Praxisbeispiel - Consumer Electronics
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EP:Netshop - Verknüpfung von Onlineshop und stationärem Handel

http://www.ep-netshop.de
EP:Netshop logo

Mit dem Start des EP:Netshop im Januar 2001 führte die Verbundgruppe ElectronicPartner (EP) das flächendeckende Multi-Channel-Angebot EP:Netshop mit 560 angeschlossenen stationären Händlern ein. Erstmalig wurde damit eine große Gruppe selbständiger Fachhändler unter einen Markenauftritt in einem gemeinsamen Online-Shop integriert. Seit ihrem Relaunch im Oktober 2004 verfügt die Internet-Plattform der Consumer Electronics Verbundgruppe über 10.000 Artikel und bietet damit das größte Sortiment der Branche im Netz

Die Kunden können, anders als bei reinen Online-Shops, die Vorzüge des Internets mit dem Service des traditionellen Fachhandels nutzen. Sie können bequem über EP:Netshop bestellen und haben gleichzeitige die Sicherheit, dass ihnen ihr EP:Netshop-Händler vor Ort für weiter gehende Beratungen, die fachgerechte Auslieferung und Installation der gekauften Geräte sowie für spätere Reparaturen oder die Abwicklung von Garantiefällen zur Verfügung steht.

Dabei unterstützen und ergänzen sich Online- und Offline-Handel gegenseitig im Marketing und Vertrieb.Während der Online-Shop von dem bekannten Namen und dem Service des lokalen Handels profitiert, erhalten die EP:Händler über das Internet Zugang zu neuen Zielgruppen mit attraktivem Umsatzpotential und können umfangreiche Dienstleistungen erbringen.

EP:Netshop profitiert dabei insbesondere von der bereits eingeführten Marke 'EP' und kann sich auf vorhandene Warenlager, Logistik, Einkaufskompetenz, Waren- und Marktkenntnisse, Lieferantenbeziehungen und über 3000 EP:Händler in Deutschland stützen. Da ElectronicPartner europaweit tätig ist, will die Verbundgruppe nach der Startphase in Deutschland das System auch in andere Länder einführen. Die verwendete Software erlaubt daher verschiedene Länder- und Sprachversionen.

Kein Umsatz läuft am Händler vorbei

Um die Vorbehalte der Mitglieder, bei der Einführung eines Online-Shops Umsatzverluste zu erleiden, auszuräumen, wurde jede Online-Bestellung über die Postleitzahl des Kunden automatisch dem nächstgelegenen Händler zugeordnet. Damit erhält, bei einer erfolgreichen Abwicklung des Auftrags, der Händler die entsprechende Provision. Der Händler ist auch dann prozentual am Umsatz beteiligt, wenn er gar nicht aktiv am Kaufprozess involviert ist. Dafür steht er als Ansprechpartner für After-Sales-Dienstleistungen zur Verfügung. Die Höhe der Verkaufsprovision wird individuell für jeden Auftrag berechnet und richtet sich danach, wie stark der Händler am Verkaufsprozess beteiligt ist.

Aus Sicht des Händlers soll der Online-Shop wie ein erweitertes Warenlager gesehen werden, denn das gegenüber den großen Fachmärkten eher kleine Warenangebot kann so um ein vielfaches vergrößert werden. Mittel- und langfristig ist zu erwarten, dass die Händler des EP:Netshop viele bestehende Kunden nachhaltig an sich binden können und regelmäßig neue Kunden für ihr stationäres Geschäft und ihre lokalen Dienstleistungen gewinnen. So bringen die E-Commerce-Aktivitäten mehr Kunden in die Läden, da etwa 60 Prozent der Internet-Käufer ihre Rechnung direkt beim EP-Händler in ihrer Nähe bezahlen. Der Umsatzanteil, den die EP-Gruppe im Internet erwirtschaftet liegt im spürbar einstelligen Bereich, erklärt der Geschäftsführer Oliver Haubrich. Bei bestimmten Artikelgruppen wie Digitalkameras und Handys kann der Umsatzanteil auch schon mal zweistellig sein.

Der Kunde bestimmt, wie das Produkt zu ihm kommt

EP:NetshopEP:Netshop: Rundum Service durch Multi-Channel-Strategie


EP:Netshop ermöglicht dem Kunden nicht nur den Weg zum Kauf es Produktes selber zu bestimmen, sondern auch, wie das Produkt zu ihm kommt und wie er es bezahlt. Er kann sich im Internet informieren und dann beim Händler kaufen oder im Internet kaufen und die Ware beim Händler abholen oder direkt zuschicken lassen. Weiterhin kann er direkt beim Kauf entscheiden, welche After-Sales-Dienstleistungen er nutzen möchte. Um die Service-Qualität sicherzustellen werden für Händler und Personal Schulungen durchgeführt. Auch auf die Einhaltung der Qualitätskriterien, wie die Erneuerung der Fassaden und die starke Einbindung der Marke EP im Geschäft, wird geachtet. Zur Sicherung der Service- und Beratungsqualität in den Standorten, setzt EP auch das sogenannte Mystery Shopping ein.

Nach ersten Erfahrungen kann gesagt werden, dass die konsequente Verzahnung von Online- und Offline-Geschäft im Marketing und Vertrieb entscheidend ist. Erst dadurch wird der Mehrwert des Internets als Informationsmedium und als Vertriebskanal für das Unternehmen optimiert. Die Vorteile einer Verbindung von Online-Vertrieb und stationärem Handel zeigen sich insbesondere bei hochwertigen und beratungsintensiven Produkten wie bspw. Produkten aus der Consumer Electronic. Nach dem jüngsten Relaunch wird es laut Oliver Haubrich vor allem um Details gehen. Hierzu zählt die bessere Einbindung von Marketing-Maßnahmen und die Betonung des Service-Angebots. Die Hauptaufgabe liegt jedoch darin, den Internet-Auftritt so einfach wie möglich zu halten, um die Kunden nicht zu verwirren.

(Quellen: Dr. Michael Krumpholz, Norbert Schüppler: Multichannel-Marketing-Handbuch, S. 147 - 161; Marcelo Crescenti: Der Handel, S. 52 - 53.)