Gestaltung von Paid Content-Produkten
- Inhalt
Um ein Angebot erfolgreich beim Kunden plazieren zu können, ist darauf zu achten, dass der Kunde den zu zahlenden Inhalt als wertvoll empfindet. Um dies zu gewährleisten, ist es sinnvoll, die Stärken des Internets zu nutzen. Dies kann z.B. durch die Verknüpfung der Inhalte mit Referenzen auf andere Inhalte geschehen. Auf diese Weise kann der Kunde viele Informationen zu einem Thema finden.
Der Produzent vom Web-Content sollte also gleichzeitig über inhaltliche als auch über mediale Kompetenz verfügen. - Formate
Die Inhalte sollten nach Möglichkeit in verschiedenen Formaten angeboten werden.
Bei Informationen aus Nachrichtenredaktionen sollte der Inhalt als reiner Text, als HTML, als PDF und als Word-Dokument zur Verfügung stehen.
Bilder aus Bildagenturen sollten neben JPEG- oder TIFF-Formaten auch unterschiedliche Auflösungen enthalten. Auch bei Texten aus der Nachrichtenredaktion kann dieses Prinzip angewendet werden, indem z.B. eine kurze Zusammenfassung, eine detaillierte Beschreibung und ein langer Artikel angeboten wird.
Für Musikdateien gilt das gleiche wie für Bilder. Wichtig sind hier wiederum verschiedene Formate und Auflösungen. Die Aufösung entspricht der Wiedergabequalität. - Schlüsselwörter
Nach der Inhaltserstellung sollte die Kennzeichnung der Inhalte durch Schlüsselwörter erfolgen, um dem Kunden die Suche zu erleichtern. Sind diese beiden Schritte erledigt, ist es sinnvoll, die Schlüsselinhalte auf den Server zu stellen und von einer Suchmaschine indizieren zu lassen. Dadurch fällt es auch dem Redakteur leichter die Inhalte zu pflegen und am Ende des Lebenszyklus zu archivieren. - DRM
Dem Kunden sollte immer eine Version des Inhalts vorliegen, die mit Digitalem Rechte-Management ausgestattet ist, um Texte nur auszudrucken aber nicht zu kopieren. - Kasse
Nach erfolgreicher Inhaltsauswahl fehlt noch die Kassenregistrierung. Dort werden die Informationen des Kunden in die Datei mit den Inhalten kodiert. Der Kunde kann die Informationen dann vom Server laden.
(Quelle: Daniel Amor, E-Business aktuell, Edition 2004, S. 310f.)
Wichtig für den Erfolg einer Internet-Seite ist neben dem optischen Eindruck die internetgerechte Aufbereitung von Texten. Die Aufbereitung der Texte sollte in die Zielsetzung des Internetangebotes (Unterhaltung, Verkauf oder Informationsvermittlung) passen. Weiterhin sollte die Frage der Zielgruppe geklärt werden. Anhand dieser beiden Kriterien ist es möglich, die Internettexte benutzerfreundlich und zielgruppengerecht aufzubereiten. Hierbei sollten verschiedene Regeln befolgt werden:
- Über einen einleitenden Text kann dem Leser der Einstieg in das Thema erleichtert werden. Solch ein Teaser soll das Interesse des Lesers für den restlichen Text wecken.
- Da der Leser an einem Bildschirm sitzt, was für ihn ungewohnt ist, erwartet er kürzere und klarer strukturierte Texte als im Printbereich.
- Diese Strukturierung sollte optisch so geschehen, dass die Orientierung durch Absätze, Aufzählungen und Zwischenüberschriften erleichtert wird.
- Bei der Formatierung des Textes sollte auf Unterstreichungen verzichtet werden, da es sonst zu Verwechslungen mit Links kommen kann, da diese standardmäßig unterstrichen sind.
- Damit der Text angenehmer zu lesen ist, sollte auf einen ausreichenden Kontrast zwischen den Farben des Hintergrunds und des Textes geachtet werden.
- Abbildungen lockern den Text auf. Hierbei muss aber sowohl die Ladezeit als auch die Qualität der Bilder beachtet werden.
- Bei längeren Texten sollte grundsätzlich die Möglichkeit geboten werden, den Text entweder auszudrucken oder, bestenfalls im Adobe-PDF-Format, herunterzuladen.
- Der Leser sollte die Möglichkeit haben, direkt auf einen gelesen Text einen Kommentar abzugeben.
Als Grundsatz lässt sich festhalten, dass je tiefer der Leser in das Internet-Angebot vordringt, desto eher ist er bereit, längere Texte zu lesen.
Quelle: begin-Newsletter vom 18.12.2003
Auf der Suche nach lukrativen Strategien für das Publizieren im Netz, wird immer häufiger auf die Idee des e-paper gesetzt. Laut der Münchener Medienexpertin Katja Riefler gibt es in Europa derzeit rund 100 bis 120 und in Deutschland etwa 25 digitale Abbilder der gedruckten Zeitungen und fast täglich kommen neue Angebote hinzu. Mit e-paper wollen die Verlage vor allem neuen Umsatz erzielen.
