Bio für alle - basic ist online
www.basic-bio-genuss-fuer-alle.deMit dem Launch der überarbeiteten Website verfolgt der Bio-Supermarkt basic eine neue Internet-Strategie. Nicht nur ein Blog mit Themen rund um Bio-Lebensmittel und Kooperationen mit den führenden, ökologisch aktiven Web 2.0-Netzwerken wie Utopia und New Ethics, sondern in erster Linie ein Online-Shop für Bio-Lebensmittel sollen dabei unterstützend wirken.
Mit basic wagt sich also nach Edeka der nächste große deutsche Einzelhändler in den Vertrieb von Lebensmitteln im Internet. Knapp 2.000 Artikel, darunter etwa 160 Produkte der basic-Eigenmarke, können zu identischen Preisen wie im stationären Handel erworben werden. Voraussetzung ist, dass die zusätzlichen Versandkosten von 3,90 Euro getragen werden und die Lieferadresse in Deutschland oder Österreich liegt.
Online-Shop im Sinne nachhaltiger Einkäufe
Laut Jörn Göbert, dem Generalbevollmächtigten von basic wird mit dem Online-Shop ein Umsatzziel von etwa 5 Millionen jährlich verfolgt. Dazu soll vor allem die konsequente Darstellung des Unternehmens als nachhaltiger Einzelhändler beitragen. Alle Produkte genügen dabei mindestens der EU-Öko-Verordnung und für den Versand wird das „go green"-Angebot der DHL genutzt, bei dem Pakete CO2-neutral versendet werden. Darüber hinaus werden alkoholhaltige Lebensmittel erst dann verschickt, wenn der Kunde per Post-Ident-Verfahren einen zweifelsfreien Altersnachweis erbracht hat. So wird basic sowohl seiner rechtlichen als auch gesellschaftlichen Verantwortung gerecht.
Lebensmittelkauf im Internet: Fluch oder Segen?
Der Handel mit Lebensmitteln im Internet wird schon länger als eine der wenigen noch nicht besetzten und dennoch lukrativen Nischen im E-Commerce gehandelt. Umfragen zufolge interessieren sich zwei Drittel der Deutschen insbesondere aus Zeit- und Kostenaspekten für diese Art des Lebensmittelkaufs. Zielgruppe sind dabei vor allem Mütter und junge Berufstätige, aber auch sogenannte Silver Surfer (Internetnutzer über 50), die in erster Linie das Tragen schwerer Produkte bei mittleren und größeren Einkäufen vermeiden wollen.
In Deutschland sind die großen Lebensmitteleinzelhändler dennoch verhalten. Die Erinnerungen an das Scheitern zahlreicher Online-Shops für Lebensmittel sind noch zu frisch. Im Ausland dagegen bewegen sich verschiedene Handelsunternehmen bereits erfolgreich in dieser Nische. Beste Beispiele sind dafür die größte britische Handelskette Tesco und der große Schweizer Einzelhändler Coop. Sie liefern selbst frische Artikel aus und können hohe Umsätze und Wachstumsraten verzeichnen.
Was hindert also deutsche Handelsunternehmen am Einstieg in diesen Markt? Laut Plus-Online-Chef André Kiefermann passt die Strategie von basic nur haltbare Lebensmittel anzubieten nicht zum Image von Plus, da Frische als fester Bestandteil des Unternehmenskonzepts definiert wird. Der momentan zu betreibende Aufwand, um dies zu gewährleisten würde in keinem Verhältnis zu den Umsatzpotenzialen stehen. Darüber hinaus sehen sich vor allem Discounter mit sehr preisaggresiven Margen konfrontiert, die es ihnen nicht erlauben, ihre Produkte online zum gleichen Preis wie im stationären Handel anzubieten. Der Verbraucher würde diesen Aspekt als sehr negativ erachten.
Die Chance von basic
Immer mehr Unternehmen bieten deshalb Lebensmittel aus dem Premiumsegment an. Basic liegt also voll im Trend. Aufgrund der ohnehin gehobenen Preiskategorie von Bio-Produkten ist das Unternehmen nicht gezwungen preislich zwischen Online-Shop und stationärem Handel zu unterscheiden. Basic versucht dabei weniger die Kunden anzusprechen, die seine stationären Geschäftsstellen sowieso besuchen, sondern strebt die Neukundengewinnung in Regionen an, die nicht von einer der 24 deutschen und zwei österreichischen Filialen abgedeckt werden können. Zusätzlich wird mit dem Sortiment gezielt eine bestimmte Gruppe angesprochen und mit einem sehr konsequenten Unternehmensimage, das sich auch in der Internetpräsenz widerspiegelt, bedient. Vorsicht ist hier dennoch geboten: Die Gruppe der ethischen Käufer ist tendenziell kritisch, wie sich durch die massiven Käuferproteste beim Einstieg des Discounters Lidl bei basic gezeigt hat. Es werden bereits die ersten Stimmen laut, die keinen Mehrwert in basics Online-Shop gegenüber den existierenden Angeboten von naturkost.com oder bringmirbio.de sehen. Basic wird vermutlich gezwungen sein, sich auch online durch sein Image, sein breites Sortiment und letztlich den Preis von existierenden Anbietern für nachhaltige Lebensmittel abzuheben und dennoch glaubwürdig zu bleiben. Im stationären Handel ist es basic aber bereits einmal sehr erfolgreich gelungen.
Quellen
- Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung e.V. (AGOF): internet facts 2007-IV, 2008.
- Internet World Business: basic eröffnet Onlineshop, (17.07.2009), http://www.internetworld.de/Nachrichten/E-Commerce/basic-eroeffnet-Onlineshop, Zugriff am 22.07.2009.
- Internet World Business: basic will ins Onlinegeschäft einsteigen, http://www.internetworld.de/Nachrichten/E-Commerce/basic-will-ins-Onlinegeschaeft-einsteigen-18698.html, (12.05.2009), Zugriff am 22.07.2009.
- Internet World Business: Lebensmittel online ordern hat Zukunft, http://www.internetworld.de/Nachrichten/E-Commerce/Lebensmittel-online-ordern-hat-Zukunft-18920.html, (19.05.2009), Zugriff am 22.07.2009.
- Internet World Business: Abschied vom Multichannel, http://www.internetworld.de/Nachrichten/E-Commerce/Abschied-vom-Multichannel, (27.02.2009), Zugriff am 22.07.2009.
- Markenpost.de: Bio-Supermarktkette geht neue Wege im Internet, http://www.markenpost.de/news_Bio-Supermarktkette-geht-neue-Wege-im-Internet_72520.html, (08.06.2009), Zugriff am 22.07.2009.
- Markenpost.de: Zurück zu den Wurzeln, http://www.markenpost.de/news_Zurueck-zu-den-Wurzeln_50789.html, (21.10.2008), Zugriff am 22.07.2009.
- Phaydon: Lebensmittelshops im Internet: Das letzte große eCommerce-Potenzial?, 2008.
- Werben&Verkaufen: Bio-Supermarkt Basic eröffnet Web-Shop, http://wuv.de/nachrichten/digital/bio_supermarkt_basic_eroeffnet_web_shop, (17.07.2009), Zugriff am 22.07.2009.
