Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk 2009
Autoren: Aline Eckstein, Kai Hudetz
Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erhebt das Kompetenzzentrum E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) federführend für das Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr (NEG) den Informations- und Beratungsbedarf von kleinen und mittleren Unternehmen rund um das Thema E-Business. Aus diesen Untersuchungen können zahlreiche interessante Erkenntnisse zur zielgruppenspezifischen Ausgestaltung von Informations- und Beratungsangeboten gewonnen werden. Im Folgenden werden die wesentlichen Untersuchungsergebnisse der aktuellen Studie zusammenfassend dargestellt. Der ausführliche Berichtsband, der unten folgend als kostenfreier Download zur Verfügung steht, enthält weitere detailliertere Studienergebnisse, die u. a. nach Branchen und Größenklassen dargestellt werden.
Die Befragung gliedern sich zum einen in Zeitreihenvergleiche zur "Internetnutzung" und dem "Informationsbedarf" der KMU zu einzelnen E-Business-Themen und zum anderen in jährlich wechselnde Themenschwerpunkte. Gegenstand der diesjährigen Erhebung war die "Internetpräsenz" von KMU und die Verwendung von "Web-Analysetools".
Insgesamt konnten die Antworten von 3.262 Unternehmen in der Analyse und Auswertung berücksichtigt werden. In der Stichprobe sind sowohl Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen als auch Handwerksbetriebe vertreten, wobei knapp 40 Prozent der Stichprobe auf den Dienstleistungssektor entfallen.
Die Akquisition kleiner und mittlerer Unternehmen ist mit zahlreichen Hindernissen verbunden. Nur selten sind diese in adäquatem Umfang in Panels vertreten oder können über Anzeigen als Interessenten für Umfragen gewonnen werden. Zeitliche und personelle Engpässe ermöglichen meist lediglich die Bewältigung der wichtigsten Aufgaben und lassen nur selten Raum für eine weitergehende strategische Planung. Die spezifischen Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen werden daher bei vielen Studien scheinbar vernachlässigt. Um diesem Trend entgegenzuwirken und diese Anforderungen aufzugreifen, wurde in der vorliegenden Erhebung besonders viel Aufmerksamkeit auf die Ansprache dieser Zielgruppe gelegt - mit Erfolg: So beschäftigen knapp 90 Prozent der befragten Unternehmen weniger als 100 MitarbeiterInnen, fast 60 Prozent sogar weniger als zehn MitarbeiterInnen.
Zu den Top 3 Anwendungsgebieten des Internets zählen auch weiterhin "E-Mail-Kommunikation", "Informations-Beschaffung" und "Online-Banking". So zeigen sich hier im direkten Vergleich zum Vorjahr nur geringfügige Veränderungen in der Nutzung. Mit Blick auf die Stichprobe zeigt sich deutlich, dass diese Anwendungen mittlerweile auch bei Kleinstunternehmen sehr stark in die Geschäftsprozesse integriert sind.
Die Nutzung des Internets für den "elektronischen Handel" hält bei immer mehr Unternehmen Einzug. Verkauften im Vorjahr etwa die Hälfte der befragten Unternehmen Produkte über das Internet, sind es mittlerweile knapp zwei Drittel. Die technologischen Entwicklungen im Bereich der anbindungsfähigen Online-Marktplätze und standardisierten Shop-Systeme erleichtern es kleineren Unternehmen, schnell und kostengünstig Produkte über das Internet anzubieten und den eigenen Kundenstamm zu vergrößern.
Bei Anwendungen, die einen erhöhten Integrationsaufwand in bestehende Systeme bedingen, wie z. B. der "Online-Beschaffung" und dem "Datenaustausch mit Externen", zeigt sich hingegen eine leicht rückläufige Nutzung. So setzen derzeit 83,3 Prozent der Befragten das Internet zur Online-Beschaffung ein, im Jahr 2008 waren dies 93,9 Prozent.

Mit einer Website im World Wide Web (WWW) vertreten zu sein, gehört mittlerweile für fast alle Unternehmen zum Standard. Die Ergebnisse zeigen, dass 96 Prozent der befragten Unternehmen bereits eine eigene Website besitzen oder diese für die nähere Zukunft planen. Nur 3,3 Prozent der Unternehmen haben nicht die Absicht, eine eigene Website zu betreiben. Ein näherer Blick auf die Ergebnisse zeigt, dass das Angebot einer eigenen Website zwischen den einzelnen Branchen stark variiert. So ist der Anteil der Handwerksunternehmen mit eigener Website mit 73,8 Prozent mit Abstand am niedrigsten ausgeprägt.
Mit dem Betrieb einer Website sind bei den befragten Unternehmen differierende Zielsetzungen verbunden. Die größte Bedeutung wird jedoch mit Abstand der "Steigerung des Bekanntheitsgrades" beigemessen (4,18) . Mit Blick auf den hohen Anteil an Internetnutzern - im Jahr 2008 waren bereits knapp zwei Drittel aller Deutschen online - kann ein Unternehmen Bekanntheit und Reichweite mit einem eigenen, professionell gestalteten Internetauftritt schnell und effizient erhöhen. Als weitere wichtige Ziele werden "Imageverbesserung" und "Kundengewinnung" angestrebt.

Websites können Unternehmen eine Fülle nützlicher Informationen zum Nutzungsverhalten der Website-Besucher liefern. Es gilt allerdings, diese Daten systematisch zu analysieren, um relevante Erkenntnisse gewinnen zu können. Den meisten der befragten Unternehmen sind die mit der Web-Analyse verbundenen Möglichkeiten bewusst. Jedes zweite KMU greift dabei auf kostenfreie Analyse-Tools, wie z. B. Google-Analytics, zurück. Individuelle Lösungen werden von 27,9 Prozent der Befragten für die Web-Analyse eingesetzt. Dagegen vertraut nur jedes zehnte Unternehmen auf kostenpflichtige Standardlösungen, um die eigenen Online-Daten auszuwerten. Über ein Viertel der befragten Unternehmen setzt bislang jedoch kein Web-Analyse-Tool für die Erfolgskontrolle der Online-Aktivitäten ein.
Ausführlicher Studienband der NEG-Untersuchung "Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk 2009" des Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie
NEG-Umfrage 2009_Berichtsband_web.pdf
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Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der NEG-Umfrage 2009.
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Barrierefreie Darstellung der wichtigsten Ergebnisse der NEG-Umfrage 2009.
NEG_Management_web_Barrierefrei.pdf
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Pressemitteilung zur Veröffentlichung des Studienbands der NEG-Untersuchung "Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk 2009" des Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, 08.03.2010
PM-NEG 2009_Marktplatz Internet_03.08.20[...].pdf
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Erste Ergebnisse der NEG-Umfrage 2009 sind ab heute Veröffentlicht.
PM_NEG 2009_Management Summary 2009.11.0[...].pdf
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