Empirische Daten und Prognosen zu Zielgruppen und Konsumentenverhalten
Im Rahmen der „internet facts“ untersucht die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e. V. (AGOF) quartalsweise die soziodemografische Struktur der Internetnutzer anhand unterschiedlicher Merkmale wie zum Beispiel Alter, Geschlecht, Haushaltseinkommen oder Bildung und Berufstätigkeit. Außerdem wird untersucht, welche Themen für die Nutzer im Netz relevant sind, über welche Produkte sie sich online informieren und welche die online kaufen.
Die aktuellen Ergebnisse der "internet facts 2011-03" zeigen, dass mittlerweile fast drei Viertel (71,8 %) der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren das Internet nutzen. In den letzten drei Monaten waren demnach über 50 Millionen Menschen in Deutschland online. Dabei sind die Männer im Netz verglichen mit der Gesamtbevölkerung leicht überrepräsentiert. So stellen sie 53,1 Prozent der Nutzer, während lediglich 49,3 Prozent der Bevölkerung männlich sind.
Außerdem geben die Ergebnisse Aufschluss über die Alterstruktur der Internetnutzer. Sie zeigen, dass das Internet insbesondere im Alltag der 14- bis 39-Jährigen mittlerweile fest integriert ist. Sie stellen rund 50 Prozent der gesamten Internetnutzer. Anders sieht dies bei der Gruppe der über 60-Jährigen aus. Sie sind im Vergleich zu ihrem Anteil an der gesamten Bevölkerung im Internet noch unterrepräsentiert. Nur 13,2 Prozent der Internetnutzer sind 60 Jahre und älter, während diese Gruppe 28 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht.
Doch was machen die Nutzer, während sie im Netz unterwegs sind? Hier steht nach wie vor die E-Mail-Kommunikation mit fast 90 Prozent an erster Stelle. Außerdem wird das Internet von 83,5 Prozent der Nutzer gebraucht, um in Suchmaschinen und Web-Katalogen zu recherchieren. Aber auch das Einkaufen im Internet spielt eine wichtige Rolle. Rund zwei Drittel der Internetnutzer kaufen auch online ein.
Produkte, über die sich Konsumenten besonders häufig informieren, sind Bücher (59,1 %), Reisen (55,9 %) sowie Eintrittskarten (33,9 %). Online gekauft werden hauptsächlich Bücher (41,7%), Eintrittskarten (33,9%) und Musik-CDs (25,9%).
Die kostenfreie Markt-Media-Studie "internet facts" ist eine quartalsweise Untersuchung der AGOF, die Zahlen zur Internetnutzung nach ausgewählten Kriterien, wie beispielsweise nach Altersgruppe, Geschlecht, Einkommen veröffentlicht. Die Erhebungsdaten wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahres erhoben.
Auch der (N)Onliner Atlas von TNS Infratest und der Initiative D21 gibt seit 2001 Auskunft über die soziodemografische Struktur deutscher Internet-Nutzer und -Nichtnutzer. Die Ergebnisse zeigen insbesondere alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Internetnutzung.
Bei einer Betrachtung der Altersstruktur fällt zunächst auf, dass der Anteil der Internetnutzer in allen Altersgruppen deutlich gestiegen ist. Insbesondere in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen ist das Internet aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, hier liegt der Anteil der Internetnutzer bei 97,3 Prozent. Auch vor zehn Jahren war der Anteil der Internetnutzer in dieser Altersgruppe schon relativ hoch, damals nutzten bereits 63,4 Prozent das Internet. Noch etwas deutlicher ist der Anstieg der Internetnutzer in der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen von 48,0 Prozent im Jahr 2001 auf 89,7 Prozent im Jahr 2011. Den deutlichsten Zuwachs an Internetnutzern hat aber die Gruppe der Silver Surfer (50+) zu verzeichnen. Während hier im Jahr 2011 lediglich 15,6 Prozent online waren, sind es heute bereits mehr als die Hälft der Über 50-Jährigen.
Die Geschlechterunterschiede in der Internetnutzung nehmen im Zeitverlauf von 2001 bis 2011 leicht ab. Die Differenz zwischen den Anteilen beträgt 2011 noch ca. 12 Prozentpunkte, während sie 2001 noch knapp 14 Prozentpunkte betrug. 2011 sind insgesamt knapp 69% der Frauen und 81% der Männer online.

