Der Konsument im mobilen Internet
Konsumenten entdecken zusehends das mobile Web für sich und nutzen vermehrt ihre Handys, Smartphones und andere mobile Endgeräte, um von unterwegs auf unterschiedliche Anwendungen und Angebote des Internets zuzugreifen. Doch wie verhält sich der private Nutzer im mobilen Web? Welche Inhalte interessieren ihn? Was denkt der Konsument über mobile Datensicherheit?
Diesen und weiteren Fragen widmet sich die vierteilige Reihe "Der Konsument im mobilen Internet". In der ersten Folge wird es darum gehen, wer die Nutzer des mobilen Internets sind, wie viele Konsumenten es nutzen und wie oft mobil gesurft wird. Die zweite Folge deckt auf, mit welchen Mobilfunkgeräten und von wo aus die Konsumenten ins Internet gehen. Folge drei beschäftigt sich mit den Inhalten, für die sich mobile Nutzer interessieren und in der letzten Folge vier wird sich alles um die Sicherheitsbedenken der mobilen Surfer drehen und um die Frage, weshalb (bisher) nicht jeder das mobile Internet nutzen will.
Wie viele Konsumenten nutzen das mobile Web?
Das mobile Internet wird bei den deutschen Verbrauchern zunehmend beliebter. Dieser Trend äußert sich nicht zuletzt in stetig ansteigenden Nutzerzahlen. Obwohl im Vergleich zu den USA oder den asiatischen Ländern noch nicht viele empirische Daten für den deutschen Markt vorliegen, bestätigen unterschiedliche Studien aus jüngster Zeit die positive Entwicklung. Auch wenn sie sich in den nominalen Ergebnissen und Prognosen aufgrund unterschiedlicher Datenbasen unterscheiden, ist der gemeinsame Tenor ein steigender Trend.
Der Mobile Web Watch 2009 von Accenture zufolge beläuft sich der Anteil an deutschen Internetnutzern, die mit ihrem Mobiltelefon online gehen, auf 18 Prozent. Ähnliche Ergebnisse liefert auch die 28. W3B-Umfrage von der Fittkau & Maaß Consulting GmbH, der nach ein Viertel der Handybesitzer sich über ihr Mobiltelefon ins Internet einwählen oder Websites abrufen. Bei einer Erhebung im Rahmen des BVDW Mobile Meter geben Anfang des Jahres 2009 sogar 35 Prozent der Befragten an, wenigstens einmal schon ein mobiles Internetangebot, wie Surfen oder E-Mail, in Anspruch genommen zu haben. Diese relativ hohe Zahl ist darauf zurückzuführen, dass viele Konsumenten sicherlich die eine oder andere Online-Anwendung mal ausprobiert haben, allerdings ist es unklar in welcher Intensität das Internetangebot tatsächlich genutzt wurde.
Trotz der positiven Entwicklung im Hinblick auf die Nutzerzahlen, herrscht dem mobilen Internet gegenüber noch eine gewisse Skepsis. In der gleichen Umfrage haben 44 Prozent der Teilnehmer angegeben, mobiler Internetangebote bisher noch nicht genutzt zu haben und sie können es sich auch nicht vorstellen, es innerhalb des nächsten Jahres zu tun. Diese Antwort ist verständlich, denn nach wie vor nutzen die meisten Konsumenten ihre Handys hauptsächlich zum Telefonieren und SMS-Schreiben. Eine Vielzahl von ihnen wird auch in Zukunft keine Notwendigkeit sehen, mit dem Mobiltelefon ins Internet zu gehen.
Andere bisherige Nicht-Nutzer sind hingegen aufgeschlossen gegenüber dem mobilen Internetzugang. So können sich 13 Prozent der Befragten vorstellen, mobile Anwendungen innerhalb des nächsten Jahres zu nutzen. Acht Prozent planen sogar konkret ein, sich innerhalb des nächsten Jahres den mobilen Web-Surfern anzuschließen. Daraus ergibt sich ein Potential von über 20 Prozent an zukünftigen mobilen Internetnutzern. Gründe für das wachsende Interesse an dem mobilen Internet könnten in einer steigenden öffentlichen Aufmerksamkeit für das iPhone und andere Smartphones liegen. Die erhöhte Medienpräsenz wie z.B. durch die Werbe-Kampagne für iPhone-Apps bringen die Möglichkeit ins Konsumenten-Bewusstsein, mobile Endegeräte anders als bisher auch zur Unterhaltung zu nutzen.
Quelle: BVDW Mobile Meter
Wer sind die Nutzer des mobilen Webs?
Auch wenn es noch nicht so viele Studien über die mobilen Internet-Nutzer gibt, eines steht fest: die mobilen Internet-Nutzer sind keine homogene Gruppe. So besteht in allen Erhebungen die Tendenz, dass unter den mobilen Surfern deutlich mehr Männer anzutreffen sind als Frauen. Der Unterschied beginnt schon damit, dass mehr Männer als Frauen überhaupt ein Handy besitzen und es auch nutzen. Der VuMA 2010 zufolge haben ein Viertel der weiblichen Teilnehmer kein Handy während es bei den Männern knapp 18 Prozent sind. In der gleichen Studie haben über 36 Prozent der Männer angegeben, über einen mobilen Internetzugang auf ihrem Handy zu verfügen im Vergleich zu knapp 29 Prozent der Frauen. Entsprechend nutzen auch mit knapp 10 Prozent doppelt so viele Männer das mobile Internet im Vergleich zu 4 Prozent der Frauen. Diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern könnten u.a. daher rühren, dass Männer tendenziell eine höhere Affinität zu Technik besitzen als Frauen und entsprechend früher neuere Möglichkeiten wie das mobile Internet ausprobieren als die weiblichen Nutzer.
Auch in ihrem Durchschnittsalter unterscheiden sich die Nutzer des mobilen Internets. Die größte Nutzergruppe bilden im Allgemeinen die 20- bis 50-jährigen Konsumenten. Auch hierbei unterscheiden sich die einzelnen Studienergebnisse je nachdem, welche Altersspanne für ein Cluster verwendet wurde. Dass die über 50-jährigen Konsumenten am seltensten auf das mobile Internet zugreifen, ist intuitiv nachvollziehbar. Der VuMA 2010 zufolge besitzt in dieser Altersgruppe alleine über 40 Prozent der Befragten kein Handy - und ohne Handy ist auch kein mobiles Surfen möglich. Zudem geben lediglich 17 Prozent der über 50-jährigen an, über einen Internetzugang auf dem Mobiltelefon zu verfügen im Vergleich zu 41 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 53 Prozent der 14- bis 29-Jährigen. Diese Werte deuten darauf hin, dass ältere Konsumenten auch nicht die technischen Voraussetzungen auf ihrem Handy besitzen, die ihnen einen leichten Zugang ins Internet ermöglichen. Zudem adaptieren ältere Konsumenten neue Technologien langsamer und über einen längeren Zeitraum hinweg und sind selten bereit, auf ein neues Gerät zu wechseln. Entsprechend befinden sich unter den Befragten der Mobile Web Watch 2009 Studie lediglich 12 Prozent der mobilen Silver-Surfer während jeder fünfte in der Altersklasse der 20- bis 49-jährigen Konsumenten angibt, mit dem Mobiltelefon ins Internet zu gehen.
