Erkenntnis - RFID
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Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie in der Mehrweg-Frischelogistik

Ergebnisse des PROZEUS-Pilotprojekts "EPC/RFID in der Mehrweg-Frischelogistik"

Abbildung der Erfassung der Transponder mit mobilem RFID-Reader im EinzelhandelQuelle: GS1 Germany

Von September 2006 bis April 2007 führte die REWE GROUP mit Unterstützung des Instituts für Handelsforschung (IfH) und GS1 Germany ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördertes PROZEUS-Pilotprojekt durch. Pilotunternehmen des Projekts "EPC/RFID in der Mehrweg-Frischelogistik" war die Krause Meat International Food Production GmbH.


Im Fokus der Untersuchung standen dabei die folgenden Aspekte:

  • Eignet sich RFID für die Supply Chain verpackter SB-Fleisch/Wurstwaren?
  • Welche Prozesse entlang der Wertschöpfungskette lassen sich verbessern?


RFID (Radiofrequenzidentifikation) bezeichnet die Möglichkeit, Objekte berührungslos und ohne Sichtkontakt eindeutig mittels so genannter RFID-Transponder (Wortschöpfung aus Transmitter und Responder) zu identifizieren. Bei ganzheitlicher Implementierung ermöglicht diese Technologie eine konsistente Warenverfolgung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.


Der Artikel untergliedert sich in die nachfolgenden Kapitel:

Projektziel und -beschreibung

Ziel des Projekts war die Kontrolle der Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technik in der Lieferkette (vom Lieferanten bis in die Märkte) der Warenbereiche SB-Fleisch- und Wurstwaren und die Identifizierung von Optimierungspotenzialen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Schwerpunkt der Studie lag dabei im Bereich der Logistik und wurde auf Transportbehälterebene durchgeführt. So wurden über 15.000 Transportbehälter der Frischelogistik mit RFID-Transpondern ausgestattet und an den einzelnen Warenein- und -ausgängen automatisch erfasst.

Abbildung der Einzelprozesse entlang der Lieferkette Übersicht der Einzelprozesse entlang der Lieferkette, Quelle: GS1 Germany

Projekterkenntnisse

Das Institut für Handelsforschung identifizierte im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, gemeinsam mit den Projektpartnern, Kostenfaktoren und Nutzenpotenziale, die beim Einsatz der RFID-Technik von Handelsunternehmen zu berücksichtigen sind. Die qualitativen Aspekte sind nachfolgend detailliert dargestellt.

Kosten
Hardware

  • RFID-Gates an den einzelnen Lesepunkten in der Supply Chain (WE, WA, Entsorgung)*
  • Ggf. RFID-Handhelds in den Märkten
  • Ggf. RFID-Drucker für Produktion der EPC-Etiketten (NVE,GRAI)*
  • RFID-Transponder für die Ladungsträger (Paletten, Rollis, Satten)

Software

  • Middleware für RFID-Gates
  • Ggf. Anpassung des Lagerverwaltungssystems
  • Implementierung einer Bestandmanagement-Software (Behältermanagement)
  • Implementierung EDI (Ersatz für Liefer- und THM-Papiere)

Sonstiges

  • Schulungen der Mitarbeiter
(* inkl. Infrastruktur- (Strom/LAN) und Installationskosten)

Nutzen

  • Reduzierung des Papieraufwandes durch elektronischen Datenaustausch (EDI) in Verbindung mit RFID
  • Reduzierter Etikettenverbrauch durch RFID (WE, Kommissionierung -> Kisten auf Rolli anstatt Kisten auf Rolli und Palette)
  • Reduzierter Aufwand im Wareneingang durch automatischen Abgleich des Lieferavis mit der vorausgegangenen Bestellung
  • Reduzierter Aufwand bei Feinkontrollen durch vorauseilendes Lieferavis (wichtige Daten enthalten: MHD, Mengen, Gewichte etc.)
  • Vermeidung von falschen Verladungen durch automatische Erkennung und Protokollierung von Falschverladungen.
  • Reduzierter Aufwand im WA durch automatische Identifikation im RFID-Gate (kein Scanning)
  • Klappkisten reduzieren den Platzbedarf im Lager und der Rückführlogistik (bessere Ausnutzung der Fuhrpark-Kapazitäten)
  • RFID-gestütztes Behältermanagement möglich -> Transparenz und effiziente Nutzung der vorhandenen Bestände (z. B. optimierte Verteilung in Stoßzeiten wie Weihnachten etc.)
  • Automatische Identifikation und Protokollierung des Behälterflusses (Be- und Entlastung der Märkte, Sendungsverfolgung)

Das Pilotprojekt zeigte eindrucksvoll auf, dass die technische Umsetzbarkeit von RFID bereits gegeben ist. So erkannte die eingesetzte Technik die Behälter an allen Identifikationspunkten der Lieferkette mit nahezu 100%iger Zuverlässigkeit. Zudem erfolgte die Pulk-Identifikation mit einer 100%igen Leserate mit bis zu 200 Kisten an einem stationären RFID-Tor. Selbst nach intensiver Reinigung wurden die Behälter korrekt erkannt. Die Reinigung hatte also keinerlei Auswirkungen auf die Identifikationsquote. Schließlich gestattet das EPCIS-Datenmodell von EPCglobal eine Rückverfolgbarkeit der Kisten.
Abbildung der Lieferkette des RFID-Pilotprojekts mit Lesequoten Darstellung der Lieferkette des RFID-Pilotprojekts mit Lesequoten, Quelle: GS1 Germany

Projektpartner

Für die Durchführung des Feldversuches konnten neben dem Pilotunternehmen, der Krause Meat International Food Production GmbH folgende Unternehmen als Projektpartner gewonnen werden:

  • REWE GROUP,
  • REWE-Informations-Systeme GmbH.

Weiterhin waren drei selbständig agierende REWE-Märkte, zwei Marktfilialen sowie die Wilhelm Brandenburg GmbH & Co. oHG als zweiter Lieferant beteiligt.

Informationsmaterial zum Download

Abbildung der PROZEUS-Borschüre "EPC/RFID in der Mehrweg-Frischelogistik

Weitere Informationen zum Pilotprojekt können auch auf der PROZEUS-Website eingesehen werden bzw. sind in der nachfolgenden Broschüre anschaulich und kompakt zusammengefasst. Die Informationsbroschüre PROZEUS-Broschüre "EPC/RFID in der Mehrweg-Frischelogistik" steht Ihnen zum kostenfreien Download als PDF-Dokument zur Verfügung: