Erkenntnis - B2B-Marktplätze und elektronische Beschaffung
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Die Bedeutung von B2B-Marktplätzen und E-Procurement im E-Commerce

Inhaltsverzeichnis

Die Bedeutung elektronischer Marktplätze

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in der Presse über die Einrichtung eines neuen elektronischen bzw. virtuellen Marktplatzes oder über die Schließung einer solchen Plattform berichtet wird. Auf einem Informationsportal von Computerwoche und TradeB2 können Marktplätze nach Branchen gesucht werden. Eine besonders detaillierte Darstellung der deutschen B2B-Marktplätze findet sich im b2b-Marktplatzführer. Zudem werden dort Links zu internationalen B2B-Marktplätzen strukturiert aufgelistet.

Wie die Daten einer ECR D-A-CH Untersuchung belegen, werden Marktplätze in der Zukunft eine bedeutende Rolle spielen.



Im Funktionsumfang bestehen zwischen den einzelnen elektronischen Marktplätzen erhebliche Unterschiede. In der einfachsten Form besteht der Marktplatz aus einem sogenannten Schwarzen Brett auf einer Website, auf dem einzelne Angebote platziert werden können. Der Kontakt findet dann zumeist auf traditionellem Wege statt. Wenn Waren auf elektronischen Marktplätzen in größerem Umfang ge- oder verkauft werden, so sind katalogbasierte Dienste notwendig, um die Anbindung an das eigene Warenwirtschaftssystem zu ermöglichen. Zusätzlich zur eigentlichen Verkaufsabwicklung werden auf einigen Marktplätzen Zusatzleistungen angeboten. So werden bspw. Brancheninformationen präsentiert. Bei manchen elektronischen Marktplätzen übernehmen die Betreiber weitere wichtige Funktionen wie die Bonitätsprüfung der potentiellen Kunden, die Logistik sowie eine Treuhänderfunktion. Hierbei erfolgt sowohl der Waren- als auch der Geldfluss über den Marktplatzbetreiber, um die korrekte Abwicklung des Geschäfts zu gewährleisten.

Ein weiteres bedeutendes Unterscheidungsmerkmal stellt die Art der Preisbildung dar. Neben den herkömmlichen Preisbildungsverfahren wie vorgegebener Festpreis oder Preisvorgabe als Verhandlungsbasis sind diverse Auktionsverfahren relevant. Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen englischen (steigende Gebote) und holländischen Auktionen (fallende Gebote). Daneben existieren Sonderformen. Durch entsprechende Softwarelösungen wird die Anonymität der Bieter zumeist bis zum Ende der Versteigerung gewährleistet. Auktionen erfreuen sich vor allem im B2C-Bereich und C2C-Sektor großer Beliebtheit, setzen sich jedoch auch im B2B-Bereich zunehmend durch. Entsprechende Markplätze nehmen dann häufig den Charakter einer Börse an, da die erzielten Preise das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage widerspiegeln.

In vielen Bereichen hat sich E-Beschaffung über Marktplätze etabliert. In der Automobilindustrie ist es z.B. Covisint, der Marktplatz der Autohersteller Daimler-Chrysler, Ford, General Motors, Renault und Nissan. Ähnliches gilt für Supplyon, den europäischen Marktplatz für Auto-Zulieferer. An diesem Marktplatz sind Bosch, Continental, INA Wälzlager Schaeffer, SAP und ZF Friedrichshafen beteiligt. Weitere Branchenmarktplätze sind Omnexus (Kunstoffhersteller), Intercontinental Exchange(Energiehandel), E2Open und (Computer&Elektronik) sowie World Wide Retail Exchange und Global Net Exchange (Einzelhandel). In einigen Bereichen ist das Volumen und die Liquidität allerdings nicht hoch genug, daß sich der Betrieb eines elektronischen Marktplatzes lohnt. Einige Marktplatzbetreiber haben erkannt, daß Gebühren und Provisionen alleine als Geschäftsmodell nicht ausreichen und expandieren in die angrenzenden Gebiete Beratung und Software-Herstellung. Auch Covisint will zukünftig mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit Zusatzdiensten bestreiten.

Eine ausführliche Erklärung des Begriffs Elektronische Marktplätze finden Sie in dem Katalog Die Begriffe des eCommerce.

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Die digitale Beschaffung steht in Deutschland noch immer am Anfang

Was gilt es bei der Projektierung von E-Procurement-Lösungen zu berücksichtigen?