Die Lücke zwischen den Geschlechtern wird noch eindeutiger, wenn man die verschiedenen Altersgruppen betrachtet. Dieser Alterseffekt führt dazu, dass der Anteil der internetnutzenden Frauen im Vergleich zu dem der Männer in den älteren Gruppen immer weiter abnimmt. So sind 36% der Männer im Alter über 70 online, aber nur knapp 17% der Frauen im selben Alter.
Allgemein lässt sich der größte Unterschied in der Internetnutzung zwischen der Altersgruppe der unter 50-Jährigen und der Altersgruppe der über 50-Jährigen feststellen. Während in der jüngeren Gruppe 94% der Männer und 91% der Frauen das Internet nutzen, tun dies in der älteren Gruppe nur 63% der Männer und 44% der Frauen. Der formale Bildungsgrad einer Person spielt dabei eine ausgleichende Rolle, so nutzen 79% der über 50-Jährigen mit einem abgeschlossenen Studium das Internet im Vergleich zu 73% mit einem Volksschulabschluss, die das Internet nicht nutzen.
Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. (AGOF) untersucht in ihrer aktuellen Markt-Media-Studie unter anderem die Internetnutzung nach Altersgruppen. Demnach waren 97,1 Prozent der 14- bis 19-jährigen innerhalb der letzten drei Monate online. 94,8 Prozent der Internetnutzer sind zwischen 20 und 29 Jahre, weitere 90,3 Prozent der User sind zwischen 30 bis 39 Jahre alt.
Die Erhebungsergebnisse der "internet facts 2009-III" verdeutlichen, dass die Internetnutzung sich in den Altersklassen zwischen 14 und 49 mittlerweile fest im Alltag etabliert hat.
Erst bei der Altersgruppe ab 60 Jahren ist zu erkennen, dass die Nutzer im Allgemeinen nicht internetaffin sind. In der Altersklasse sind nur rund ein Viertel (28,8 Prozent) der Nutzer innerhalb der letzten drei Monate online gewesen, während fast zwei Drittel (71,2 Prozent) der Befragten keine Internet-Nutzer sind.
54,1 Prozent der männlichen Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren hat das Internet in den letzten drei Monaten genutzt. Diesem Wert stehen 45,9 Prozent der Frauen ab 14 Jahren gegenüber.
Die Studie dokumentiert mit Blick auf das Konsumentenverhalten das Interesse der Nachfrager nach Waren und Dienstleistungen innerhalb der letzten 12 Monate. 61,8 Prozent der Befragten interessieren sich bspw. für den Kauf von Körperpflegeprodukten über das Internet. 57,1 Prozent interessieren sich für Bücher und 55,0 Prozent für den Kauf von Schuhen im Internet. Auf dem letzten Platz im Top 30 Ranking liegt Flugtickets von Billigairlines mit 28,0 Prozent und Heimwerkerbedarf mit 27,0 Prozent.

Die kostenfreie Markt-Media-Studie "internet facts" ist eine quartalsweise Untersuchung der AGOF, die Zahlen zur Internetnutzung nach ausgewählten Kriterien, wie beispielsweise nach Altersgruppe, Geschlecht, Einkommen veröffentlicht. Die Erhebungsdaten wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahres erhoben.
Quelle:
- internet facts 2009-I
- internet facts 2009-III
Autoren:
- Aline Eckstein,Sammar Keddo, Laura Jansen, 08.02.2010
Die aktuellen Ergebnisse der 2009 durchgeführte Studie „(N)Onliner Atlas 2009" dokumentieren, dass mittlerweile 46,3 Millionen Personen über 14 Jahren online sind (vergleiche: 39,2 Millionen in 2007) , dies entspricht einer Internetnutzung von 70 %Prozent (2006: 58,2, 2007: 60,2 Prozent) in Deutschland. Betrachtet man die Zahlen zur Internetnutzung hinsichtlich der Geschlechterverteilung so zeigt sich, dass sich der Trend der Vorjahre weiter fortsetzt: Auch in diesem Jahr fallen die Zuwächse bei den Frauen größer aus als bei den Männern. Mit einem Plus von 4,1 Prozentpunkten liegt der Onliner-Anteil bei den Frauen in 2009 bei 62,4 % (53,8 % 2007). Der Zuwachs der männlichen Internetnutzern fiel mit einem Plus von 3,7 Prozentpunkten (2007:1,7 %) geringer aus. Damit ist ein beschleunigtes Wachstum als noch von 2006 auf 2007 zu verzeichnen. Jedoch ist der Anteil männlicher Internetnutzer immer noch deutlich höher als der Frauenanteil an der Gesamtnutzerschaft des Internets.

