Erkenntnis - Allgemeines
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Chancen und Risiken des Online-Handels auf internationalen Märkten

Inhaltsverzeichnis

Der chinesische Internetmarkt – Was steckt hinter den gewaltigen Zahlen?

Bei der Beschäftigung mit China gelangt man schnell an einen Punkt, der alle gewöhnlichen Dimensionen sprengen lässt und das Anlegen neuer Maßstäbe erforderlich macht. Denn mit der weltweit größten Bevölkerungszahl von über 1.3 Milliarden bietet sich nicht allein dadurch ein enormes Potenzial. Vielmehr hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass sich China durch gezielte Programme, Fördermaßnahmen und einen langfristigen Planungsansatz der chinesischen Regierung zum zweit größten Wirtschaftsmarkt weltweit entwickeln konnte.


Mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 9,6% in den letzten 10 Jahren, hat sich der Lebensstandard von Millionen von Chinesen verbessert und lässt die Wachstumszahlen anderer BRIC Staaten, wie Brasilien, Russland oder Indien mit jeweils 3,2%, 5,6% und 6,9% fast verblassen. Auch politische, soziale und wirtschaftliche Stürme der vergangenen Jahre konnte China weit besser als die meisten anderen Volkswirtschaften meistern. Mit den angestrebten 7% Wirtschaftswachstum im 12. Fünfjahresplan (2010 - 2015) wird sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich weiter fortsetzen. Das Potenzial für den chinesischen Markt ist damit gigantisch:


Mit seinen 450 Millionen Internetnutzern und einer 98%-igen Breitband-Durchdringung ist China nicht nur der größte Internetmarkt und der größte DSL-Mark weltweit, sondern stellt mit seinen 769 Millionen Handybesitzern auch den größten Mobilfunkmarkt dar. Ebenso befindet sich der E-Commerce-Markt mit seinen 158 Millionen Web-Käufern und einem Umsatz von 37-39 Mrd. USD im Jahr 2009 bereits an weltweit zweiter Stelle, gleich hinter den USA.


Nicht zu Unrecht muss also bei der Betrachtung Chinas ein neuer Maßstab angelegt werden und die oben angeführten Argumente machen China zu einem unverzichtbaren Markt. Dennoch reicht ein Blick allein auf diese Zahlen nicht aus, um das tatsächliche Potenzial, die Besonderheiten oder mögliche Hemmnisse zu erfassen. Denn trotz der enormen Möglichkeiten, ist der Internetmarkt ein schwieriges Feld, auf dem bereits die größten Unternehmen wie Google gescheitert sind. Eine detaillierte Betrachtung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingung, des Konsumentenverhaltens und seiner Besonderheiten ist deshalb unbedingt erforderlich. Im Folgenden wird deshalb ein Blick hinter die bloßen Zahlen geworfen und die Daten im Hinblick auf folgende Fragestellungen analysiert:


Welche Potenziale bietet der chinesische Internet-, E-Commerce- und Online-Payment-Markt? Welche Faktoren wirken günstig oder hemmend auf die weitere Entwicklung? Was sind die Besonderheiten des chinesischen Marktes und worin unterscheiden sich chinesische Konsumenten von denen anderer BRIC Staaten und Industrieländer? Was sollte für einen Markteintritt in China speziell beachtet werden?


Ausführliche Antworten auf diese und weitere Fragestellungen finden Sie in dem 11-seitigen PDF-Dokument, das Sie sich kostenlos herunterladen können:

Der chinesische Internetmarkt - Was steckt hinter den gewaltigen Zahlen?
Autorin: Carolin Topp (omba GmbH)
Der chinesische Internetmarkt - Was stec[...].pdf
Adobe Acrobat Dokument [654.6 KB]

 

 

 

Anstoß Brasilien - ein spannender Online-Markt mit Chancen und Tücken

Wenn wir heute über Brasilien sprechen, denken wir meistens an ein riesiges Land mit tollen Stränden, hochklassigen Fußballern und Menschen mit einer lebensfrohen Mentalität. Weniger bekannt ist, dass Brasilien mittlerweile zu den Top Ten der weltgrößten Wirtschaftsmächte aufgestiegen ist und als Teil der BRICI-Staaten gemeinsam mit Russland, Indien, China und Indonesien ein starker Motor des globalen Wachstums ist. Für Unternehmen mit internationalen Expansionsplänen gibt es daher ein überdurchschnittliches Marktpotential, das sich auch im Bereich des Online-Handels wiederfindet. Um die Eigenarten des brasilianischen Marktes besser kennenzulernen und sich auf die spezifischen Gegebenheiten dieses Landes einstellen zu können, werfen wir im Folgenden einen Blick auf Online-Angebote, Online-Medien, Internet-Nutzer und -Zahlungsverhalten.