Auf einer Fachtagung zum Thema e-paper stellte sich jedoch heraus, das unter diesem Fachbegriff jeder etwas anderes versteht. Dabei reichen die Konzepte von der 1:1-Kopie der gedruckten Zeitung als Grafikdatei bis hin zu ausgefeilten Angeboten mit Sammel-, Navigations- und Suchmöglichkeiten.
Auch die Zustellung der elektronischen Zeitung verläuft auf unterschiedlichen Wegen. Die Leser können sich die Ausgabe per E-Mail zuschicken lassen, oder sie online im Web lesen, beziehungsweise auf den Heimcomputer laden. Die Zeitung ist damit zu geringen Kosten an jedem Ort der Welt abrufbar. Das Vertriebssystem spielt eine große Rolle. Die meisten Anbieter favorisieren hier das Abo, während Einzelabrufe eher selten bleiben. Auch die Herstellung ist günstig, da die digitale Version weitestgehend automatisiert aus den Daten der gedruckten Zeitung erzeugt wird. Die Leser erkennen, dass Druck- und Vertriebskosten gespart werden, daher muss ein e-paper, um erfolgreich zu sein, auf jeden Fall günstiger sein als die gedruckte Fassung.
Der einfache Zugang zum E-Paper ist von hoher Bedeutung. So muss man sich auf manchen Websites über die Volltextsuche Zugang zum Angebot verschaffen, da die entsprechenden Links nicht zu finden sind. Kostenlose Testversionen sind meist nur mit Hinterlegung persönlicher Daten einzusehen. Viele Websites leiden an klassischen Usability-Fehlern, wie z. B. falsch beschrifteten Navigations-Buttons oder auf dem Registrierungsformular vergessene "Submit"-Button.
Eine Studie der Universität Trier zum Nutzungsverhalten der Leser digitaler Ausgaben zeigt, dass sich Leser gegenüber der gedruckten Version zusätzliche Funktionen wünschen. Sie wünschen sich besonders interaktive Angebote, weitere Informationen hinter den abgedruckten Nachrichten, mehr Kommentare und eine starke Nutzung von Hyperlinks. Für fast zwei Drittel der Abonnenten ist - neben der Mobilität - das Archiv der wichtigste Grund der e-paper-Nutzung. Selten berichten e-paper-Leser über die Probleme mit der Benutzbarkeit, so kommen die Leser mit der Navigation problemlos zurecht. Deutlich hinterher hinkt jedoch die Lesbarkeit gegenüber der Papierausgabe. Das wesentliche Resultat der Studie ist, dass die Nutzung des e-papers weitgehend der Nutzung der gedruckten Ausgabe entspricht. Gerade weil das e-paper das Zeitungslesen mit dem Surfen verbindet und damit einen Kompetenztransfer vom alten zum neuen Medium herstellt, wird es von den Lesern akzeptiert.
Im Anzeigenbereich sollte eine schnelle Stichwortsuche dabei helfen, schnell das gewünschte Angebot zu finden, meinen fast 80 Prozent der Befragten. Und jeder dritte Befragte wünschte sich weiterführende Links auch im Anzeigebereich. Viele Verlage bieten keine Kleinanzeigen im E-Paper an. Gerade hier macht die Volltextsuche Sinn.
Die Verleger sprechen auch unterschiedliche Zielgruppen an. Die elektronische Ausgabe der Koblenzer Rhein-Zeitung bekommen z.B. nur Abonnenten der Print-Ausgabe gegen Aufpreis. Der Verlag befürchtet bei einer Verbreitung an alle Interessierten eine Kannibalisierung der Zeitung.
Die Augsburger Allgemeine bietet ihre elektronische Fassung auch Nicht-Abonnenten an - rund vier Euro günstiger als das Print-Abo. Eingeschriebene Abonnenten können für zusätzliche 7,50 Euro weitere Regionalausgaben des Blattes beziehen.
Der Berliner Tagesspiegel setzt dagegen auf Sonderangebote. Denn neben dem Online-Abonnement bietet der Tagesspiegel auch den virtuellen Einzelverkauf an. Die elektronische Wochentagsausgabe kostet dabei etwa nur die Hälfte der gedruckten Ausgabe.
Auch die Neue Züricher Zeitung (NZZ) bietet seit Juli 2003 die kostenpflichtige e-Version NZZ Global an. Damit will sie besonders Abonnenten außerhalb des deutschsprachigen Raums erreichen, denn die teure Zustellung per Luftpost ist ein Zuschussgeschäft. Die Schweizer gehen davon aus, dass die digitale Ausgabe im internationalen Bereich sehr gut angenommen wird. Die e-paper-Version sollen Auslandsabonnenten zum Schweizer Inlandspreis und natürlich ohne transportbedingten Zeitverzug erhalten.