Auch ist davon auszugehen, dass sich die Nutzer nach ihrem Einkommen unterscheiden. Trotz sinkender Kosten in den vergangen Jahren und der zunehmenden Anzahl an Flatrate-Angeboten sind die Kosten bei der Internetnutzung ein entscheidender Faktor. Daher ist davon auszugehen, dass Konsumenten mit einem höheren Einkommen häufiger im mobilen Internet surfen als Nutzer mit einem niedrigen Einkommen, weil bei ihnen der Kostenfaktor nicht stark ins Gewicht fällt.
Wie oft surfen private Nutzer im mobilen Internet?
Neben der steigenden Anzahl an mobilen Internetnutzern, die das mobile Internet für sich entdeckt haben, nutzen die Verbraucher mobile Internetangebote auch immer häufiger. So surft laut der Mobile Web Watch 2009 Studie jeder dritte Nutzer mit seinem Handy mindestens einmal täglich im mobilen Web. Während im Jahr 2008 lediglich 11 Prozent der mobilen Internetnutzer mehrmals täglich Onlinedienste in Anspruch genommen haben, verdoppelte sich der Anteil der Heavy-User für das Jahr 2009 auf 21 Prozent. Der Zuwachs geht einerseits auf eine höhere Anzahl an Menschen zurück, die im Jahr 2009 das mobile Internet genutzt haben (18 Prozent im Jahr 2009 vs. 13 Prozent im Jahr 2008).
Andererseits verändern sich auch Nutzungsgewohnheiten, sodass Konsumenten statt öfter pro Woche nun mehrmals täglich mobil online sind. Trotz einer insgesamt häufigeren Nutzung der mobilen Internet-Anwendungen geben 34 Prozent der mobilen Nutzer an, Online-Angebote immer noch eher selten oder nur in Ausnahmefällen aufzurufen (36 Prozent im Jahr 2008). Somit haben jene, die das mobile Web ohnehin wöchentlich oder öfter genutzt haben, ihre Nutzung intensiviert während die Gelegenheitsnutzer auch weiterhin eher selten mit ihrem mobilen Endgerät im Internet surfen.
Quelle: Mobile Web Watch 2009
Auch die Art des mobilen Endgerätes beeinflusst, wie oft mobile Onlinedienste genutzt werden. So surfen nach Angaben der 28. W3B-Umfrage Smartphone-Besitzer häufiger im mobilen Internet als die Besitzer anderer Internetfähiger Mobiltelefone. Insgesamt greifen von den Internet-Nutzern, die ein Smartphone besitzen, 83 Prozent auf mobile Internetanwendungen zu, während es bei den Besitzern anderer Internethandys lediglich 59 Prozent sind. Ein Drittel der Smartphone-Nutzer sind täglich online im Vergleich zu knapp 18 Prozent der Besitzer anderer internetfähiger Handys. Auch wöchentlich nutzen fast doppelt viele Smartphone-Besitzer das mobile Internet (24 Prozent) als die Besitzer anderer internettauglicher Mobiltelefone (13 Prozent).
Dieses Verhalten wird begünstigt durch die Tatsache, dass Smartphones mit ihren großen Displays und einer intuitiven Benutzerführung geradezu auf die mobile Internetnutzung ausgerichtet sind. Zudem werden sie meist in Verbindung mit einer Flatrate angeboten, sodass keine Kosten pro Nutzungseinheit entstehen sondern nur ein pauschaler Betrag gezahlt wird. Dies motiviert die Besitzer, das Gerät auch öfter zu nutzen, ohne sich über zusätzlich anfallende Kosten zu sorgen. Durch ihren häufigen Aufenthalt im mobilen Internet stellen die Smartphone-Nutzer eine wichtige Zielgruppe für Angebote und Dienstleistungen des M-Commerce dar. Deshalb ist es für Unternehmen besonders wichtig zu wissen, inwieweit sich Smartphone-Besitzer von den klassischen Handybesitzern unterscheiden, damit sie beide Zielgruppen optimal ansprechen können. Der Beitrag "Status Quo zur Verbreitung und Nutzung von Smartphones" gibt Einblicke in das Konsumentenverhalten der Smartphone-Besitzer.
Fazit
Die wachsenden Nutzerzahlen beim mobilen Internet und die Bereitschaft, mobile Internetangebote auch in Zukunft zu nutzen, deuten auf eine künftigen Etablierung mobiler Endgeräte wie Handys oder Smartphones als eine flexible Alternative zum stationären Internetzugang. Trotz dieser Entwicklung wird es auch weiterhin eine bestimmte Anzahl an Nutzern geben, die auch künftig kein Interesse daran haben werden, über ihr Mobiltelefon im Internet zu surfen.
Die mobilen Internetnutzer unterscheiden sich nach Alter, Geschlecht und Einkommen. Am häufigsten sind junge Männer zwischen 30 und 40 Jahren im mobilen Internet anzutreffen, die nicht besonders empfindlich gegenüber den Nutzungskosten sind. Mit zunehmender Bekanntheit und Verbreitung des mobilen Webs ist jedoch davon auszugehen, dass auch weibliche Nutzer öfter mobil surfen werden. Insbesondere die Möglichkeit, jederzeit und von überall auf soziale Netzwerke wie z.B. Facebook zuzugreifen, stellt für die weiblichen Konsumenten einen Anreiz dar.
Insgesamt hat die tägliche Nutzung des mobilen Internets im Jahr 2009 zugenommen. Begünstigt durch lukrative Datentarife und Flatrates sowie eine Benutzeroberfläche für unkompliziertes mobiles Surfen greifen Smartphone-Besitzer besonders häufig auf mobile Internetangebote zurück. Dadurch werden sie zu einer zukünftigen relevanten Zielgruppe für den M-Commerce.
In der nächsten Folge wird es darum gehen, mit welchen mobilen Endgeräten und von welchen Orten aus die Konsumenten ins Internet gehen.
Quellen
- Accenture (2009): Mobile Web Watch 2009. Das mobile Internet erreicht den Massenmarkt. Online verfügbar unter http://www.accenture.com/NR/rdonlyres/F928EA14-BCB2-4C5D-AAD6-EE038C972495/0/Accenture_MobWebWatch2009_Studie.pdf, Zugriff am 02.03.2010
- Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V (BITCOM): Etwa jeder vierte Internetnutzer surft mobil. Online verfügbar unter http://www.bitkom.org/63164_63160.aspx, Zugriff am 02.03.2010
- Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (2009): Pressemitteilung BVDW sieht starkes Wachstumspotenzial des mobilen Internets in Deutschland. Online verfügbar unter http://www.bvdw.org/presse/news.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=2943&cHash=62b38115ae, Zugriff am 06.04.2010
- Fittkaus & Maaß Consulting GmbH (2009):Mobiles Internet nicht attraktiv genug? Hohe Kosten und mangelnder Komfort schrecken ab. Online verfügbar unter http://www.w3b.org/nutzungsverhalten/mobiles-internet-nicht-attraktiv-genug.html, Zugriff am 06.04.2010
- Verbrauchs-und Medienanalyse (2010),Online verfügbar unter http://www.vuma.de/de/die-studie.html, Zugriff 12.04.2010
Folge eins aus der Reihe "Der Konsument im mobilen Internet" hat bereits erste Einblicke in die Nutzung von mobilen Endgeräten durch den privaten Anwender gegeben. In diesem Teil geht es nun um die Fragen, wie die mobilen Surfer ins Netz kommen und wo sie am liebsten online gehen.
Wie greifen mobile Nutzer auf das Internet zu?