Die Erhebungsergebnisse des "(N)Onliner Atlas" lassen allerdings vermuten, dass eine weitere sukzessive Annäherung von Frauen und Männern im Hinblick auf die Internetnutzung in der näheren Zukunft erwartet werden kann, da der Anteil der Frauen an den Nutzungsplanern auch 2009 höher ist.
Betrachtet man die Internetnutzung nach Altersgruppen , so zeigen die Ergebnisse der Studie, dass sowohl bei den 14- bis 49-jährigen Frauen als auch bei den 14-49 jährigen Männern ein Online-Anteil von über 85 Prozent zu beobachten ist. Die Frauen liegen mit 86,6 Prozent unter dem Anteil der Männer (90,5%). Womit sie den Abstand zu den Männern jedoch verringern konnten (10,0 Prozentpunkte in 2006 auf 7,8 Prozentpunkte 2007, 5,3 Prozentpunkte 2008). Bei den ab 50-Jährigen hat sich der Geschlechterunterschied im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert: 35,2 % der Frauen (2006: 26,1 %) und 56,3 % der Männer (2006: 42,3%) sind in dieser Altersgruppe online. Insgesamt liegt der Anteil der Internetnutzer in der Altersgruppe "ab 50-Jährige" 2009 mit 44,9 Prozent (35,7 in 2007) noch deutlich unter dem bundesweiten Gesamtdurchschnitt, aber auch hier sind die Zuwächse überdurchschnittlich hoch.

Der "(N)Onliner Atlas 2009" ist eine jährliche Untersuchung der Initiative D21 und des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens TNS Infratest, die Zahlen zur Internetnutzung nach ausgewählten Kriterien, wie z. B. nach Bundesland, Alter, Geschlecht, Einkommen veröffentlicht. Im Rahmen der aktuellen Studie wurden zwischen dem 27. Januar und dem 23. April 2007 insgesamt 49.135 Personen über 14 Jahren deutschlandweit befragt.
Quelle:
- (N)Onliner Atlas 2009
- (N)Onliner Atlas Februar 2010
Autor:
- Laura Jansen, Aline Eckstein, 08.02.10
Das Potenzial in der bundesdeutschen Bevölkerung, sich möglicherweise in nächster Zeit einen Internetzugang anzuschaffen, lag 2004 bei 7,2 %. Dieses Vorhaben setzen dann vielleicht 5 % in die Tat um. Geht man also von einer optimistischen Schätzung aus, so werden im Jahr 2010 85 % der Bevölkerung online sein.
Offliner stellen keine homogene Gruppe dar. Die Spannweite reicht von absolut Desinteressierten, eher Ablehnenden sowie Distanzierten, die sich vom Internet keinen Mehrwert erhoffen. Dann gibt es noch die sog. Nutzungsplaner bis hin zu den Erfahrenen. Ihnen ist gemeinsam, daß sie die Mehrwerte kennen, die das Internet ihnen bieten könnte, sie möchten diese aber trotzdem nicht nutzen.
Geht man davon aus, daß die Nutzungsplaner bereits überzeugt sind, so gelten die Erfahrenen als nächster möglicher Schwellen-Typ. Bei den Distanzierten und Ablehnenden ist es natürlich am schwierigsten: Für sie müßte sich z. B. die technische Seite durch eine leichtere Bedienbarkeit vereinfachen. Auf der anderen Seite müßte ihnen ihr spezieller persönlicher Nutzen näher gebracht werden.
Quelle:
- Die Offliner - eine homogene Gruppe der Internetverweigerer? aus: Media Perspektiven, Heft 3/2005, S. 115-124. (01.08.2005)
