Erkenntnis - Apotheken
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Empirische Daten und Prognosen zu Apotheken im Internet

Inhaltsverzeichnis

Ausgewählte Ergebnisse der Studie "Internet im Handel 2010 - Status Quo und Entwicklung"

Immer mehr Apotheken schenken dem Internet ihre Aufmerksamkeit. Rund 75% der befragten Apotheken verfügen über eine eigene Website, was eine Erhöhung gegenüber 2008 darstellt. Es findet sich kein Unternehmen unter den Befragten, welches über keinen Internetzugang verfügt. Viele Apotheker haben nach wie vor Zweifel an der Sicherheit des Onlinehandels.
Die folgende Abbildung zeigt, dass die befragten Apotheker den Zielen, die mit der Internetnutzung verbunden sind, eine weitaus geringere Bedeutung beimessen als die Befragten anderer Einzelhandelsbranchen.

Ausgewählte Ergebnisse der Studie "Internet im Handel 2008 - Status Quo und Entwicklung"

Viele Apotheker sehen insbesondere im Kundenbereich noch immer erhebliche Probleme bei der Internetnutzung. So geben viele Apotheker an, dass ihre Kunden keinen Internetzugang besitzen bzw. keinen Online-Vertrieb wollen. Da Senioren eine wichtige Kundengruppe der Apotheken darstellen, erschien diese Ansicht lange Zeit gerechtfertigt, neue Studien belegen jedoch, dass immer mehr "Silver Surfer" im Netz einkaufen. So weisen die 50-59-Jährigen mittlerweile einen Internetnutzer-Anteil von 63,7 Prozent auf, bei den über 60-Jährigen ist mit 26,1 Prozent schon mehr als ein Viertel online.

 

Diese eher skeptische Haltung gegenüber der Internetnutzung spiegelt sich auch in der überdurchschnittlich hohen Bewertung von Risiken bei Web 2.0-Diensten und -Anwendungen wieder. So sehen 56,4 Prozent der Apotheker (41,7 Prozent sind es für den gesamten Einzelhandel) die Nutzung solcher Anwendungen mit Gefahren behaftet, insbesondere durch Missbrauch und durch rechtliche Risiken.Diese Hemmnisse bei der Internetnutzung gehen mit einer unterdurchschnittlichen Zielsetzung im Vergleich zu anderen Einzelhandelsbranchen einher.


Trotz dieser ernüchternden Ergebnisse lässt sich ein positiver Trend bei den Apotheken feststellen, wie die Studie des ECC Handel "Internet im Handel 2008 - Status Quo und Entwicklungen" zeigt. Immerhin 69,2 Prozent der befragten Apotheken verfügen über eine eigene Website und 5,1 Prozent geben an, zumindest einen Teil ihres Umsatzes online zu erzielen.

Quelle: Hudetz, Kai/Strothmann, Sonja/Eckstein, Aline: Internet im Handel 2008 - Status quo und Entwicklungen, Köln, 2008.

 

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Ausgewählte Ergebnisse der Studie "Internet im Handel 2006 - Status Quo und Entwicklung"

Immer mehr Apotheken schenken dem Medium Internet ihre Aufmerksamkeit. Ca. 65 % der befragten Apotheken haben eine eigene Internetseite, 9,2 % erzielen laut der Studie Internet im Handel 2006 - Status Quo und Entwicklungen - des ECC Handel einen Teil ihres Umsatzes im World Wide Web.

Im Vergleich zur vorhergehenden Studie aus dem Jahr 2004 hat sich die Einschätzung der Eignung von Medikamenten für den Online-Handel kaum geändert. Insbesondere im Kundenbereich vermuten die Apotheker noch immer Schwierigkeiten bei der Internetnutzung. Im Hinblick auf Senioren als wichtige Kundengruppe scheint die Ansicht berechtigt, dass viele Kunden noch keinen Internetzugang besitzen oder keinen Online-Vertrieb wünschen. Die Internetstrukturdaten der Forschungsgruppe Wahlen zeigen jedoch, dass mittlerweile mehr als ein Drittel der über 60-Jährigen das Internet nutzen. Eine Onlinebefragung der Forschungsstelle für Arzneimitteldistribution am Institut für Handelsforschung von themeninteressierten Internetnutzern zeigt Tendenzen im Online-Kauf auf: Erst ca. 16 % der Befragten bestellten bereits Arzneimittel über das Netz, jedoch planen schon über 47 % den Online-Einkauf.

Bedeutung von Zielen der Internetnutzung bei Apotheken - Ergebnisse der Studie Internet im Handel 2006 Bedeutung von Zielen der Internetnutzung bei Apotheken (n ? 58)

Für die interviewten Apotheker erscheinen die Ziele, die mit der Internetnutzung verbunden sind, unbedeutender als beim gesamten Einzelhandel.

Eine gegenüber der Studie aus dem Jahr 2004 gesteigerte Bedeutung der mit der Internetnutzung verbundenen Zielen sehen die Apotheker bei der „Erhöhung der Auswahl beim Einkauf“ und der „Kostenreduktion beim Einkauf“. Die Ziele „Zeitoptimierung und „Kundenakquisition“ werdenhingegen als weniger bedeutend angesehen.

