Nach dreijähriger Praxiserfahrung beurteilen viele Anwender das neunstufige Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR)-Modell als zu komplex und aufwändig. Laut den Ergebnissen einer aktuellen Untersuchung von 24 CPFR-Piloten nutzt niemand den CPFR-Prozess in vollem Umfang. Daher wird geraten, die Methode als flexiblen Rahmen zu nutzen.
Auf der ECR-Konferenz in Berlin im Mai 2003 waren sich die Verantwortlichen von Kimberly-Clark, Metro, Procter & Gamble sowie Henkel einig, dass für die Zukunft der gemeinsamen Planung, Prognose und Bestandsführung entscheidend sei, ob es gelingt, die Kooperations-Lösung nahtlos in die operativen IT-Systeme der Unternehmen zu integrieren. Weiterhin müsse sich der Austausch von POS- und Prognosedaten unmittelbar im Bestellverhalten der Handelsunternehmen niederschlagen.
Die Zukunft von CPFR ist in vielen Unternehmen der Branche noch unklar. Metro wollte 2004 seine CPFR-Tests auf die Bereiche Frische, Trockensortiment und Nonfood-Produkte, die nicht als Marke geführt werden, ausdehnen. Zusätzlich zu den Prognosedaten gab Metro an, auch die kooperative Planung mit den Lieferanten testen zu wollen. Das Unternehmen testet mit der Methode CPFR bereits seit Dezember 2000 kooperative Prognosen mit neun Lieferanten in allen ausländischen Cash & Carry(C+C)-Märkten. Als Plattform der Kooperation setzt Metro auf den Marktplatz Global Net Xchange mit der Lösung "Market Manager". Bereits 2003 berechnete Metro in den C+C-Märkten detaillierte Abverkaufsprognosen mit einer Software-Lösung der SAF AG. Ziel bei Metro ist es, CPFR auf die bestehenden Kooperationen wie Category Management, EDI und Continuous Replenishment aufzusetzen. Hierbei setzt man auf EDI Nachrichten, um den Austausch der Daten zwischen den Lösungen zu realisieren.
(Quelle: Lebensmittelzeitung, 23/2003, 23.05.2003, S. 30)
