Praxisbeispiel - RFID
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Benetton - Einführung intelligenter Etiketten

http://www.benetton.com

Benetton führt mit der nächsten Kollektion der hauseigenen Marke Sisley die artikelgenaue Identifizierung durch das RFID (Radio Frequency Identification)-Verfahren ein.

Hierbei nutzt Benetton nicht die von großen Konsumgüterunternehmen gesponserten Auto-ID-Centers, sondern das von Philips und SMART LAB ID entwickelte System. Diese intelligenten Etiketten ("Smart Labels") basieren auf funkfrequenz-gesteuerten Mikrochips, welche unsichtbar und unfühlbar in die Bekleidungsstücke eingenäht werden, wo sie bis zur Entsorgung verbleiben. Auf den Smart Labels werden Daten über Größe, Stil, Farbe und Bestimmungsort gespeichert. Somit sind die einzelnen Artikel durch stationäre und mobile Lesegeräte, durch Wireless-LAN-Technik vernetzte Minicomputer an verschiedenen Stellen der Supply Chain bis hin zum Point of Sale (POS) automatisch identifizierbar.

Am POS dienen die Etiketten der Verkaufskontrolle und dem Diebstahlschutz. Weiterhin können die erhobenen Daten in das Warenwirtschaftssystem übernommen werden, um die Warenversorgung und die Distributionskosten zu optimieren sowie die Anzahl fehlgeleiteter Sendungen zu minimieren.

Der Stückpreis für die eingesetzten I-Code Chips beläuft sich schätzungsweise auf 5 Cents.

Benetton wird scharf kritisiert, dass sie unabhängig von den Initiativen aus Industrie und Forschung rund um das Auto-ID-Center ein eigenes, proprietäres System entwickeln und einsetzen. Außerdem äußern Verbraucherschützer Befürchtungen, dass der Datenschutz durch RFID verletzt werden könnte, da die Tags bis zur Entsorgung des Produkts aktiv bleiben und so jederzeit das Produkt und auch dessen Besitzer identifiziert werden kann.

(Quelle: TextilWirtschaft, Nr. 12, 20.03.03, S. 65; Lebensmittelzeitung Nr. 16/2003, S. 26)