 

Quelle: Quelle: Hudetz, Kai/Duscha, Andreas: Internet im Handel 2006 - Status quo und Entwicklungen, Köln, 2006.

 

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Online-Pharmahandel -Perspektiven und Probleme-

Seit der Aufhebung des Versandverbots von Medikamenten in Deutschland haben über 1000 Apotheker eine Lizenz zum versenden beantragt. Sie nutzen die Lizenz überwiegend für den Versand von Medikamentenpackungen aus ihren Ladengeschäften an Kunden oder dem Verkauf von rezeptfreien Medikamenten über Ebay.

 

Online-Apotheken konzentrieren sich dagegen auf den Versand und liefern täglich mehrere Tausend Päckchen an Kunden in Deutschland. Die Kunden der Online-Versandapotheken wollen dieselben Produkte und dieselbe Beratung die sie aus der Apotheke vor Ort kennen. Neben DocMorris gehören zu den Online-Versandapotheken Europaapotheke , sanicare oder mycare . DocMorris meldete für 2004 allein einen Umsatz von 130 Millionen Euro. Mittelfristig werden im Arzneimittelversand Umsätze von rund drei Milliarden Euro jährlich erwartet. Auch die Zahl der Internetapotheken wächst seit Marktöffnung ständig. 8,8 Prozent der deutschen Online-Einkäufer haben schon Medikamente online bestellt und weitere 23,7 Prozent wollen dies in Zukunft tun. Besonders oft bestellen Einkommensstarke Frauen (21,7 Prozent) und gut verdienende mit einem Nettoeinkommen über 3000 Euro (15,5 Prozent). Außerdem hat fast jeder fünfte Online-Einkäufer Erfahrungen mit Versandapotheken.

 

Für chronisch Kranke mit planbarem Arzneimittelbedarf ist die Versandapotheke eine Alternative zur stationären Apotheke. Echter Wettbewerb herrscht jedoch bislang nur auf dem verordnungsfreien Markt. Im Internet werben Anbieter mit Preisnachlässen von bis zu 30 Prozent. Preissuchmaschinen wie Medizinfuchs.de oder Medipreis.de suchen das jeweils günstigste Angebot im Internet.

 

Bei verordnungspflichtigen Medikamenten besteht weiterhin die Preisbindung. Rabatte auf Rezepte sind hier verboten. An die in Deutschland geltenden Preisvorschriften sind jedoch Apotheken mit Sitz im EU-Ausland nicht gebunden. Diese können Medikamente günstiger anbieten.

 

Versandapotheken können preislich besser kalkulieren als Vor-Ort-Apotheken. Sie beziehen größere Mengen, verzichten auf Marge und geben die Preisvorteile an ihre Kunden weiter. Einsparpotenzial schafft auch die Logistik. Das Personal wird entsprechend seiner Qualifikation eingesetzt. So ist der Einkäufer für den Einkauf zuständig, der Apotheker für die Beratung und der Buchhalter für die Abrechnung. In Vor-Ort-Apotheken übernimmt der Pharmazeut diese Funktionen in einer Person.

 

Im Rahmen der Informationstechnologie wurden für Versandapotheken Systeme entwickelt, die pharmazeutisches und technisches Wissen miteinander kombinieren. Individuelle Datenbanken, mit der Medikationshistorie des Kunden, ermöglichen es dem Versandapotheker Fehl- oder Doppelverordnungen zu erkennen. Der Kunde erhält je nach Dringlichkeit mündlich oder schriftlich einen Warnhinweis.

 

Trotz allem Fortschritt muss der Kunde das Rezept im Original einreichen. Der Kunde einer Versandapotheke muss deshalb ein paar Tage einrechnen, bevor er sein Medikament erhält. Die für 2006 geplante Einführung des elektronischen Rezepts wird die Lieferzeit verkürzen. Außerdem erwarten Experten bei durchschnittlich 600 Millionen Rezepten mit 900 Millionen Verordnungen pro Jahr, ein Einsparungspotenzial von über 20 Milliarden Euro. Allerdings muss der Kunde in akuten Fällen nach wie vor sein Rezept in der Apotheke vor Ort einlösen.
Nach dem Wettbewerb der Preise folgt der Wettbewerb der Qualität. Auch hier könnten Versandapotheken punkten. Compliance Management und Pharmaceutical Care bieten zusätzliche Effizienzreserven für das Gesundheitssystem.

 

Quelle: Cofalka, Karin:Viagra via Web in:, e-commerce Magazin, (2005), Nr 5, S. 26 - 27.

