Literatur - Controlling und Web-Analyse
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Data Mining für Content-Anbieter - Verlage prüfen ihre Zugriffe

Autoren: Hardy Haimann

Quelle: Zeitschrift, börsenblatt 29-2003, 17. Juli 2003, S. 20 - 23
Mit Data Mining (dt. "Datenschürfen") wollen Verlage den Wissensdurst von Websurfern erforschen und so neue Printprodukte für spezielle Zielgruppen schaffen. Über sogenannte Web-Analyse-Tools wird das Surf-Verhalten des Internetnutzers auf den Homapages der Verlage untersucht und die entsprechenden Informationen für bestimmte Zwecke ausgewertet. So werden nicht nur die eingegebenen Begriffe registriert, sondern auch Schreibfehler und Klicks zu weiterführenden Links. Mit jedem Begriff und Mausklick steigt der Erkenntnisgewinn des Verlages. Werden bestimmte Begriffe oder Beriffsgruppen besonders häufig nachgefragt, so könnte dies ein Anstoss sein, ein neues Buch dazu auf den Markt zu bringen oder ensprechende Lexika zu aktualisieren.

Wichtig ist hierbei allerdings, dass man sich nicht allein auf diese Ergebnisse stützt. Dies könnte bei einer weit überdurchschnittlichen Eingabe von bestimmten Personennamen der Fall sein, die durch die Medien einen hohen Aktualitätswert haben (Bsp. "Deutschland sucht den Superstar"), jedoch für später erscheinende Printmedien relativ uninteressant wären. Die Verlage halten daher an Befragungen von Fokusgruppen und Buchhandel weiterhin fest. Zu beachten ist ebenfalls, dass das Abfrageverhalten von Surfern nicht verallgemeinert werden kann, d. h. die Suchbegriffe bei wissen.de sind andere als bei brockhaus.de.

Der Mannheimer Lexikonverlag Brockhaus hat sogar grosses Interesse an den Schreibfehlern, die Nutzer bei der Suchbegriffeingabe machen. Treten dabei bestimmt Fehler häufiger auf, so könnte sich in der Umgangssprache eine andere Regel etablieren, als vorgegeben. Dies könnte dann bei einer Neuauflage vermerkt werden, wenn auch die traditionelle Medíenauswertung dies bestätigt.