Die Entwicklung eines EDI-Clearing-Centers zur Unterstützung von ECR-Prozessen in der Bekleidungswirtschaft
Artikel, 2003
Die Bekleidungsbranche ist ein im großen und ganzen mittelständisch geprägter Markt. Sie zählt fast 35.000 Unternehmen des Bekleidungseinzelhandels und 600 Unternehmen der Bekleidungsindustrie. Das Marktvolumen an Textilien und Bekleidung beträgt auf Handelsseite rd. 59 Mrd. EUR, darunter ca. 40 Mrd. EUR Bekleidung. Der Marktanteil des traditionellen Fachhandels (inkl. der Großfilialisten) sowie der Warenhäuser war in den vergangenen Jahren rückläufig. Dagegen vermochten branchenfremde Anbieter, insbesondere die Lebensmittelfilialisten, aber auch international aufgestellte vertikale Bekleidungsketten wie H&M, Marktanteile zu gewinnen. Die vertikalen Anbieter zeichnen sich dadurch aus, dass sie Produktions- und Handelsstufe in einer Hand vereinen und über schnelle und kostengünstige Prozessabläufe Wettbewerbsvorteile im Markt generieren.
Vor diesem Hintergrund wird künftig ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Modebranche darin liegen, dass es ihr gelingt, die herkömmlichen Produktions- und Distributionsstrukturen den veränderten Kundenanforderungen und Wettbewerbsbedingungen anzupassen. Der Markt verlangt nach kürzeren Warenbeschaffungszeiträumen, schnelleren Reaktionen auf modische Trends, häufigerem Wechsel in den Warenbildern der Geschäfte sowie nach einer Kostensenkung in Produktion und Logistik. Wettbewerb und Renditeverfall zwingen in diesem Zusammenhang auch zu einer noch stärkeren Rationalisierung von Verwaltungsabläufen.
Der Beitrag betrachtet Möglichkeiten, Kommunikation und Koordination zwischen Industrie und Handel mittels Electronic Data Interchange (EDI) zu verbessern. Nach Darstellung der Hemmfaktoren der EDI-Anwendung wird das Clearing-Center des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) vorgestellt. Dieses Clearing-Center soll es insbesondere mittelständischen Unternehmen des Textileinzelhandels ermöglichen, kostengünstig und ohne spezielle technische Ausstattung und Kenntnisse am elektronischen Geschäftsverkehr teilzunehmen. Mittels dieser Clearing-Einrichtung sollten sie in die Lage versetzt werden, die EDI-Anbindung ihres eigenen Warenwirtschaftssystems auf einen spezialisierten Dienstleister zu übertragen (Outsourcing). Im Rahmen der Darstellung wird insbesondere auf Konzeption, Vorteile und Funktionen des Clearing-Centers eingegangen.
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Jacobs, Siegfried: Die Entwicklung eines EDI-Clearing-Centers zur Unterstützung von ECR-Prozessen in der Bekleidungswirtschaft, in: Handel im Fokus - Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung, 55. Jg. (2003) Heft II (Mai), S. 102-109.
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