Mittlerweile existiert eine weite Bandbreite an mobilen Geräten, die es dem privaten Nutzer erlauben, jederzeit und überall online zu gehen und auf mobile Anwendungen zuzugreifen. Sie reicht von kompakten mobilen Endgeräten wie Handys, Smartphone oder PDAs über Tablet-PCs wie das neue iPad bis hin zu den klassischen Kanälen wie beispielsweise Laptops oder Netbooks in Verbindung mit WLAN, USB-Surfsticks oder UMTS-Datenkarten. Und Konsumenten nutzen auch diese Möglichkeiten!
Nach den Angaben einer Umfrage durch das Marktforschungsinstitut Aris im Auftrag des BITCOM verwenden 20 Prozent der Befragten Laptops oder Netbooks für den mobilen Internetzugang während 10 Prozent der Befragten das Handy zum mobilen Surfen nutzen. Bei den restlichen Befragten ist davon auszugehen, dass sie unterwegs keine mobilen Onlinedienste nutzen.
Der Mobile Web Watch 2009 Studie zufolge sind Mobiltelefon und Laptop die beliebtesten Kombination für den mobilen Internetzugang. So greifen insgesamt 44 Prozent der mobilen Internetnutzer auf den Laptop mit WLAN zurück, wenn sie außerhalb von Zuhause oder des Arbeitsplatzes im Internet surfen. 16 Prozent der mobilen Nutzer gehen mit der Kombination von Laptop und Handy online, wenn sie unterwegs sind und 37 Prozent nutzen außer ihrem Mobiltelefon keine weiteren Kanäle für den mobilen Internetzugang.
Auch an dieser Stelle muss in Erinnerung gerufen werden, dass die meisten Menschen nicht ins Internet gehen, wenn sie unterwegs sind. Die Zahlen lassen jedoch den Schluss zu, dass Laptops und Netbooks eher von Business-Nutzern verwendet werden sowie von jenen "Freizeit-Surfern", die bewusst ihr Notebook mitnehmen mit dem Ziel, sich beispielsweise in ein Café oder in den Park zu setzten und damit im Internet zu surfen. Grundlos würde jedoch kein privater Nutzer einen Laptop mit sich herumtragen, alleine schon wegen seines Gewichts und der Größe.
Bei den kleineren und leichteren Mobiltelefonen und Smartphones verhält es sich jedoch anders. Sie begleiten ihren Besitzer nahezu ständig und überall hin. Somit kommen Mobiltelefone und Smartphones eher spontan und ad hoc zum mobilen Einsatz im Web, wenn der Besitzer z.B. schnell mal Preise vergleichen will, Verkehrsinformationen braucht oder die Wartezeit zur Unterhaltung nutzt.
Die hohe Nutzerquote des WLAN legt die Vermutung nahe, dass dieses Ergebnis mit der insbesondere in Großstädten und Ballungsgebieten weiten Verbreitung von WLAN-Hotspots zusammenhängt. Zudem besteht der Trend, dass immer mehr Cafés und Gaststätten ihren Kunden eine kostenlose Nutzung der WLAN-Hotspots als besondere Serviceleistung anbieten.
Die Kombination von Laptop und Surfsticks bzw. UMTS-Datenkarten findet im Vergleich zu WLAN eine insgesamt recht geringe Verbreitung mit jeweils 13 Prozent bzw. 12 Prozent unter den mobilen Internetnutzern. Die Datenkarten und Surfsticks bieten dem Besitzer zwar Unabhängigkeit vom WLAN-Netz und somit auch die Möglichkeit, wirklich überall online zu gehen, allerdings müssen sie erst zusätzlich gekauft werden und auch für die Nutzung fallen Gebühren an im Gegensatz zu einigen kostenlosen WLAN-Hotspots an öffentlichen Orten.
Der Kostenfaktor könnte ein Grund dafür sein, weshalb die Surfsticks und besonders die UMTS-Datenkarten jedoch in der allgemein weniger preissensitiven Altersgruppe der mobilen Nutzer ab 40 Jahren wiederum an Bedeutung gewinnen, während insbesondere die UMTS-Datenkarten in der Altersgruppe bis 40 Jahre seltener genutzt werden als im Gesamtdurchschnitt.
Wie schon bei der Anzahl der mobilen Nutzer unterscheiden sich die Geschlechter auch im Nutzungsverhalten. So verwenden einer BITCOM Umfrage zufolge ein Viertel der Männer unterwegs einen Laptop oder ein Netbook für den mobilen Internetzugang im Vergleich zu 15 Prozent der Frauen. Im Ausgleich dazu nutzen weiblichen Anwender mit 11 Prozent häufiger das Smartphone für den mobilen Webzugang verglichen mit 9 Prozent der Männer.
An welchen Orten wird das mobile Internet genutzt?
Die Orte, an denen Mobiltelefonbesitzer zu ihren Endgeräten greifen, um mobil in Internet zu gehen sind unterschiedlich. Doch auch sie haben in den letzten Jahren einen Wandel erfahren. Diese Entwicklung spiegelt sich in unterschiedlichen Daten wider, wie z.B. in den Ergebnissen der Mobile Web Watch 2009 Studie. Während das mobile Internet im Jahr 2008 noch vorwiegend unterwegs oder auf Reisen genutzt wurde, erlebte es im Jahr 2009 eine Verlagerung in die eigenen vier Wände. So stieg die Verwendung von Mobiltelefonen für den Internetzugang von Zuhause aus von 41 Prozent im Jahr 2008 auf 62 Prozent im Jahr 2009 und etabliert damit das eigene Heim als den Ort, an dem am häufigsten im mobilen Internet gesurft wird. Das liegt nicht etwa an mangelnden PCs, denn nach Angaben des BITCOM verfügen über 80 Prozent der deutschen Haushalte über einen stationären Computer.
Quelle: Mobile Web Watch 2009
Der Hauptgrund liegt in der Bequemlichkeit. Wer nur mal schnell etwas nachschauen will, hat nicht immer Lust, aufzustehen und den PC hochzufahren. Das Handy hingegen liegt meist griffbereit und viele für das mobile Web optimierte Seiten erlauben einen schnellen Zugriff.
Dieser Trend spiegelt sich auch in den stagnierenden Verkaufszahlen stationärer PCs wider. So wurde dem BITCOM zufolge der Computer-Absatz von 13.1 Millionen Stück im Jahr 2009 hauptsächlich von Notebooks und Netbooks generiert. Diese bilden zusammen zwei Drittel des PC-Marktes während der Anteil stationäre PCs in den letzten Jahren von seiner Quasi-Monopolstellung auf ein Drittel zurückgeschrumpft ist. Insbesondere Netbooks sind auf die mobile Nutzung ausgerichtet und werden meist als Zweitgerät zu einem stationären PC oder Laptop gekauft.
An zweiter Stelle als Nutzungsorte für das mobile Surfen rangieren die öffentlichen und privaten Verkehrsmittel wie Bahn, Flughafen oder Auto mit 55 Prozent der mobilen Internetnutzer. Zudem greifen Handynutzer gerne in ihrem sozialen Umfeld (45 Prozent), am Arbeitsplatz (44 Prozent) und im Urlaub (38 Prozent) auf das mobile Internet zurück. Diese Zahlen deuten darauf, dass sich in den Einstellungen der Besitzer zu ihren Mobiltelefonen ein Wandel vollzieht.
Die Nutzer von Handys und insbesondere Smartphones betrachten ihre Geräte zusehends als einen Teil ihres Lebens und den omnipräsenten Zugang zu Informationen oder gewünschten Inhalten als selbstverständlich. Nicht nur, dass sie mit ihrem Mobiltelefon ins Internet gehen, um Wartezeiten am Flughafen oder Reisezeiten in der Bahn zu überbrücken. Wer bei Freunden oder am Arbeitsplatz surft, integriert das Mobiltelefon in seinen Alltag und geht seinem Bedürfnis nach, jederzeit und überall mit einer Selbstverständlichkeit auf den gewünschten Inhalt zugreifen zu können. Und scheinbar wird dieses Verhalten auch sozial akzeptiert.