 

Parallel zu "traditionellen" Industrien, wie Bergbau und Landwirtschaft, haben sich in Brasilien in den letzten Jahren Online-Angebote rasant entwickelt und sind mittlerweile bei einigen Kategorien, wie z. B. der Anzahl von Besuchern in der Kategorie Instant Messaging, weltweit führend. Diese Position wird sich in den nächsten Jahren deutlich verstärken, da die Zahl der Online-Nutzer in Lateinamerika mit 21% Zuwachs alle anderen Regionen weltweit deutlich übersteigt. Mit einem 2010 gestarteten staatlichen Investitionsprogramm, mit dem für umgerechnet 5,7 Mrd. Euro Breitband-Anschlüsse geschaffen werden sollen, wurde ein weiterer Baustein gelegt, um ein anhaltendes Wachstum zu erreichen. Ziel des Programmes ist es dabei, 40 Millionen einkommensschwachen Brasilianern bis 2014 einen Internet-Anschluss zu ermöglichen.


Bei einer detaillierten Betrachtung der Nutzerprofile lassen sich Ähnlichkeiten mit den anderen Ländern der BRICI-Gruppe (Brasilien, Russland, Indien, China, Indonesien) erkennen, die sich jedoch deutlich von den westlichen Ländern unterscheiden. Eine der Ursachen für dieses Verhalten liegt in einem deutlich größeren Anteil an jungen Online-Nutzern im Vergleich zu etablierten Märkten, die gegenüber neuen Technologien und Trends sehr aufgeschlossen sind.


Online-Medien haben dabei nicht erst in den letzten Präsidentschaftswahlen eine große Bedeutung erhalten, wo verschiedene Kandidaten, wie z. B. Plinio de Arruda Sampaio, durch gelungene Internet-Auftritte erstaunlichen Zulauf erhielten. Dieses positive Klima wird durch die Beschaffenheit des brasilianischen Marktes hervorgerufen, der stark durch die sozialen Netzwerke geprägt ist. Dabei ist nicht der Weltmarktführer Facebook dominant, sondern mit ca. 50 Mio. Benutzern der Google-Ableger Orkut, der 2004 online ging und mittlerweile weltweit über 100 Mio. Nutzer verfügt, die sich zum Großteil auf Brasilien und Indien verteilen. Facebook holt seit einigen Monaten stark auf, hat jedoch nur etwa 9,5 Mio. Nutzer. Neben Orkut spielt Twitter eine große Rolle, das trotz der Einschränkung auf 160 Zeichen eine größere Reichweite als YouTube besitzt, das in der westlichen Welt weit verbreitet ist. Neben den bekannten globalen Playern gibt es unter den populärsten Online-Angeboten auch eine Reihe von lokalen Unternehmen. So gehört Globo, das zum größten brasilianischen Medienunternehmen Organizações Globo gehört, zu den am häufigsten aufgerufenen Portalen, wenn es um Nachrichten und Unterhaltung geht. Weitere erfolgreiche Websites sind die Online-Auktionsseite MercadoLivre sowie das Portal UOL, das in den 1990ern als brasilianische Antwort auf AOL entstand.


Besonderheiten zeigen sich auch in der Art, wie Zahlungen abgewickelt werden. Während für uns etablierte Verfahren wie Lastschrift, Kreditkarte und PayPal die populärsten Bezahloptionen sind, gibt es in Brasilien andere Verfahren, die weit verbreitet sind und größere Marktanteile besitzen. Boleto Bancario ist mit einem Marktanteil von 20% aller E-Commerce Transaktionen das erfolgreichste Produkt. Unter diesem Verfahren versteht man einen Zahlungsbeleg, der bei einer Online-Bestellung ausgedruckt wird und anschließend bei zahlreichen Akzeptanzstellen, wie z. B. Banken oder bei der Post, bezahlt werden kann. Nach erfolgreicher Zahlung kann das Produkt unmittelbar ausgeliefert werden. Obwohl es sich bei diesem Prozess um ein asynchrones Verfahren handelt, ist diese Methode sehr beliebt, insbesondere da es für Händler keine Zahlungsausfälle gibt.


Neben den beschriebenen "traditionellen" Bezahlmethoden gibt es eine Reihe neuer Produkte, wie z. B. DineroMail, moip, pagomiscuentes, pagseguro oder pagamentodigital, die sich auf die Abwicklung von Online-Käufen konzentrieren. Unter den beschriebenen Produkte besitzt DineroMail das größte Potential zum Wachstum, da es für eine stark wachsende Kundenbasis zahlreiche Bezahlmethoden unter einer Marke aggregiert und zusätzlich einen Zugang zu anderen südamerikanischen Ländern, wie z. B. Argentinien und Chile, bietet. Neben dem Angebot einer einheitlichen Schnittstelle für einzelne Bezahlmethoden ist auch ein e-Wallet verfügbar, mit dem Kunden Einkäufe tätigen können.


