Erkenntnis - Zielgruppen und Konsumentenverhalten
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Digital Natives - Kinder und Jugendliche bei der Internetnutzung

Inhaltsverzeichnis

Internet gewinnt an Bedeutung

In einer von der European Interactive Advertising Association (EIAA) in Auftrag gegebenen Studie wurde die Internetnutzung der 15- bis 24-Jährigen untersucht. In Deutschland verbringt ein Jugendlicher demnach bereits 24 Prozent der Mediennutzungszeit online. Damit liegt das Internet nach TV (29%) und Radio (28%) weit vor Magazinen (10%) und Zeitungen (9%).
Insbesondere das Fernsehen nimmt in Folge des Websurfens ab. So gaben 45 Prozent der Jugendlichen an, dass sie weniger Zeit vor dem TV verbringen, 35 Prozent lesen weniger Zeitung und 28 Prozent hören weniger Radio. Gerade die Bereiche Chat und Musik werden von Jugendlichen wesentlich mehr genutzt als vom Bevölkerungsdurchschnitt. Bereits 42 Prozent der 15- bis 24-Jährigen sagten aus, dass sie Einkäufe, die sie bisher in Ladengeschäften getätigt haben nun online abwickeln, auch die Buchung von Veranstaltungtickets wird von 42 Prozent nun online durchgeführt. Die Stärke des Internets sehen Jugendliche hauptsächlich in der Informations- und Angebotsfülle, die zudem sehr schnell abrufbar ist.

Quelle:

  • EIAA Media Consumtion Study 2004 - Youth Online Results Germany 15-24 age group.

Jugendliche Online-Käufer bergen Risiko

Jugendliche gelten als lukrative Zielgruppe, denn Experten schätzen die Kaufkraft der konsumfreudigen 13- bis 20-Jährigen auf rund 13 Milliarden Euro. Auch der Online-Handel profitiert von den Jugendlichen, wie der Online Shopping Survey 2004 der GfK berichtet. Etwa 2,8 Millionen Jugendliche haben im Internet eingekauft, was einem Anteil von 12 Prozent aller Online-Käufer entspricht.

Wer Produkte an Jugendliche verkaufen will, sollte sich aber auch der Gefahren bewusst sein, denn Minderjährige stehen wegen ihrer Unerfahrenheit unter dem Schutz des Gesetzgebers. So sind Kaufverträge mit Jugendlichen grundsätzlich schwebend unwirksam und gelten nur so lange, bis der Erziehungsberechtigte Einspruch gegen den Kauf einlegt.

Bei Zahlungsausfällen ist eine Einforderung des ausstehenden Gelds nur möglich, wenn die Eltern dem Kauf nachträglich zustimmen. Bei Verweigerung seitens der Eltern können die Händler zwar die Ware zurückfordern, allerdings trägt der Händler das volle Risiko für den Versand und bei Verlust während des Versands besteht keine Möglichkeit, diesen geltend zu machen.

Zwar dürfen Kinder und Jugendliche im Rahmen des Taschengeld-Paragraphen über das Geld, das sie von den Eltern bekommen haben, frei verfügen, im Zweifel muss der Verkäufer jedoch belegen, dass dem jugendlichen Käufer das Geld auch wirklich zur Verfügung stand. Dies dürfte aber fast unmöglich zu beweisen sein.

Rechtlich spricht viel gegen den Online-Verkauf an Jugendliche, jedoch kann es sich kein Online-Händler leisten, auf den Umsatz mit Jugendlichen zu verzichten, auch wenn er dabei eine überdurchschnittlichen Verlustquote einkalkulieren muss.

 

Quelle:

  • o.V.: Zielgruppen mit Risiken: jugendliche Online-Käufer, in Internet im Handel, KW 42/43 2004.

Internetnutzung

93 Prozent der Jugendlichen im Alter von zwölf bis 19 Jahren nutzen den PC mindestens einmal im Monat, so ein Ergebnis der JIM-Studie 2002. Auch das Internet gehört mittlerweile bei Jugendlichen zum Alltag. 56 Prozent der Befragten gaben an, täglich bzw. mehrmals die Woche online zu sein. Hinsichtlich der Nutzungsintensität lassen sich dabei kaum noch geschlechtsspezifische Unterschiede feststellen.

Hauptaktivitäten im Netz sind das Verschicken von E-Mails sowie die Informationssuche für Schule, Beruf und Studium. Nichtinteraktive bzw. -kommunikative Tätigkeiten wie z. B. das Anschauen von Musikclips oder das Hören von Onlineradio, nehmen einen geringeren Stellenwert ein.

Abhängig von der Erfahrung können im Moment noch unterschiedliche Nutzertypen (Unerfahrene, Pragmatiker und Enthusiasten) identifiziert werden. Mit steigender Erfahrung werden die Einstellungen gegenüber dem Internet positiver und die möglichen Gefahren geringer eingeschätzt.

Weiterhin auf dem Vormarsch bei den Jugendlichen ist zudem das Mobiltelefon. Laut der JIM-Studie besaßen im Jahr 2002 82 Prozent ein eigenes Mobiltelefon. Nach einer Online-Trendumfrage von GMX wird das Handy hauptsächlich für das Simsen, das Verschicken von Kurznachrichten, verwendet.


Quelle:

  • Gleich, Uli in: Media Perspektiven 4/2003, S. 194-200.