Insbesondere für Unternehmen eröffnet sich durch diese Entwicklung die Chance, potenzielle Kunden durch mobile Online-Werbung jederzeit in seinen eigenen vier Wänden anzusprechen. Diese Möglichkeit war bisher lediglich der verhältnismäßig teuren Fernsehwerbung und dem stationären Computer mit Internetzugang vorbehalten. Doch während TV-Werbung Kunden eher nach dem Gießkannen-Prinzip anspricht und der heimische PC von mehreren Benutzern genutzt wird, hat das Handy oder Smartphone in der Regel nur einen Besitzer und ermöglicht dadurch auch kleineren Unternehmen eine zielgenaue und personalisierte Kundenansprache, die auf die Interessen des jeweiligen Nutzers zugeschnitten ist.
Durch das mobile Surfen im sozialen Umfeld ergibt sich für Unternehmen eine weitere Möglichkeit, auch Social Marketing für sich zu nutzen. Interessante und unterhaltende Werbeinhalte haben eine gute Chance, den anwesenden Freunden oder Bekannten gezeigt zu werden. Somit weckt der Werbeinhalt nicht nur die Aufmerksamkeit einer Person sondern auch ihrer sozialen Gruppe für ein entsprechendes Produkt, eine Dienstleistung oder die Marke. Obwohl das Mobiltelefon ein höchst persönliches Gerät ist, eignet es sich zeitgleich als Multiplikator im Social Marketing.
Fazit
Für den Onlinezugang unterwegs sind besonders Laptops oder Netbooks beliebt. Jedoch finden auch Mobiltelefone immer häufiger einen Einsatz, was nicht zuletzt durch die Verbreitung einer neuen Generation von Smartphones mit intuitiver Benutzerführung beflügelt wird. Für Unternehmen vor Ort bietet die WLAN-Technologie die Möglichkeit, über das Angebot eines kostenlosen Internetzugangs via Hotspot potenzielle Kunden auf die eigenen Produkte aufmerksam zu machen.
Die Entwicklung zeigt, dass private Nutzer das Mobiltelefon als eine schnelle und bequeme Alternative zum heimischen PC ansehen, das für den Internetzugang flexibel eingesetzt werden kann. Mobile Endgeräte werden zunehmend zum festen Bestandteil des Alltags, woraus sich für Unternehmen die Chance ergibt, neben den potenzielle Kunden auch ihre Freunde persönlich und ohne große Streuverluste anzusprechen.
In der nächsten Folge wird es um die Frage gehen, auf welche Inhalte die Nutzer des mobilen Internets am liebsten zugreifen und welche Online-Anwendungen sie sich für die Zukunft wünschen.
Quellen
- Accenture (2009): Mobile Web Watch 2009. Das mobile Internet erreicht den Massenmarkt. Online verfügbar unter http://www.accenture.com/NR/rdonlyres/F928EA14-BCB2-4C5D-AAD6-EE038C972495/0/Accenture_MobWebWatch2009_Studie.pdf, Zugriff am 02.03.2010
- Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V (BITCOM): Computerausstattung in Haushalten, Online verfügbar unter http://www.bitkom.org/de/markt_statistik/46261_38547.aspx, Zugriff: 27.04.2010
- Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V (BITCOM): Etwa jeder vierte Internetnutzer surft mobil. Online verfügbar unter http://www.bitkom.org/63164_63160.aspx, Zugriff: 02.03.2010
- Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V (BITCOM): PC-Verkäufe legen trotz der Krise kräftig zu, Online verfügbar unter http://www.bitkom.org/de/presse/62013_61371.aspx, Zugriff: 27.04.2010
Die dritte Folge aus der Reihe "Der Konsument im mobilen Internet" beschäftigt sich mit den Inhalten, die private Surfer nutzen, wenn sie mit ihrem Mobiltelefon ins Web gehen und ihren Wünschen für die zukünftige Nutzung des mobilen Internets.
Der Mehrwert ist entscheidend
Unter den mobilen Internetnutzern erfreuen sich insbesondere jene Internetanwendungen und Inhalte einer großen Beliebtheit, die einen klaren Mehrwert für unterwegs bieten und sofort einen spontanen Informationsbedarf decken können. Zu solchen Diensten zählen beispielsweise Location-Based-Services wie Wetterinformationen und Navigationssysteme aber insbesondere auch Kommunikationsdienste wie E-Mail und aktuelle Nachrichten.
Am häufigsten werden E-Mail-Dienste mobil genutzt. So geben 79 Prozent aller Nutzer des mobilen Internets an, mit ihren Mobiltelefonen E-Mails online abzurufen. Auf ähnliche Werte kommt auch die Mobile Web Watch 2010 Studie, der zufolge über 80 Prozent der Befragten ihr Handy für E-Mail-Dienste nutzen. Knapp die Hälfte der Nutzer verwendet dabei ein Mailprogramm während 37 Prozent über eine Website auf die E-Mails zugreift. Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich am ursprünglichen Zweck des Mobiltelefons kaum etwas geändert hat, denn auch im mobilen Web werden Handys hauptsächlich zur Kommunikation und Pflege sozialer Kontakte verwendet.
Insbesondere soziale Netzwerke wie Facebook, XING oder StudiVZ haben im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr eine intensivere Nutzung erfahren und erfreuen sich einer hohen Beliebtheit. Insgesamt greifen 23 Prozent der Befragten auf soziale Netzwerke zu. Unter den 14- bis 29-Jährigen ist der Nutzeranteil jedoch mehr als doppelt so hoch.
Auch Twittern und Bloggen über das Mobiltelefon stehen bei den 14- bis 29-jährigen Benutzern hoch im Trend, während diese Kommunikationsform kaum von der älteren Generation genutzt wird. Ein Grund mag darin liegen, dass jüngere Nutzer eher mit solchen neuen und interaktiven Kommunikationsmitteln vertraut sind und über einen weiteren sozialen Kreis verfügen, indem Twittern und Bloggen genutzt wird. Denn Twittern macht nur Spaß, wenn auch Rektionen auf den eigenen Beitrag gezeigt werden.
Genutzte Inhalte im mobilen Internet
Mobile Nutzer sind gerne gut informiert
Informationsdienste wie Nachrichten, Wetter- und Verkehrsinformationen sind ebenfalls ein beliebter Inhalt und werden von 73 Prozent der mobilen Handy-Nutzer aufgerufen. So greifen 43 Prozent der mobilen Internetsurfer auf Wetterinformationen zu während über ein Drittel der privaten Nutzer Nachrichten online auf ihrem Mobiltelefon lesen. Auch organisatorische Informationen wie Fahrpläne oder Verkehrsinformationen sind beliebte Inhalte und werden von jedem vierten mobilen Handysurfer aufgerufen.
Der zeitnahe Informationsbedarf spielt auch beim Einkaufen eine wichtige Rolle. So informieren sich Shopper im Geschäft gerne mobil über Produkte, hauptsächlich wenn sie die Information zeitnah benötigen (80 Prozent) oder z. B. unterwegs sind und gerade auf keine anderen Medien zugreifen können. Die Hälfte der mobilen Handy-Nutzer vergleicht das Preis/Leistungs-Verhältnis von Produkten vor Ort im stationären Handel mit den Internetangeboten.