Neben diesen neueren Produkten gibt es auch die in Europa sehr populäre Lastschrift, die allerdings lediglich für regelmäßige Zahlungen, wie z. B. für Strom-, Wasser- und Telefonrechnungen, verwendet wird. Demgegenüber weist die Verbreitung und Nutzung von Kartenprodukten seit Jahren ein hohes jährliches Wachstum auf, das sich in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Wie in vielen anderen internationalen Märkten hat Visa dabei vor MasterCard die Rolle des Marktführers mit einem Anteil von ca. 47% des Transaktionsvolumens. Die größten Kartenherausgeber des Landes sind die Banken Banco Bradesco, Banco de Brasil und Banco Itau. Neben den weltweit bekannten Brands sollten bei einem Markteinstieg auch die sogenannten Retailer-Karten akzeptiert werden, die von Supermarktketten ausgegeben werden und über eine große Reichweite verfügen. Zu den bekanntesten Marken gehört dabei die Hipercard, die hauptsächlich in lokalen Wal-Mart Supermärkten angeboten wird.


Zusammenfassend lässt sich Brasilien als ein faszinierendes Land mit stabiler Regierung und überdurchschnittlichem Wachstum beschreiben, das für Unternehmen sehr gute Möglichkeiten für eine internationale Expansion beinhaltet. In Vorbereitung auf die Groß-Veranstaltungen FIFA Fußball WM 2014 sowie die Olympischen Sommerspiele 2016 werden umfangreiche weitere Investitionen getätigt werden, die die Attraktivität des Marktes weiter erhöhen.

 

Über das Land

Mit 201 Mio. Einwohnern ist Brasilien das fünftgrößte Land der Welt, das sich mit langjährigen hohen Wachstumsquoten und einer stabilen Regierung unter dem populären Präsidenten Lula da Silva zur weltweit achtgrößten Volkswirtschaft entwickelt hat. Nachdem die Wirtschaftskrise 2008 das Land kurzzeitig zurückgeworfen hat, wird mit Dilma Rouseff erstmals eine Präsidentin die Entwicklung der nächsten Jahre prägen. Diese werden einerseits von der Ausrichtung der FIFA Fußball WM 2014 sowie der Olympischen Sommerspiele 2016 geprägt sein, leider stehen nach wie vor aber auch der Kampf gegen die Armut sowie die Drogenkartelle auf der Tagesordnung.


Wirtschaftlich konnte sich das Land auf Basis eines gut entwickelten Bergbau-, Landwirtschafts-, Dienstleistungs- und Produktionssektors in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickeln. Zu den wichtigsten Exportprodukten gehören u. a. Kakao, Kaffee, tropische Früchte und Eisenerz, aber auch Textilien, Chemikalien, Motoren und Maschinenteile. In den letzten Jahren hat sich daneben eine rege Online-Industrie entwickelt, die zum Teil bereits Spitzen-Niveau besitzt.


Für Unternehmen, die sich aufgrund der außerordentlich guten Wachstumschancen für einen Markteinstieg entscheiden, gibt es zahlreiche Herausforderungen, die für ein erfolgreiches Auftreten gemeistert werden müssen. Zunächst sind für einen erfolgreichen Einstieg lokale Partner hilfreich, die den Markt bereits kennen und über geeignete Kontakte verfügen. Ein guter Anlaufpunkt, um potenzielle Partner kennenzulernen, sind dabei die Deutsch-Brasilianischen Außenhandelskammern, die über ein umfangreiches Netzwerk verfügen.


Falls Sie ein lokales Unternehmen gründen, sollten Sie berücksichtigen, dass mindestens einer der Geschäftsführer dauerhaft in Brasilien wohnhaft sein muss. Mit der Einstellung der ersten Angestellten kommt man auch mit dem Arbeitsrecht in Kontakt, das in Brasilien einige Besonderheiten aufweist. Neben dem Mitführen eines ausweisähnlichen Dokuments, der so genannten "Carteira de Trabalho", das sämtliche Arbeitsnachweise beinhaltet und bei Arbeitsantritt vorgelegt werden muss, gibt es einen besonderen Kündigungsschutz für Angestellte, die mehr als 10 Jahre bei einem Unternehmen gearbeitet haben. Um diese Regelung zu umgehen, ist es durchaus üblich, Angestellten nach etwas mehr als 9 Jahren zu kündigen und sie nach einer kurzen Unterbrechung für die gleiche Position wieder einzustellen.

Autorenprofil

Thomas Tittelbach ist Geschäftsführer des internationalen Payment Service Providers Omba, den er gemeinsam mit Partnern 2010 gründete. Die Produktpalette des Unternehmens richtet sich insbesondere an Unternehmen, die ihre Produkte in internationalen Märkten anbieten möchten und dafür geeignete Zahlungslösungen und Finanzdienstleistungen benötigen. Davor war der Wirtschaftsingenieur in verschiedenen Management-Positionen bei dem internationalen Zahlungsdienstleister ClickandBuy sowie der asknet AG, einer internationalen Aktiengesellschaft mit Schwerpunkt E-Commerce, tätig. Neben seinen Tätigkeiten veröffentlichte er verschiedene Artikel zu Online-Payment und E-Commerce und hält regelmäßig Vorträge auf Fachveranstaltungen.