Die Bedeutung negativer Kundenmeinungen im Web – Praxisbeispiel Kaffee Partner
Aktuelle Studien belegen, dass die Mehrheit der unter 30-Jährigen das Internet als primäres Informations- und Kommunikationsmedium betrachtet (Quelle: ACTA 2009). Vor kleinen wie auch vor größeren Anschaffungen oder Investitionen wird meist auf das Internet zurückgegriffen, sei es um grundlegende Produktinformation zu erlangen oder Erfahrungen anderer Konsumenten mit in den eigenen Entscheidungsprozess einzubeziehen. Insbesondere diese Erfahrungen finden im Raum des Web 2.0 weite Verbreitung - Blogs, Soziale Netzwerke oder bestimmte Plattformen bieten herausragende Möglichkeiten zur Verbreitung von Erfahrungen und Meinungen und sind meist nur einen Maus-Klick entfernt.
Während positives Feedback von zufriedenen Kunden verkaufsfördernd wirken kann, so kann davon ausgegangen werden, dass eine Häufung negativer Erfahrungsberichte bezüglich eines Produktes oder eines Unternehmens sich auch negativ auf den Entscheidungsprozess eines potenziellen Kunden auswirken wird. Umso wichtiger erscheint es, dass Unternehmen sich mit den online verbreiteten Erfahrungen ihrer Kunden auseinander setzen, um so frühzeitig auf mögliche wahrgenommene oder auch tatsächliche Missstände aufmerksam zu werden und ihnen entgegenzusteuern. Sollte dies versäumt werden, so kann dies in den Weiten des Web 2.0 schnell weite Kreise ziehen - wie das nachfolgende Beispiel bezüglich der Bedeutung negativer Kundenmeinungen im Web bei „Kaffee Partner" aufzeigt.
Kaffee Partner - die Unternehmensdarstellung im Internet
Der Internetauftritt des Unternehmens, welches Kaffeeautomaten vertreibt und mit dem Slogan „Gute Laune auf Knopfdruck" wirbt, ist schlicht gehalten und versucht durch eine virtuelle Repräsentation zeitloser Eleganz zu überzeugen. Natürlich befindet sich auf der Startseite gut sichtbar ein Link zur Auszeichnung „Top Produkt Handel 2009" durch das Handelsjournal samt zugehörigem Siegel.
Die Gestaltung der Webrepräsentanz des Unternehmens erfüllt somit im Wesentlichen die relevanten Kriterien eines zeitgemäßen Internetauftritts: ein Hauch von Eleganz, Übersichtlichkeit, Seriosität und sogar - Web 2.0 typisch - einen Link zu einem eigenen Facebook-Profil. Bemerkenswert hierbei ist die Tatsache, dass 136 Personen den „Gefällt mir" Button gedrückt haben, im Diskussionsbereich jedoch keinerlei Diskussion stattfindet. Im Gegensatz zu anderen Unternehmensprofilen finden sich auf der „Pinnwand" keinerlei Kommentare von Nutzern, lediglich offizielle Firmenstatements. Präsenz im Internet scheint gewünscht - aktive Partizipation der Kunden jedoch nicht.
DampfLog - der Ausgangspunkt des UnmutsAuch Unzufriedenheit zieht im Web 2.0 ihre Kreise
Ausgangspunkt für dieses Praxisbeispiel ist ein unzufriedener Kunde, der mit der Servicequalität, der Vertragsgestaltung und dem Kundenumgang haderte. Die angestaute Unzufriedenheit entlud sich im Januar dieses Jahres im firmeneigenen Blog des unzufriedenen Kunden. Um ein ausreichendes Maß an Weböffentlichkeit anzusprechen, wurde dieser besagte Blog nach einer gezielten Analyse in den relevanten themeninteressierten Online-Communities verlinkt. Innerhalb eines Monats erreichte das spezielle Posting Platz 1 der unabhängigen Links bei einer Google-Suchabfrage. Dieser Platz wurde bis heute verteidigt, somit rangiert auf den Top-Plätzen einer Suchabfrage nach „Kaffee Partner" ein Blog mit Einträgen unzufriedener Kunden.
Ergebnis der Google-Suchabfrage für "Kaffee Partner"