Fast jeder dritte mobile Surfer nutzt Shopping-Dienste
Dabei steht insbesondere der zeitliche Aspekt im Vordergrund. So würden laut digital media center über 60 Prozent der Befragten Produkte bevorzugt mobil als stationär kaufen, wenn die Handy-Nutzer ein zeitlich begrenztes Schnäppchen machen wollen, wie z.B. bei Ebay-Auktionen oder wenn sie mit dem mobilen Einkauf Zeit sparen können.
Auch Geld spielt eine Rolle, denn 57 Prozent würden ein Produkt mobil kaufen, wenn das Angebot günstiger ist als im stationären Handel oder im Internet.
Zudem profitieren Versandhändler vom mobilen Shopping, wenn sie zuvor einen positiven Eindruck beim Konsumenten hinterlassen haben: Knapp 55 Prozent der Befragten würden mobil einkaufen, wenn sie bereits gute Erfahrungen mit dem Distanzhändler hatten. Mobiltelefone werden somit eher tendenziell für spontane Kaufentscheidungen genutzt, wenn der Informationsbedarf nicht sehr hoch ist, während sich stationäre Computer eher für komplexere Kaufentscheidungen eignen, die mit einer längeren und umfassenden Vorbereitung verbunden sind.
Diese Zahlen unterstreichen die wachsende Bedeutung des mobilen Webs für die kurzfristige und ortsabhängige Beschaffung von Informationen. Besonders im Bereich der Location-Based-Services ist es daher besonders für lokale Unternehmen empfehlenswert, zu prüfen, welche spontanen und sinnvollen Informationen und Dienstleistungen sie ihren potenziellen Kunden bieten können. Beispielsweise können Reisebüros oder Ticketshops ihren Kunden die Option anbieten, unterwegs kurzfristig Tickets zu buchen und diese dann in der nächst gelegenen Filiale abzuholen.
Entertainment steigt
Während Unterhaltungsdienste wie Online-Spiele oder Video- und Musikdownloads aufgrund der meist lange Ladezeiten und eingeschränkten Darstellung auf den kleinen Displays von Mobiltelefonen in den letzten Jahren eine eher untergeordnete Rolle bei den Handy-Nutzern gespielt haben, werden im Jahr 2010 Entertainmentinhalte zunehmend mobil konsumiert. Damit stehen sie auf Platz drei der beliebtesten Internetanwendungen für unterwegs und werden laut digital media center von 53 Prozent aller Befragten genutzt. Die größte Steigerung haben dabei Videoportale und Videos-Downloads erfahren, welche von 22 Prozent der Befragten genutzt werden.
Auch Musik wird besonders in Deutschland gerne und zunehmend auf das Handy heruntergeladen. So wurden MobiLens zufolge im März 2010 mit 1,04 Millionen doppelt so viele Musiktitel wie im März 2009 mobil heruntergeladen. Damit bilden die mobilen Nutzer einen Anteil von 8 Prozent an den Musikdownloads. Obwohl Klingeltöne im Vergleich zum Jahr 2009 in der Beliebtheitsskala auf 13 Prozent gesunken sind, werden sie weiterhin lieber mobil als aus dem stationären Web heruntergeladen.
Wachstumspotenzial besteht noch bei der Nutzung von Online-Spielen, welche im Jahr 2010 einen leichten Anstieg auf 10 Prozent erfahren haben. Wie beim Konsum von TV-Programmen (9 Prozent) sind die Gründe für die bisher recht spärliche Nutzung in der Übertragungsgeschwindigkeit und in der besseren Darstellung am Computer zu suchen.
Bisher konsumiert die Mehrheit der mobilen Surfer Entertainmentinhalte wie Youtube-Videos oder Online-Spiele grundsätzlich lieber am heimischen PC oder Laptop als auf ihrem Mobilfunkgerät. Besonders bei Online-Spielen oder TV-Programmen ziehen mobile Nutzer es vor, den Entertainmentinhalt auf ihr Handy oder Smartphone zu laden und am Stück ohne Verzögerungen und Ruckeln anzuschauen oder zu spielen, statt sich online über langsame Ladegeschwindigkeiten zu ärgern. Somit ist zu erwarten, dass der Online-Konsum mobiler Entertainment-Inhalte mit der Einführung des Mobilfunkstandards 4Gin Zukunft ansteigen wird.
Mobile Nutzer navigieren mit ihrem Handy
Geokoordinaten-Dienste wie Navigationssysteme oder mobile Karten hingegen werden lieber auf dem Handy als auf dem Computer genutzt. Dieses Ergebnis ist nicht verwunderlich, denn ihren höchsten Nutzwert entfalten diese Location-Based-Services unterwegs.
So haben in Deutschland Comscore zufolge 3,87 Millionen Menschen zwischen November 2009 und Februar 2010 auf Navigationsdienste und mobile Karten (Mobile Mapping) zugegriffen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 79 Prozent. Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland somit auf Platz 3 hinter Großbritannien mit 5,7 Millionen und Italien mit 4,9 Millionen Nutzern der mobilen Navigation.
Dabei befanden sich zwei Drittel der Befragten im Auto oder in anderen Fahrzeugen, was auf eine steigende Etablierung des Handys neben dem klassischen Navigationsgerät deutet. 35 Prozent der befragten Handy-Besitzer nutzten die Kartendienste von öffentlichen Verkehrsmitteln aus und 27 Prozent waren zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs.
Beflügelt wird der Trend durch zunehmende Verbreitung GPS-fähiger Handys und Smartphones. Aber auch ohne GPS ist es über den mobilen Dienst von Google Maps möglich, den ungefähren Aufenthaltsort auf der Karte auf wenige hundert Meter zu bestimmen. Zudem steht den Nutzern mobiler Navigation kostengünstiges Kartenmaterial zur Verfügung, mit dem sie ihr GPS-Handy zu einem Navigationsgerät aufrüsten können, ohne in die "Hardware" eines klassischen Navigationsgerätes zu investieren. Auch in der Im Focus 07 Ad-hoc-Studie (2009) von digital media center sind Wegbeschreibungen beliebte Inhalte, die von 37 Prozent der mobilen Internetsurfer abgerufen werden.
Somit wird wieder einmal deutlich, dass die Nutzung des mobilen Webs einen fühlbaren Mehrwert aufweisen muss, damit Inhalte über das Mobilfunkgerät konsumiert werden und nicht am heimischen PC.
Welchen Inhalt wünscht sich der mobile Nutzer für die Zukunft?
Auch die zukünftigen mobilen Anwendungen müssen einen zusätzlichen Wert für die Handy-Nutzer aufweisen, damit sie genutzt werden. So erachten im Jahr 2010 verglichen mit dem Vorjahr deutlich weniger Konsumenten die neuen und zukünftigen mobilen Angebote für sinnvoll.
Nach wie vor spielen auch zukünftig Location-Based-Services für die Nutzer eine wichtige Rolle, allerdings müssen sie ihren Mehrwert für den Kunden deutlicher herausstellen und kommunizieren. So können sich 62 Prozent der mobilen Internetnutzer vorstellen, in naher Zukunft das Handy als Navigationsgerät im Auto zu verwenden - im Vorjahr waren es noch laut Mobile Web Watch Studie 2010 über drei Viertel der Befragten. Auch die Begeisterung für die zukünftige Anzeige von Points-of-Interests, wie z.B. Gaststätten, Geschäfte oder Sehenswürdigkeiten, ist zwar auf 45 Prozent gesunken, gehört jedoch weiterhin zu den nützlichsten Anwendungen für Konsumenten. Auch in Zukunft wollen Handy-Nutzer Informationsprogramme nutzen und mit ihrem Mobiltelefon bezahlen wie mit einer Geld- oder Kreditkarte.

