Besonderheiten des Drogerie- und Parfümerieeinzelhandels
Der Kosmetik- und Parfümhandel gestaltet sich in Deutschland vorwiegend über drei Vertriebskanäle: Drogeriemärkte, Konzernwarenhäuser und Facheinzelhandel. Der weitaus größte Umsatzanteil entfällt auf Drogeriemärkte wie den Ketten Schlecker, Ihr Platz und Rossmann, die sowohl offline als auch online expandieren, und ihr Filialennetz in Deutschland und Europa weiter ausbauen konnten. Der Gesamtumsatz der Drogeriemärkte konnte in den letzten vier Jahren um 25 Prozent gesteigert werden. In den Kosmetikabteilungen der Konzernwarenhäusern stagniert der Umsatz hingegen. Im gleichen Zeitraum haben die Fachdrogerien, die keiner Kette angehören, sogar einen Umsatzrückgang von 15 Prozent erlebt, von den ursprünglich 6.500 Fachdrogerien wurden bislang knapp 1.000 geschlossen (Quelle: GfK, 2002).
Der Kund tätigt seinen Einkauf in den meisten Fällen geplant und kennt Produkt und Marke vor dem Einkauf genau. Diese Planung ist unabhängig davon, für welchen Einkaufsmarkt oder welche Drogerie er sich letztlich entscheidet. Allgemein ist die Drogeriebranche von Markenartikeln namhafter Hersteller geprägt und so kann der Kunde die Produkte gut händlerübergreifend vergleichen. Differenzierungsmöglichkeiten bieten sich für den Händler über den Preis und den Service. Außerdem kann er den Käufer durch Anbieten von Produktsets zu Spontan-Einkäufen animieren.
Quelle:
- GfK-Studie zum Einkaufsverhalten bei Parfüm und Kosmetik, 2001.
- eCommerce Facts 3.0, 2001.
Autor:
- Christian Kuhn, 26.09.02
Der deutsche Parfümerie-Einzelhandel beendete das Jahr 2005 mit einem versöhnlichen Endspurt. Nach drei Verlustjahren wuchs der Umsatz erstmals wieder um 0,3 % auf 2,48 Mrd. €. Vor allem das gute Weihnachtsgeschäft brachte den langersehnten Turn-around. Im größten Umsatzsegment der Damendüfte kam es jedoch erneut zu einem Umsatzminus gegenüber den Vorjahren. Der Bundesverband Parfümerien e.V. führt dies jedoch ausschließlich auf die gehäuften Preisaktionen im Handel zurück.
Eine deutliche Profilierung ist deshalb notwendig, um im nach wie vor anhaltenden Konsolidierungsprozess zu bestehen. Es ist jeder Parfümerie zu raten, weniger mengen-, sondern mehr ertragsorientiert zu handeln, sagt der Präsident des Bundesverbands Parfümerien, Reinhard D. Wolf. Neben dem Preis bieten sich Möglichkeiten zur Profilierung im Service. Auch wenn die meisten Fachparfümerien sich mit Online-Aktivitäten noch eher zurückhaltend sind, könnte somit das Internet zum starken Instrument für die Imagebildung werden.
Da die Branche von Markenartikeln namhafter Hersteller geprägt ist, kann der Kunde die Produkte gut händlerübergreifend vergleichen. Er tätigt seinen Einkauf in den meisten Fällen geplant, wofür ihn intensive Produktinformationen bei seiner Kaufentscheidung unterstützen können. Somit kommt dem Informationsgehalt einer Online-Seite im Parfümhandel eine besonders wichtige Rolle zu. Informationen sollten dabei auf die speziellen Bedürfnisse von Kundensegmenten Bezug nehmen:
Während der Großteil der Kundschaft weiblich und gegenüber neuen Produkten aufgeschlossen ist, wählen die männlichen Kunden ihre Produkte konservativer aus, probieren selten etwas Neues und sind weniger markenbewusst. Kosmetik, Gesichts- und Sonnenpflege sowie Bodylotion und Deos werden vor allem für den Eigenbedarf gekauft, hingegen dienen Produktsets und Parfüms gerne als Geschenk. Insbesondere die männlichen Kunden suchen Geschenkartikel und Gutscheinservices.
Der für den Kunden beste Online-Shop muss verschiedene Kriterien erfüllen: Vor allem muss ein gutes Preis-Leistungsverhältnis angeboten werden. Darüber hinaus spielen fachkundige und kompetente Beratungsinformationen eine Rolle. Auf eine angenehme und sympathische Atmosphäre auf der Webseite legen die Kunden von Parfümartikeln gehobenen Wert. Die wichtige Rolle von Emotionalität und Wohlbefinden beim Kauf von hochwertigen Parfüm- und Körperpflegeartikeln setzen jedoch noch nicht alle Händler in ihrem Marketing konsequent um.
Quelle:
- Presse-Infos des Bundesverband Parfümerien e.V., 2006.
Autor:
- Oliver Emrich, 14.06.06
Der Kosmetik- und Parfümhandel gestaltet sich in Deutschland vorwiegend über drei Vertriebskanäle: Drogeriemärkte, Konzernwarenhäuser und Facheinzelhandel. Das Internet gewinnt in der Multi-Channel-Ausrichtung aber zunehmend an Boden. Der weitaus größte Umsatzanteil entfällt dabei auf Drogeriemärkte wie den Ketten Schlecker, Douglas, Ihr Platz und Rossmann, die sowohl offline als auch online expandieren.
