio. Euro. Der Verkauf erfolgt über 28 eigene Filialen, aber auch über den Selbstbedienungsbereich in Supermärkten wie beispielsweise bei Globus. In dem PROZEUS-Pilotprojekt mit Globus wurde der Day-to-Day- Ansatz als Grundlage genommen, um die Warenpräsentation und Verfügbarkeit zu verbessern. Dabei konnte das Retourenvolumen deutlich gesenkt werden, da gerade bei den Frischeprodukten wie Brot und Kuchen eine Rücknahme nicht verkaufter Ware am Ende des Tages erfolgen muss. Dies wurde durch eine präzisere Analyse und Bewertung der Abverkaufsmengen ermöglicht. Weiterhin konnte durch eine gerade im Selbstbedienungsbereich so wichtige ansprechendere Warenpräsentation ein Mehrabsatz der Produkte erreicht werden.

Bei einem Investitionsvolumen von 2.800 Euro wurde eine Umsatzsteigerung von 6.000 Euro und eine Kosteneinsparung von 1.750 Euro erzielt. Dies ergab eine Amortisationsdauer von nur 4,8 Monaten. Neben diesen quantitativen Faktoren konnte auch die Qualität der Zusammenarbeit zwischen dem Lieferanten Künkel und dem Handelsunternehmen Globus für die Zukunft weiter ausgebaut werden.

PROZEUS ist ein Verbundprojekt der GS1 Germany GmbH und des Instituts der Deutschen Wirtschaft Consult, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Am 05. September 2005 stellen Pilotunternehmen in Düsseldorf im Technologieforum "Wertschöpfung im Mittelstand - Neue Wege der Kooperation" ihre Lösungen und Umsetzungserfolge vor.

Weitere Informationen finden Sie unter PROZEUS.

externer Ansprechpartner

Herr Heiner von Brachel, GS1 Germany GmbH

E-Mail: vonbrachel@gs1-germany.de

Tel.: 0221/94714-445

Fax: 0221/94714/-490