Veröffentlichung - Zahlungsverfahren und Zahlungssysteme
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Bedeutung, Rahmenbedingungen und Instrumente des Risikomanagements im E-Commerce

Autoren: Sebastian van Baal, Malte Krüger, Jens-Werner Hinrichs

In allen Vertriebskanälen des Handels besteht das Risiko, dass Zahlungen ausfallen, im E-Commerce kommt dieser Thematik jedoch eine besondere Bedeutung zu. Diese folgt insbesondere aus der Distanz zwischen Anbietern und Nachfragern und dem daraus resultierenden zeitlichen Auseinanderfallen von Zahlung und Lieferung - da der gleichzeitige Austausch von Gütern gegen Geld im Distanzhandel nicht realisierbar ist, ist die Möglichkeit von Zahlungsausfällen für Unternehmen, die das Internet als Vertriebskanal einsetzen, ein allgegenwärtiges Problem.


Entgegen dem verbreiteten Eindruck, dass zumeist die Konsumenten die Opfer von "schwarzen Schafen" im Internet werden, sind es in den meisten Fällen eher die Händler, die das größere Risiko tragen. Dem Management des Risikos von Zahlungsausfällen kommt daher eine große Bedeutung zu - Management in dem Sinne, dass Zahlungsausfälle soweit reduziert werden, wie es ökonomisch sinnvoll ist bzw. wie es der Risikoeinstellung des Händlers entspricht. Ein gewisses Risiko und dementsprechend eine gewisse Höhe von erwarteten Ausfällen müssen die meisten Online-Händler hinnehmen, denn Instrumente zur Senkung dieses Risikos sind nicht kostenlos: Entweder entstehen pagatorische Kosten, wie beispielsweise bei der Bonitätsprüfung mittels externer Daten, oder es entstehen Opportunitätskosten, beispielsweise wenn ein Betragsmaximum für Neukunden vorgegeben wird oder wenn ein verlängerter Bestellprozess zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Kaufabbrüchen führt. Dieser ökonomische Konflikt führt dazu, dass es keinen "Königsweg" des Risikomanagements gibt - letztlich muss jedes Unternehmen situativ entscheiden, welches Sicherheitsniveau es anstrebt und welche Instrumente es einsetzt, um das angestrebte Niveau zu erreichen.


Aufgrund der daraus folgenden Heterogenität kommt empirischen Untersuchungen eine große Bedeutung zu, um den Stand des Risikomanagements im E-Commerce zu charakterisieren; in diesem Beitrag werden die Ergebnisse einer solchen Untersuchung dargestellt. Der Beitrag ist wie folgt aufgebaut: Nach der Darstellung konzeptioneller Überlegungen zur Bedeutung des Risikomanagements im zweiten Abschnitt wird im dritten Abschnitt die Vorgehensweise der empirischen Erhebung erläutert. Daran anschließend werden im vierten Abschnitt Rahmenbedingungen des Risikomanagements, die insbesondere durch die verfügbaren und eingesetzten Zahlungsverfahren bedingt sind, erörtert. Im fünften Abschnitt wird auf instrumentelle Komponenten des Risikomanagements eingegangen, bevor im sechsten Abschnitt ein Fazit gezogen wird.

 

Sebastian van Baal, Malte Krüger, Jens-Werner Hinrichs: Bedeutung, Rahmenbedingungen und Instrumente des Risikomanagements im E-Commerce, in: Sebastian van Baal/Kai Hudetz (Hrsg.): Risikomanagement im E-Commerce: Empirische und konzeptionelle Beiträge zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Risiken des Online-Handels, Gernsbach 2008, S. 15-49.