Lange Zeit haben sich Markenhersteller geweigert, ihre hochwertigen Produkte über das Internet zu vertreiben. Viele Produzenten der Parfümprodukte hatten Angst, der exklusive Charakter der Luxusprodukte könne durch Sonderangebote und verschärftem Preiswettbewerb im Internet verloren gehen. So weigerten sich einige namhafte Markenhersteller an reine Online-Anbieter zu verkaufen.
Das Potential, das Internet als zusätzlichen Kanal zu nutzen, haben mittlerweile aber die meisten Unternehmen der Parfümerie-Branche erkannt. Douglas, der in seinem Online-Shop Produkte nur in Absprache mit den jeweiligen Herstellern führt, bietet mittlerweile den Großteil seines Sortiments auch online an.
Aber auch die Hersteller selbst verfolgen nun eine offensivere Strategie bei der Online-Nutzung. So wurde bei der regelmäßig durchgeführten Studie Kosmetik Online 2005 von netaspect für das Jahr 2005 die Webseite Womensnet.de von Schwarzkopf & Henkel gekürt. Redaktionelle Informationen werden hier geschickt mit Produktinformationen, unter anderem zu den Duftmarken aus dem eigenen Haus, verbunden.
Die großen Handelsketten bieten den Online-Kunden zudem weitere Anreize zum Internetkauf. Dies sind in erster Linie Preisnachlässe und günstige Lieferkonditionen. Trotz der allgemein niedrigen Margen von 1 bis 2 Prozent sind die Handelsketten in der Lage, die Artikel zu Sonderpreisen zu verkaufen und dabei dennoch die hohen Investitions- und Betriebskosten eines Online-Shops zu decken.
Für Markenprodukte gilt jedoch auch weiterhin, dass das Internet vor allem eine Funktion in der Kommunikationspolitik besitzt. So möchten sich viele Kunden vor dem Kauf im Geschäft über Marken im Internet informieren. Ein weiteres Motiv für den Online-Besuch ist die Suche nach Geschenkideen. Hier rangiert das Parfüm auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Entsprechend haben die Online-Shops von Beautynet.de und Douglas die eigene Kategorie Geschenke eingeführt. Die Anmutung der Internet-Ausstellungsfläche ist bei den auf Parfüm spezialisierten Anbietern zumeist sehr atmosphärisch und setzt auf das Luxus-Image dieser Produkte. Anbieter mit eher gemischtem Sortiment, wie Rossmann oder Schlecker setzen dagegen auf die Vermittlung von Preisgünstigkeit. Hier werden Rabatte auf ausgewählte Produkte in den Vordergrund gerückt.
Die reinen Online-Händler, wie beispielsweise Beautynet.de, überzeugen zum Teil mit neuen Präsentationsideen. So kann bei Beautynet.de das Sortiment auch nach gewünschter Duftnote durchsucht werden. Das Angebot umfasst mittlerweile fast alle großen Markenprodukte. Dies zeigt umso mehr, dass die Berührungsängste der Markenhersteller mit dem Internet langsam abgebaut sind.
Autor:
- Oliver Emrich, 01.03.2006.
Branchenführer Douglas ist mit einem Online-Shop erfolgreich im Internet vertreten. Er bietet verschiedene Suchfunktionen an und verfügt über eine umfangreiche Rubrik für Geschenkartikel. Bestellungen ab einem Wert von 50 Euro werden kostenfrei zugestellt, liegt der Warenwert darunter fallen Versandkosten in Höhe von 3,50 Euro an. Die Zahlung erfolgt per Lastschrift, Kreditkarte oder auf Rechnung.
Die Webseite Womensnet verbindet geschickt Beratung und Unterhaltung mit Produktinformationen. Der Initiator Schwarzkopf & Henkel hat damit ein wichtiges Kommunikationselement für seine Produktlinien im Internet geschaffen. In der Studie Kosmetik Online 2005 unter www.netaspect.de wurde Womensnet als beste Webseite vor dem Vorjahressieger Nivea ausgezeichnet. Insgesamt wurde in der Studie hervorgehoben, dass die Internetseiten aus dem Bereich Parfüm und Kosmetik im ästhetischen Bereich und bei der Auffindbarkeit von Suchmaschinen im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich besser abschnitten. Jedoch bestehe noch Aufholbedarf bei der Kundenbindung sowie bei der Benutzerfreundlichkeit.
Als einer der wenigen im Internet vertretenen Fachparfümerien vertreibt die Parfümerie Albrecht Artikel über einen Online-Shop. Bei den angebotenen Produkten handelt es ich jedoch nur um einige ausgewählte Düfte wie beispielsweise Goethes Rosenwasser. Dieses besondere Angebot beschert Albrecht auch internationale Beachtung seiner Homepage. Der Mehrumsatz, den er über den Online-Shop und über vermehrte Buchungen in seiner Schminkschule generiert, war aber keineswegs der Hauptgrund für sein Engagement im Internet, sondern vielmehr der Imageaspekt. Andere Fachparfümerien halten sich derzeit mit Investitionen noch zurück, da sie von der Kosten-Nutzen-Relation nicht überzeugt sind.
Quelle:
- Kosmetik: Kosmetik-Websites, Heft Nr. 2, 02/2005
- www.netaspect.de
Autor:
- Oliver Emrich, 16.02.2005.