 

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Entwicklung des Online-Handels mit Medikamenten

Anfang 2004 wurde in Deutschland das Versandhandelsverbot für Medikamente aufgehoben. Seitdem drängen viele neue Wettbewerber auf den von DocMorris dominierten Online-Markt und erhöhen damit die Konkurrenz der 21 500 deutschen Apotheker. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Sempora haben die Online-Anbieter zwar erst ein Prozent des deutschen Apothekenmarktes erobert, mittelfristig liegt der geschätzte Marktanteil jedoch bei 8 Prozent. Bis 2009 sind laut Studie rund 5000 stationäre Apotheken von der Schließung bedroht.

 

Online-Anbieter können aufgrund effizienter Vertriebsstrukturen und besserer Einkaufskonditionen rezeptfreie Medikamente zum Teil wesentlich billiger anbieten. Zudem können ausländische Anbieter im Gegensatz zu deutschen Anbietern auch bei verschreibungspflichtigen Medikamenten mit Rabatten locken. Die niederländische Internetapotheke DocMorris konnte ihren Umsatz im Jahr 2003 auf 51 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Mittlerweile gibt es rund 600 Versandapotheken im Internet, allerdings gelten davon nur 15 als professionelle Großanbieter: Neben DocMorris und der Europa Apotheke Venlo zählen auch die deutschen Anbieter Mycare und Sanicare dazu. Trotz des Wachstums beim Online-Medikamentenhandel gehen Experten allerdings davon aus, dass - wie im Versandhandel und bei den Internetauktionshäusern - auf Dauer nur wenige Anbieter überleben.

 

Seit Mitte Juli 2004 lässt auch Ebay den Handel sowie Auktionen mit rezeptfreien Medikamenten zu - vorausgesetzt, der Verkäufer besitzt die dafür gesetzlich vorgeschriebene Zulassung. Durch die Wachstumsperspektiven werden auch Branchenfremde auf den Markt gelockt. Neben der Zusammenarbeit der Drogeriekette dm mit der niederländischen Internetpharmazie Europa Apotheek Venlo ging auch KarstadtQuelle Anfang Juni 2004 eine Kooperation mit der Online-Apotheke Mycare.de ein. KarstadtQuelle leitet über seine Website Kunden an die Online-Apotheke weiter, die die Aufträge dann abwickelt.

 

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 33, 5.8.2004, S. 35.

 

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Zielgruppe Online-Gesundheit

Die Online-Zielgruppe Gesundheit setzt sich aus einer sehr heterogenen Nutzerschaft zusammen. Der durchschnittlich höhere Anteil an Frauen und älteren Nutzern läßt jedoch auf ein vergleichsweise ausgeprägteres Konsumverhalten innerhalb der Zielgruppe schliessen.

Die Zielgruppe Gesundheit im Internet kauft nachweislich häufiger online ein und nutzt das Netz vergleichbar eher zur Produktinformation. Informationsverhalten und -bedarf sind deutlicher ausgeprägt, wodurch das Internet zu einer hilfreichen Plattform zur Recherche sowie zur Information über Ernährung und Medizin avanciert - präferierte Online-Themen der Zielgruppe.

Die hohe Affinität der Zielgruppe zu einer Vielzahl an themenverwandten Inhalten ist kennzeichnend. Die Freizeit- und Themeninteressen reichen über Lifestyle-Themen, Mode und Wellness bis hin zu Familie und dem Thema Essen & Trinken.

Dem Nutzwert der Informationen messen die Anwender dieser Zielgruppe weitaus mehr Bedeutung bei als andere. Die Zielgruppe erwartet kompetent aufbereitete Inhalte und Hintergrundinformationen zu ihren Themenfavoriten. Der beratende Ansatz der Online-Anbieter wird dabei als sehr wichtig empfunden, was der Bedarf an Tipps und Ratschlägen unterstreicht. Auch die Kommunikation bzw. der Erfahrungsaustausch wird zumeist häufiger gesucht als bei anderen Themen.

Aufgrund des zumeist beratenden Charakters der dargebotenen Informationen zum Thema Gesundheit werden von der Zielgruppe häufig auch Tipps zu Ernährung und gesundem Leben bevorzugt. Bei einer inhaltlich eher medizinischen Berichterstattung sind neben den Informationen zu Krankheiten, speziell Hilfen zur Auswahl von Ärzten, Selbsthilfegruppen und Ratgebern über Medikamente gefragt. Ein Online-Anbieter muß daher sowohl gut informieren als auch beraten können, um eine adäquate Nutzerbindung aufbauen zu können.




Der Online-Versand von Medikamenten stößt zunehmend auf größeres Interesse unter der Zielgruppe im Internet. Natürlich stehen für die Anwender, wie bei fast allen Produkten im Online-Vertrieb sowohl die Bequemlichkeit als auch die Möglichkeit der Kostenersparnis im Vordergrund - zumal die Produktwahl bereits im Vorfeld getroffen worden ist. Die Anonymität ist eine wesentliche Motivation, eine Bestellung von Medikamenten über das Internet zu tätigen. Weiterhin kann über die Nutzung des Internet als Vertriebsweg für Pharmaka die schwierige Rechtslage in Deutschland umgangen werden.


Quelle: ComCult Research Newsletter Onlineforschung, 08/2002, S2.

 

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