Empirische Daten und Prognosen zum Lebensmittelhandel im Internet
- Ausgewählte Ergebnisse der Studie "Internet im Handel 2010 - Status Quo und Entwicklung"
- Ausgewählte Ergebnisse der Studie "Internet im Handel 2008 - Status Quo und Entwicklung"
- Ausgewählte Ergebnisse der Studie "Internet im Handel 2006 - Status Quo und Entwicklung"
- Der Getränkefachgroßhandel im Internet
- Ausgewählte Ergebnisse der Studie "Internet im Handel 2004 - Status Quo und Entwicklung"
Die Lebensmittel- und Genussbranche liegt bei der Ausstattung mit Internetanschlüssen mit einem Anteil von 91,7 Prozent im Vergleich auf dem letzten Platz. Auch die Nutzungsintensität liegt daher meist unter dem Einzelhandelsdurchschnitt. Außerdem besitzen nur rund 71 Prozent aller Lebens- und Genussmittelhändler eine eigene Website.
Die Nutzungsintensität des Internets liegt bei Lebensmittel- und Genussmittelhändlern auch im Jahr 2008 in vier von sechs abgefragten Bereichen deutlich unter dem Mittelwert des Einzelhandels. Zu diesem Ergebnis kam das ECC Handel, im Rahmen der Studie "Internet im Handel 2008 - Status Quo und Entwicklungen".
Der Nutzungsintensität gerecht werdend liegt der Lebens- und Genussmittelhandel auch bei der Ausstattung mit Internetanschlüssen mit einem Anteil von 86,4 Prozent auf dem vorletzten Platz von allen betrachteten Branchen; lediglich der Einzelhandel mit Spielwaren weist einen noch geringeren Anteil auf. Nur 63,6 Prozent der befragten Lebens- und Genussmittelhändler verfügen derzeit über eine eigene Website. Der gesamten Einzelhandel weist einen Durchschnittswert von 74,8 Prozent auf.
Insgesamt stellen die Bedenken über die "Produkteignung" zusammen mit den Problemen "fehlendes Know-how" und "zu hohen Kosten bei Einführung und Betrieb des Online-Handels" die größten Problemfelder dar. Bei den von anderen Branchen genannten Problemen liegt die Einschätzung der Lebens- und Genussmittelhändler jedoch unter dem Einzelhandelsdurchschnitt. Besonders auffällig ist dabei die weit unter dem Durchschnitt liegende Bewertung für den "Zeitbedarf bei der Planung und Umsetzung". Dies mag damit zusammenhängen, dass viele Unternehmer dieser Branche noch keine oder wenige Erfahrungen mit den Online-Handel gesammelt haben und bisher nicht an diesem kritischen Punkt angekommen sind.
Quelle: Hudetz, Kai/Strothmann, Sonja/Eckstein, Aline: Internet im Handel 2008 - Status quo und Entwicklungen, Köln, 2008.
Entgegen den Erwartungen von Experten der New-Economy-Euphorie blieb das zum damaligen Zeitpunkt hoch eingeschätzte Wachstum im Online-Handel mit Lebensmitteln aus – die meisten Kunden fuhren weiter selbst in die stationären Märkte. Heute regiert in diesem Bereich nicht das Massengeschäft im Internet, sondern der Handel mit exquisiten Speisen, erlesenen Weinen und raren Leckereien.
Dennoch fallen derzeit die Internetaktivitäten von Unternehmen aus diesem Segment vergleichsweise niedrig aus. So zeigt die aktuelle Studie „Internet im Handel 2006 – Status quo und Entwicklungen“ des ECC Handel auf, dass lediglich 68 % der Lebens-/ und Genussmitteleinzelhändler über eine eigene Website verfügen, während der Einzahlhandelsdurchschnitt bei 75 % liegt. Nur etwa jeder fünfte Einzelhändler mit Lebens-/Genussmitteln nutzt darüber hinaus das Internet zum Produktvertrieb.
