Erkenntnis - Baumärkte
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Besonderheiten von Baumärkten

Warum tun sich ausgerechnet Baumärkte so schwer, den richtigen Weg ins Internet zu finden?

Als Besonderheit gegenüber anderen Einzelhändlern fällt bei den Baumärkten zunächst einmal die Größe des Sortiments auf. Für Bastler und Heimwerker gibt es in der Regel keine Standardlösung, deshalb finden sich in einem stationären Baumarkt oft über 50.000 verschiedene Produkte wieder. Diese im Internet mit Produktbeschreibungen darzustellen, ist für viele Anbieter zu aufwendig - aber unverzichtbar, wenn der Online-Shop zur lohnenswerten Einkaufsalternative für die Kunden werden soll. Schließlich können bereits kleine Unterschiede in der Spezifikation darüber entscheiden, ob das Produkt die Anforderungen des Kunden erfüllt oder nicht. Und da kommt es gleich zur zweiten Besonderheit: Die meisten Produkte sind beratungsbedürftig und oft ist der Self-made-Handwerker sein bester Berater. Das große Manko des Internets, nämlich die eingeschränkten visuellen und haptischen Darstellungsmöglichkeiten, wiegen hier besonders schwer. Oftmals entscheidet eben doch das Augenmaß bei der Frage, wie dick die Regalbretter nun sein sollen. Internet-Anbieter bieten dafür ausführliche Beschreibungen und vorgefertigte Beiträge zu verschiedenen Themen. obi@otto hilft darüber hinaus mit einer telefonische Beratung über eine Service-Hotline. Für viele mittelständische Händler ist dieser Aufwand zu groß, wenn er den zu erzielenden Online-Erlösen gegenübergestellt wird. Denn auch die Transportkosten schießen bei Bestellungen schnell in die Höhe. Bei Produkten wie Zement oder sperrigen Bauteilen überwiegen oft die Kosten für die Lieferung den eigentlichen Verkaufswert des Produktes - dann fahren viele Kunden doch lieber selber in den örtlichen Baumarkt.

Virtuell gut beraten

Beim Kauf von Baumarkt-Artikeln haben Konsumenten oftmals einen hohen Informations- und Beratungsbedarf. Da zudem viele Baumarktprodukte für den Versand schlecht geeignet sind, erscheint die Branche auf den ersten Blick für E-Commerce wenig interessant. Nach einer Umfrage der AGOF e.V. aus dem Jahr 2009 haben jedoch schon 30 Prozent der Internet-Nutzer Informationen über Heimwerkerbedarf und -geräte gesucht und immerhin elf Prozent der Internet-Nutzer haben in den letzten zwölf Monaten Heimwerkerbedarf und -geräte gekauft.

In dem Beitrag Virtuell gut beraten gibt Dr. Kai Hudetz einen Überblick über bedeutende deutsche Online-Baumärkte, die von großen Baumarktketten, mittelständischen Unternehmen und Newcomern betrieben werden. Obwohl die Online-Umsätze zumeist noch relativ gering ausfallen, kann man davon ausgehen, dass sich viele Heim- und Handwerker vor dem Kauf im stationären Baumarkt zunächst im Internet informieren. Der Internet-Auftritt dient daher als wichtiges Akquisitionsinstrument für die Baumärkte vor Ort. Der Beitrag ist im November-Heft des handelsjournal (2001, S. 30-32) erschienen und als PDF-Datei abrufbar.