Herausforderungen an die E-Procurement-Implementierung

  • Katalog-Management; Elektronische Kataloge unterschiedlicher Lieferanten müssen vereinheitlicht, integriert, ständig aktualisiert und weiter entwickelt werden.
  • Lieferanten-Anbindung (Connectivity); Die technische Anbindung einer großen Zahl von Lieferanten mit den verschiedensten technischen Voraussetzungen muss realisiert und aufrecht erhalten werden.
  • Lieferanten-Management; Geeignete, E-Business-fähige Lieferanten müssen gefunden, und die Regeln des Zusammenspiels vereinbart und in die Tat umgesetzt werden. Hierzu gehört unter anderem auch die Verteilung der entstehenden Kosten und Einsparungen.
  • Projekt-Management; Das Zusammenspiel einer Vielzahl von Beteiligten innerhalb und außerhalb des Unternehmens muss koordiniert werden.
  • Change Management; Erfolgreiches E-Procurement erfordert eine Anpassung der Prozesse und damit ein Umdenken der Mitarbeiter.
  • Zuverlässigkeit, Sicherheit und Service; Das gesamte entstehende Netzwerk muss sowohl technisch als auch organisatorisch höchst zuverlässig und sicher sein. Für auftretende Probleme und Fragen der bestellenden Mitarbeiter muss ein professionell organisierter Service bereit stehen.
  • Transparenz; Um die Verbesserungspotenziale realisieren zu können, müssen die neu geschaffenen technischen Möglichkeiten genutzt werden, um aussagekräftige Informationen und Auswertungen zu erhalten.
  • Zukunftsfähigkeit; Da die Potenziale des E-Procurement bisher erst zu einem kleinen Teil ausgenutzt werden, ist es von entscheidender Bedeutung, Systeme und Lösungen so flexibel zu gestalten, dass sie leicht weiter entwickelt werden können. Für jedes Handlungsfeld können detaillierte Kriterien-Kataloge aufgestellt werden, die als Hilfsmittel zur Planung von E-Procurement-Projekten herangezogen dienen.

Kein IT- oder E-Business-Projekt wird heute mehr genehmigt, ohne dass ein klarer Nachweis des zu erwartenden Nutzens vorliegt, meist in Form des Return on Investment (ROI) ausgedrückt. Wurden in der Anfangsphase des E-Business-Booms oft zu euphorische Erwartungen gehegt, so sind jetzt umgekehrt eine sehr große Vorsicht und eine Fokussierung auf eine kurze Amortisationszeit zu beobachten. Hierbei besteht die Gefahr, mittelfristige Chancen und Entwicklungspotenziale zu vernachlässigen. Neben der auf jeden Fall erforderlichen kurzfristigen Analyse von Kosten und Einsparungen sind daher auch die strategischen Entwicklungspotenziale zu berücksichtigen, die mit der Einführung von E-Procurement verbunden sind.

(Quelle: ecin, 29.8.2002. Den kompletten Beitrag gibt es hier.)

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Die Umstellung auf elektronische Beschaffung

Bei der Umstellung auf elektronische Beschaffung sollten grundsätzlich folgende Punkte beachtet werden:

  • Planung - Die Umstellung auf elektronische Beschaffung wirkt sich auf viele Unternehmensbereiche aus und erfordert daher eine abteilungsübergreifende, langfristig angelegte Strategie, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.
  • IT-Spezialkenntnis - Um verschiedene Alternativen beurteilen zu können, muss zunächst eine solide Informationsbasis geschaffen werden.
  • Personal - Das Personal muss schrittweise an die Internettechnologie herangeführt werden, da jede Technik nur so gut ist wie ihre Anwender.

Bei der Auswahl der konkreten Lösung existieren folgende Möglichkeiten:

  • Die systemtechnische Kopplung an einen Versorgungsdienstleister, der seinerseits die Leistungen vieler Lieferanten bündelt.
  • Die Anbindung an einen digitalen Marktplatz, der die Produktkataloge mehrerer Anbieter einer Branche auf einer Plattform vereint.

Im ersten Fall wird die Beschaffung teilweise outgesourct. Mit dem Dienstleister werden bestimmte Konditionen, wie Preise, Rabatte, Qualitätsanforderungen, Lieferbedingungen usw., ausgehandelt. Der Vorteil hierbei: Aufgrund der Rahmenvereinbarungen sind die Beschaffungskosten sehr gut kalkulierbar.

Die zweite Variante erfordert zunächst hohe Einführungskosten für die Schaffung der systemtechnischen Voraussetzungen und die Mitarbeiterqualifikation. Möchte jedoch ein Unternehmen das Beschaffungsmarketing - Angebotsvergleiche und Verhandlungen - in der eigenen Hand halten und gleichzeitig einen hohen Automatisierungsgrad erreichen, ist diese Lösung passend.

(Quellen: ecin-online, 29.08.2002; IHK WirtschaftsForum [Region Frankfurt Rhein-Main], 05/2001, S. 26-27)

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