Trotz der Zurückhaltung gegenüber dem Jahr 2009 wird deutlich, dass die Vorzüge der Location-Based-Services anerkannt werden und die Handy-Besitzer ihre Geräte weiterhin besonders für ortsabhängige Dienste und Informationen wie Navigation oder Zahlungsmittel nutzen. Inhalte hingegen, die sich gleich gut am stationären PC nutzen lassen, werden als nicht sehr sinnvoll für die mobile Verwendung erachtet. Die mobile Nutzung muss somit einen klaren Mehrwert bieten.
Über die Gründe der Zurückhaltung im Jahr 2010 lässt sich nur mutmaßen. So ist es möglich, dass im Vergleich zum Jahr 2009 mittlerweile mehr Menschen einige der Dienste bereits ausprobiert und dadurch einen realistischen Eindruck von ihrem Nutzen gewonnen haben während bei der Umfrage im Jahr 2009 die Befragten sich wohl sehr erwartungsfroh gezeigt haben ohne die Anwendungen vorher genutzt zu haben. Somit hat sich das Bild im Jahr 2010 zugunsten einer realistischen Einschätzung seitens der Konsumenten verschoben.
Diese Vermutung wird unterstützt von der Tatsache, dass die Hälfte der Befragten, die ihr Mobiltelefon als Navigationsgerät im Auto nutzen, auch weiterhin ein separates Navigationsgerät verwenden und nur 7 Prozent nutzen das Gerät nicht mehr, seit dem sie mit dem Handy navigieren. Damit zeigen die Nutzer, dass sie mit den Vor- und Nachteilen beider Geräte vertraut sind und sie bei unterschiedlichen Gelegenheiten einsetzen.
Aus diesen Gründen ist es für Unternehmen wichtig, ihre angebotenen Dienste mit nützlichen und sinnvollen Inhalten zu füllen, wenn sie wollen, dass diese von den Konsumenten genutzt werden. Denn Handy-Nutzer werden sich unterwegs nur Gaststätten und Geschäfte anzeigen lassen, wenn genug relevante Points-of-Interest in ihrer Nähe eingetragen sind und sie auch interessante Informationen bieten wie z. B. Mittagsmenüs, Sonderangebote oder über das Eintreffen einer neuen Kollektion informieren. Ebenso werden Konsumenten ihr Mobiltelefon als Zahlungsmittel einsetzen (M-Payment), wenn diese Zahlungsweise überhaupt angeboten wird und Ihnen einen Vorteil bietet sowie weder hohe Kosten noch ein zu großer Aufwand entstehen.
Mobile Nutzer wollen nicht für die Inhalte zahlen
Die Zahlungsbereitschaft für die Nutzung mobiler Dienstleistungen und Anwendungen ist ebenfalls im Vergleich zum Jahr 2009 gesunken. So lehnt knapp die Hälfte der Nutzer zusätzliche Gebühren für Onlinedienste grundsätzlich ab. Am wertvollsten erscheint den mobilen Internetanwendern die Nutzung des Handys als Navigationsgerät im Auto, sodass 21 Prozent bereit wären, einen Beitrag zu entrichten. Für die Nutzung des Mobiltelefons als Zahlungsmittel würden 9 Prozent eine zusätzliche Gebühr akzeptieren.
Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass private Nutzer mobiler Anwendungen nur bereit sind, zusätzliche Kosten in Kauf zu nehmen, wenn sie dafür einen Mehrwert geboten bekommen, der auch sonst nicht kostenlos zu erhalten ist (z.B. ein separates Navigationsgerät) oder eine zusätzliche Bequemlichkeit darstellt, wie z. B. das Bezahlen per Handy.
Fazit
Mobiltelefone werden auch im mobilen Internet hauptsächlich für die Kommunikation genutzt. Zu den beliebtesten Inhalten zählen mobile Anwendungen, die einen sofortigen und ortsabhängigen Mehrwert bieten, wie z. B. Informationsdienste, Mobile Maps, Navigationssysteme, mobiles Einkaufen von Tickets und Waren sowie Produktvergleiche im Geschäft. Hierbei bietet sich für Unternehmen die Chance, potenzielle Kunden durch das Angebot sinnvoller Location-Based-Services zu gewinnen. Auch Unterhaltungsdienste werden zunehmend mobil konsumiert, allerdings besteht noch Wachstumspotenzial, das es zu nutzen gilt.
In Zukunft wollen mobile Internet-Nutzer weiterhin nur Anwendungen und Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die ihnen einen mobilen Mehrwert bieten, wie z. B. Location-Based-Services. Dabei sollten die Dienste möglichst kostenfrei für die Benutzer sein, da wenn überhaupt nur für nützliche Funktionen wie Navigation oder M-Payment eine Zahlungsbereitschaft bestehen.
In der vierten und letzten Folge der Reihe wird es um die Sicherheitsbedenken der mobilen Nutzen gehen sowie um die Frage, was Konsumenten bisher davon abhält, das mobile Internet zu nutzen.
Quellen
- Accenture (2010): Mobile Web Watch 2010. Durchbruch auf Raten - mobiles Internet im deutschsprachigen Raum. Online verfügbar unter http://www.accenture.com/NR/rdonlyres/1DDC7A71-5693-446F-82EB-F57F5DDA1210/0/Accenture_Mobile_Web_Watch_2010.pdf, Zugriff am 12.06.2010
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- Der Handel (2010): Smartphones könnten PCs beim Onlineshopping überrunden. Online verfügbar unter http://www.derhandel.de/news/technik/pages/Smartphones-koennten-PCs-beim-Onlineshopping-ueberrunden_6148.html, Zugriff 12.05.2010
In der letzten Folge der vierteiligen Reihe „Der Konsument im mobilen Internet - Verhalten und Einstellungen privater Nutzer im mobilen Web" dreht sich alles um die Sicherheit im mobilen Internet und damit auch um die Frage, was den überwiegenden Teil der Handy-Besitzer gegenwärtig davon abhält, mit ihrem Mobiltelefon im Internet zu surfen.
Welche Sicherheitsbedenken haben private Nutzer im mobilen Internet?
Wer sich schon einmal auf den Seiten von Facebook, StudiVZ, Twitter oder LinkedIn umgesehen hat, wird feststellen, dass private Nutzer einen recht freizügigen Umgang mit ihren persönlichen Daten im Internet pflegen. Dieses Verhalten hat mit der stetigen Verbreitung von sozialen Netzwerken zugenommen und immer mehr Internetnutzer sind bereit, ihre Interessen, Vorlieben und Tagesaktivitäten recht freizügig im World Wide Web offenzulegen. Von der Wunschliste auf Amazon über Fotos aus dem letzten Urlaub bis hin zu aktuellen Gemütszuständen werden Inhalte munter gepostet, getwittert oder gebloggt - und immer mehr Konsumenten tun dies auch über ihr Mobiltelefon.
Eine von Comscore durchgeführte Umfrage US-amerikanischer Handynutzer hat ergeben, dass im Januar 2010 über 11 Prozent der Befragten über ihr Handy auf soziale Netzwerke zugegriffen haben. Unter den Smartphone-Nutzern ist es gar knapp jeder Dritte. Zu den beliebtesten Seiten zählen dabei an erster Stelle Facebook mit über 25 Millionen Zugriffen im Januar 2010, MySpace wurde von 11,4 Millionen mobilen Nutzern besucht und 4,7 Millionen Handynutzer haben auf Twitter gezwitschert.