Die erfolgreichen Online-Lebensmittelhändler haben sich daher zumeist auf den Verkauf unverderblicher Waren, wie Getränke, Konserven oder Teigwaren spezialisiert oder bieten internationale Spezialitäten an, die im stationären Handel häufig nicht vorgehalten werden. Im Gegensatz zu der als eher problematisch eingeschätzten Eignung der Güter für den Online-Vertrieb zeigt sich, dass Lebens-/Genussmittelhändler im Gegensatz zu anderen Einzelhändlern erheblich geringere Angst vor Preistransparenz bzw. Preisverfall äußern. Insbesondere im Bereich der höherpreisigen Weine scheinen die produktspezifischen, ausgeprägten Transportanforderungen, wie Bruchsicherheit und Temperierung, die Einschätzung der Händler zu untermauern, die Produkte seien für den Online-Vertrieb eher ungeeignet.
Ausgewählte Probleme der Internetnutzung im Lebens-/Genussmittelhandel (n ? 72)
Die Betrachtung der Probleme der Internetnutzung im Kundenbereich legt offen, dass Lebens-/Genussmittelhändler häufiger als der Durchschnitt der Einzelhändler annehmen, dass ihre Kunden keinen Internetzugang besitzen bzw. nicht am Online-Vertrieb ihrer Produkte interessiert sind. Nach wie vor spielt der Online-Vertrieb von Lebensmitteln in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle. Jedoch wird es auch für mittelständische Handelsunternehmen in diesem Segment zukünftig darauf ankommen, das Internet in geeigneten Bereichen mit den traditionellen Kommunikations- und Vertriebswegen zu verknüpfen. Das Schlagwort „Multi-Channel-Management“ kann daher als ein zentraler Erfolgsfaktor angesehen werden.
Quelle: Hudetz, Kai/Duscha, Andreas: Internet im Handel 2006 - Status quo und Entwicklungen, Köln, 2006.
Weitere Ergebnisse liefert die CD-ROM zur Studie Internet im Handel, die an Vorläuferstudien zu diesem Thema anknüpft und aufzeigt, wie sich die Bedeutung des Internets für den Getränkegroßhandel entwickelt.
Laut der Studie Internet im Handel 2004 des ECC Handel haben 87% der Getränkefachgroßhändler eine eigene Website und 30% führen ein Online-Angebot. Generiert wird ein Online-Umsatzanteil von vier Prozent, dies ist der größte Anteil am Gesamtumsatz mit Handelswaren.
Der Anteil der Online-Beschaffung von Waren für den Wiederverkauf liegt mit 4,7 Prozent deutlich unter dem Wert für den gesamten Großhandelsbereich (7,8 Prozent). Der Anteil der Online-Beschaffung für den eigenen Bedarf dagegen liegt mit 13,5 Prozent über den 11 Prozent im gesamten Großhandel. Somit besteht gerade für Handelsplattformen, die Hersteller und Händler vernetzen, ein Wachstumspotenzial.
Von der Internet-Nutzung versprechen sich die Großhändler vor allem eine Kostenreduktion beim Einkauf und Zeitoptimierung/ Flexibilität bei den internen Arbeitsabläufen. Kundenbetreuung und -akquisition werden dagegen keine große Bedeutung beigemessen.
Quelle: Internet im Handel 2004. Autor: Duong , 18.04.06
Bereits die vorhergehende Studie Internet im Handel 2004 - Status Quo und Entwicklungen des ECC Handel zeigte auf, dass das Internet im Nahrungsmitteleinzelhandel wenig verbreitet ist. Nur 60 Prozent der Händler verfügten zum Befragungszeitpunkt über eine eigene Website. Schon damals bewerteten die Lebensmittelhändler das Ziel, neue Kundengruppen durch das Internet zu erschließen, deutlich geringer als Einzelhändler anderer Branchen.
Quelle: Hudetz, Kai/Tansakovic, Nicol: Internet im Handel 2004, Köln 2004.
Drei Einzelbeispiele für den erfolgreichen Vertrieb von Wein über das Internet finden Sie unter den nachfolgenden Verlinkungen. Weitere Praxisbeispiele aus dem Bereich des Lebensmittelhandels über das Internet finden Sie hier.