Paradoxerweise läuft parallel zu dieser Entwicklung eine hitzige Datenschutzdebatte, denn auch wenn reichlich Inhalt veröffentlich wird, die Kontrolle über ihre Daten wollen die Konsumenten nicht aus der Hand geben. Wie der kürzlich zurückliegende Datenschutzskandal von Facebook zeigt, wächst der öffentliche Druck für einen transparenten und für den Verbraucher leicht verständlichen Datenschutz. Ebenfalls fraglich ist die Weitergabe von kundenspezifischen Informationen an Werbepartner im Fall von Facebook oder das Sammeln von Positionsdaten, um sie an Anbieter ortsabhängiger Dienste weiterzugeben, wie es Apple jüngst vorgeworfen wurde. Eine einheitliche Verfahrensweise ist folglich noch nicht gefunden, auch wenn die meisten Unternehmen aus Angst vor einem Imageschaden einlenken und schließlich dem öffentlichen Druck der Verbraucherschützer nachgeben.
Während die einen sich über zusätzliche Funktionen freuen sind andere Nutzer über die Zu- und Eingriffe in ihre Privatsphäre entsetzt. Der technische Fortschritt spaltet die Community und stellt die Branche vor eine neue Herausforderung. Wie hoch darf der „Preis" für die neuen „Anwendungen" sein? Rechtfertigt ein passendes Geburtstagsgeschenk (man denke an die neue Kooperation von Amazon und Facebook) den Verzicht auf einen Teil der eigenen Privatsphäre? Die Nutzerzahlen im stationären Internet sprechen für sich, doch was ist mit dem Nutzer des mobilen Webs?
Im mobilen Internet hingegen verhalten sich private Nutzer deutlich reservierter. Hier haben die Sicherheitsbedenken im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr sogar zugenommen, wie die Ergebnisse der Mobile Web Watch 2010 Studie zeigen: So äußern 91 Prozent der Nutzer mobiler Endgeräte Sicherheitsbedenken beim Surfen mit dem Mobiltelefon. Die größten Sorgen haben die Befragten dabei vor Spionage und dem anschließenden Missbrauch von Zugangsdaten, durch den zusätzliche Kosten entstehen könnten. Ebenso hoch sind die Befürchtungen (40 Prozent), dass privater Daten wie Rufnummern oder E-Mails ausgespäht und veröffentlich werden können. Neben den sensiblen privaten Daten gilt die Sorge der Befragten ihren Geräten, denn 35 Prozent der mobilen Internetnutzer fürchten eine Beeinträchtigung ihres Mobiltelefons durch Viren und Schadprogramme. 22 Prozent der Befragten äußern die Sorge, durch diese Programme ausspioniert zu werden.
Sicherheitsbedenken von Nutzern des mobilen Internets
Die Sicherheit wird jedoch nicht in jeder Altersstufe gleich eingeschätzt, sodass die Sicherheitsbedenken mit dem Alter der Befragten steige. Mit 12 Prozent haben fast doppelt so viele Teenager (14 bis 19 Jahre) im Vergleich zu den über 50-jährigen Surfern keine Bedenken im mobilen Internet. Auch werden in den Altersstufen unterschiedliche Prioritäten gesetzt. Während die jungen Nutzer des mobilen Webs (14 bis 19 Jahre) besonders eine Beschädigung ihres Mobiltelefons durch Viren und Schadprogramme und das Ausspionieren und Veröffentlichen persönlicher Daten fürchten (jeweils 41 Prozent), spielt die Beeinträchtigung ihres mobilen Endgerätes bei den höheren Altersstufen eine geringere Rolle im Vergleich zur Sorge um Zugangsdaten und private Daten.
Im Vergleich zum Vorjahr ist nicht nur die Sensibilität der mobilen Internetnutzer für die Sicherheit gestiegen sondern auch der Wunsch nach Schutz im mobilen Web. Dabei würden sie gerne auf die bewährten Sicherheitstechniken aus dem stationären Internet zurückgreifen: So halten neun von zehn Befragten Verschlüsselungstechnologien für die Datenübertragung sowie Firewalls wie beim PC für wichtig. Auch Anti-Viren-Programme werden von über 80 Prozent der Teilnehmer als wichtig angesehen.
Diese Sicherheitslösungen für mobile Endgeräte werden bereits von verschiedenen Software-Herstellern angeboten und umfassen Firewalls sowie Schutz vor Viren, Spyware und Spam. Neben entsprechender Software ist jedoch auch ein sicherheitsbewusstes Verhalten der Nutzer gefragt. So sollten beispielsweise der Internetzugang sowie alle drahtlosen Verbindungen wie Bluetooth, Wireless LAN oder Infrarot nicht permanent aktiv sein, sondern nur dann eingeschaltet werden, wenn und solange sie benötigt werden. Zudem sollten Handynutzer darauf achten, dass sie keine Verbindungen zu unbekannten Geräten und/oder Besitzern herstellen sowie nur Inhalte vertrauenswürdiger Anbieter herunterladen. Weiter Tipps zum sicheren Umgang mit mobilen Geräten bietet die Website des Instituts für Internet-Sicherheit der Fachhochschule Gelsenkirchen.
Welche weiteren Barrieren halten private Nutzer von der Verwendung des mobilen Internets ab?
Trotz der voranschreitenden Verbreitung des mobilen Internets nutzen viele Mobiltelefon-Besitzer nicht die Angebote mobiler Anwendungen. So nutzen der Mobile Web Watch 2010 Studie zufolge bisher lediglich 17 Prozent der Deutschen das mobile Internet, was wiederum zu einem Anteil von 83 Prozent an Nicht-Nutzern führt.
Wie unterschiedliche Studien belegen spielt dabei der Kostenfaktor die größte Rolle. So haben in der Go Smart 2012 Studie von TNS Infratest und Trendbüro (2010) und in der 30. W3B Studie (2010) von Fittkau & Maass jeweils 68 Prozent der Befragten angegeben, dass sie die Nutzung des mobilen Internets für zu teuer halten. Laut einer Umfrage von Innofact im Auftrag von The Phone House (2010) geben knapp 62 Prozent der Befragten zu hohe Kosten als Grund für eine Nicht-Nutzung des mobilen Webs. In der "Im Focus 07 Studie" aus dem Jahr 2009 gaben gar 91 Prozent an, das mobile Internet aufgrund zu hoher Kosten nicht zu nutzen. Laut der Innofact Umfrage für The Phone House sind 22 Prozent (bzw. 26,6 Prozent lt. 30. W3B Umfrage) der Handy-Besitzer verunsichert über die tatsächlichen Kosten, die für mobiles surfen im Internet anfallen könnten und verzichten deshalb gleich auf eine Nutzung.
Diese Zahlen lassen den Schluss zu, dass durch das steigende Angebot günstiger Datentarife sowie die Verbreitung von Daten-Flatrates, welche der Kostenunsicherheit entgegenwirken, auch die Bereitschaft der bisherigen Nicht-Nutzer steigen wird, im mobilen Internet zu surfen. Auch für potenzielle Interessenten, die mobile Angebote bisher noch nicht genutzt haben, liegt der Hauptgrund in einer bisherigen Ablehnung in zu hohen Nutzungskosten (53 Prozent). Und auch von den bis dato internetfreudigen Smartphone-Besitzern bemängeln 41 Prozent die zu hohen Kosten für die Nutzung mobiler Internetanwendungen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass in der recht umfangreichen Gruppe der bisherigen Nicht-Nutzer ein Potenzial steckt, das in Zukunft durch Tarifvergünstigungen erschlossen und somit zu Usern des mobilen Webs umgewandelt werden kann.
Während die „sparsamen" Nicht-Nutzer durch günstige Angebote schnell zu Nutzern gemacht werden können, gestaltet sich die Neukundengewinnung bei Konsumenten, die keinen Mehrwert in der Nutzung mobiler Anwendungen sehen deutlich schwieriger. So äußerten im Jahr 2008 laut der zwei.null trends Studie 52 Prozent der Befragten weder ein Bedürfnis noch Interesse an der Nutzung des mobilen Internets. Der Innofact Umfrage im Auftrag von The Phone House zufolge sehen 36 Prozent der Befragten kein Mehrwert im mobilen Web und 30 Prozent nutzen die mobilen Internetangebote nicht, weil sie daraus keinerlei Vorteile für sich entdecken. Für diese Gruppe gilt es, mobile Inhalte und Anwendungen zu schaffen, die einen überzeugenden Mehrwert bieten und ihre Vorteile entsprechend zu kommunizieren. Der Markt befindet sich schon auf bestem Wege dorthin, wie das Angebot an über 200.000 iPhone Apps mit einem deutlich steigenden Mehrwert gegenüber dem Vorjahr zeigt.
Ausgewählte Nutzungsbarrieren des mobilen Internets
Eine weitere entscheidende Barriere besteht in dem bemängelten Nutzungskomfort, welcher mit der technischen Entwicklung der mobilen Endgeräte zusammenhängt. So nutzen knapp 47 Prozent der Befragten aus der 30. W3B Umfrage das mobile Internet nicht, weil es mit dem Mobiltelefon zu unkomfortabel ist. Über 32 Prozent dieser Befragten halten es zudem für zu langsam und auch 19 Prozent der Go Smart 2012 Studie teilen diese Ansicht. Umständliche Handhabung, Unübersichtlichkeit und eine langsame Verbindung sind im Jahr 2008 für 26 Prozent der Befragten der zwei.null trends Studie (2008) ebenfalls Gründe, das mobile Internet nicht zu nutzen. Zwischen 11 (Innofact für The Phone House) und 14 Prozent (30. W3B Befragung) befinden die Webnutzung über das Mobiltelefon für zu kompliziert. Diese Ansicht teilen ebenso 11 Prozent der interessierten Nicht-Nutzer und 37 Prozent der Smartphone-Besitzer sehen in einer zu langsamen Datenübertragung eine Nutzungsbarriere.
Trotz technischer Verbesserungen, wie durch Touchscreens oder höhere Bildschirmauflösungen, herrscht bei der technischen Ausstattung bislang Unzufriedenheit. 72 Prozent der „Im Focus 07 Befragung" des Jahre 2009 geben an, das mobile Web aufgrund einer nicht optimierten Darstellung für Handys nicht zu nutzen und knapp ebenso viele bemängeln in der gleichen Befragung die umständliche Navigation mit mobilen Web per Handytastatur. Für 40 Prozent der Nicht-Nutzer und für 43 Prozent der Smartphone-Besitzer stellt in der Go Smart 2012 Studie ein zu kleiner Bildschirm eine Nutzungsbarriere dar. Denkt man jedoch an die beinahe revolutionäre Einführung des iPhones und iPads, darf man gespannt sein, was die Hersteller sich noch ausdenken werden, um den Nutzungskomfort zu steigern. Bis alle Bedürfnisse über ein Endgerät befriedigt werden können, dürfte jedoch noch ein wenig Zeit vergehen.
Ein weiterer recht profaner Grund, der Handybesitzer vom Surfen im mobilen Internet abhält, liegt darin, dass laut der Innofact Studie für The Phone House 24 Prozent der Befragungsteilnehmer aktuell kein internetfähiges Handy besitzen. Im Jahr 2009 haben in der Im Focus 07 Studie noch 49 Prozent der Befragten diesen Grund angegeben. Auch 15 Prozent der interessierten Nicht-Nutzer können das mobile Internet bisher aufgrund ihres Mobilfunkgerätes noch nicht verwenden. Dieses Problem sollte jedoch im Laufe der Zeit mit der stetigen Verbreitung internetfähiger Handys weitgehend gelöst werden, zumal davon auszugehen ist, dass eine Vielzahl von Mobiltelefonbesitzern ihre Geräte einhergehend mit bestehenden Mobilfunkverträgen im nächsten Zwei-Jahres-Rhythmus wechseln wird.
Auch wenn Sicherheitsbedenken eine zunehmende Rolle bei den Nutzern des mobilen Internets spielen, stellen sie keinen primären Grund dar, auf das Surfen im mobilen Web zu verzichten. So geben in der Innofact Umfrage für The Phone House lediglich 9 Prozent der Befragten an, mobile Internetanwendungen aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht zu nutzen.
Stichproben:
Mobile Web Watch 2010 Studie: n = 513 bis 3.006
Go Smart 2010 Studie: n = 2.578
Innofact für The Phone House Studie (2010): n = 1.041
30. W3B Studie (2010): n = 103.396 Internet-Nutzer (Mobile-Nutzer nicht bekannt)
Im Focus 07 Studie (2009): n = 414
Zwei.null trends Studie (2008): n = über 1.000
Fazit
Die Entwicklung der letzten beiden Jahre zeigt, dass private Nutzer dem Thema „Sicherheit im mobilen Internet" im Vergleich zum Kostenfaktor und Mehrwert eine zunehmende Bedeutung beimessen. Während für letztere abnehmende Tendenzen vorliegen, steigt das Bedürfnis der Konsumenten nach Sicherheit mit der Verbreitung mobiler Anwendungen. Umso bedeutender ist deshalb die Ausarbeitung, Weiterentwicklung und Kommunikation von Sicherheitskonzepten, welche die Sicherheitsbedürfnissen des Konsumenten erfüllen und eine ungefährliche Nutzung gewährleisten. Zudem gewinnt auch die Schaffung von Aufmerksamkeit für Sicherheitslücken an Bedeutung sowie das Fördern eines sicherheitsbewussten Umgangs mit dem eigenen Mobilfunkgerät zum Schutz privater Daten und der Unversehrtheit des mobilen Endgerätes.
Die größte Barriere in der Nutzung des mobilen Internets stellen nach wie vor die Kosten dar. Um mehr Nutzer für mobile Internetdienste zu gewinnen, müsste der Kostenblock für private Mobil-Surfer gesenkt werden und lukrative Angebote wie z.B. Flatrates weiter ausgebaut werden, um auch Unsicherheiten in der Kostenfrage zu beseitigen. Sowohl die Hersteller der Endgeräte als auch die Content-Anbieter sind gefordert, die Benutzerfreundlichkeit des mobilen Webs zu erhöhen. Mobil-optimierte und übersichtlich gestaltete Webseiten, schnellere Verbindungen und für den Internetzugang angepasste Mobiltelefone werden sowohl die Zufriedenheit der bisherigen Nutzer steigern als auch bisherige Nicht-Nutzer für den mobilen Internetzugang gewinnen.
Quellen
- Accenture (2010): Mobile Web Watch 2010. Durchbruch auf Raten - mobiles Internet im deutschsprachigen Raum. Online verfügbar unter http://www.accenture.com/NR/rdonlyres/1DDC7A71-5693-446F-82EB-F57F5DDA1210/0/Accenture_Mobile_Web_Watch_2010.pdf, Zugriff 12.06.2010
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