Zwei US-Studien zufolge sind E-Paper-Leser bereit, ihre Abos automatisch zu verlängern. Beinahe 50 Prozent der Leser von US-e-papers sind mit diesem Zustand zufrieden. Gleichzeitig verändert sich die Nutzung von Web-Auftritten und Papierzeitungen durch die Nutzung des E-Papers nicht. Darüber hinaus stellten die Studien fest, dass 60 bis 70 Prozent der E-Paper-Leser männlich sind und über ein gehobenes Einkommen verfügen. Die Hälfte von ihnen hat einen akademischen Abschluss. 31 Minuten pro Tag lesen die E-Paper-Leser und tun dies zu 80 Prozent zu Hause. Die E-Paper werden hauptsächlich in der Zeit zwischen 8 und 12 Uhr sowie zwischen 18 und 21 Uhr genutzt. Die Ergebnisse der Studien decken sich mit der E-Paper-Studien im deutschsprachigen Raum.
Zwar haben immer mehr Zeitungshäuser e-paper im Angebot, wirklich lukrativ sind die Aktivitäten aber nicht. So konnte die Süddeutsche Zeitung gerade mal 3.608 Abonnenten gewinnen und ist damit Marktführer. Die FAZ erreicht 1.881 Digital-Leser und der Pionier unter den E-Paper-Anbietern Rheinzeitung 2.881. Die digitalen Angebote liegen im Bereich von einem Prozent der Print-Auflage und widerlegen damit die Befürchtungen einer Kannibalisierung von Online- und Print-Medien. Anbieter mit einer starken Marke verkaufen dagegen ihre Inhalte durchaus erfolgreich. Die Stiftung Warentest betreibt ihren Dienst bereits seit fünf Jahren und hat den Umsatz über die Millionengrenze erweitert. Andreas Gebauer, der Leiter der Online-Redaktion, will das Angebot jedoch nicht als E-Paper verstanden wissen. Ein echtes E-Paper des Test-Magazins wurde 2003 ein Jahr lang ausprobiert, jedoch bei Abo-Zahlen von rund 50 wieder eingestellt. Die Stiftung Warentest setzt stattdessen auf Testberichte, die online angeboten werden. Inzwischen werden 70.000 bis 80.000 Testberichte pro Monat verkauft.
Trotz dieser Zahlen ist Katja Riefler vom Potenzial der digitalen Zeitung überzeugt. Sie ist der Meinung, dass das e-paper bei den Nutzern noch nicht bekannt genug ist und deshalb vom Marketing noch stärker gefördert werden müsste. Man sollte sich auf jeden Fall um dieses Nischenprodukt kümmern. Neuer Schwung in die Szene könnte mit einer stärkeren Verbreitung von e-paper-fähigen Endgeräten wie dem digitalen Papier kommen. Für e-paper gilt, je exklusiver der Inhalt, desto größer die Zahlungsbereitschaft. Dabei sollten es spezialisierte Ansätze gegenüber General-Interest-Ansätzen leichter haben.
Bei der Umsetzung der Inhalte, wird E-Paper gern mit PDF gleichgesetzt. Das Format zeigt jedoch Schwächen bei der Suchmaschinenplatzierung, in der Online-Usability und häufig bezüglich der Datei-Größe. Die Frankfurter Rundschau bietet eine HTML-basiertes Format an. Dieses hat allerdings den Nachteil, dass es schwieriger ist, neue Produkte wie etwa Beilagen zu publizieren. Außerdem ist die Browser-Verträglichkeit problematisch.
Empirische Untersuchungen zeigen, dass es keine Rolle spielt in welchem Format ein E-Paper angeboten wird. Entscheidend ist eine geringe Ladezeit und dass keine zusätzliche Software benötigt wird. Viele Studien zeigen, dass die Benutzer E-Paper direkt lesen und gar nicht erst herunterladen. Daher erwarten sie die gleichen Funktionen wie im Web, d. h. Hyperlinks und Volltextsuche. Zusätzlich müssen die Artikel leicht zu archivieren sein.
Bezahlverfahren stellen hohe Zugangshürden zu e-paper dar. Die Kreditkartenzahlung ist in Deutschland problematisch, während Einzugsermächtigungen Bankdaten verlangen und mindestens SSL-geschützt sein müssen. MicroPayment-Systeme sind für Anbieter mit recht hohen Kosten verbunden.
Für die meisten Verlage macht es mehr Sinn in den eigenen Online-Auftritt zu investieren. E-Paper funktionieren nur, wenn sie Mehrwert bieten, das Angebot billig ist und der Leser das erhält, was er erwartet.
(Quelle: BJV report, Ausgabe 6/2003, Mitgliedermagazin des Bayerischen Journalisten-Verbandes; Pressemitteilung CEB zur empirische Studie: Elektronische Zeitungen: Was die Nutzer davon halten, 05.06.2003
Puscher, Frank: Businessmodell E-Paper, in Internet World, 2005, Nr. 10, S. 26 - 29.)
Von zentraler Bedeutung bei der Speicherung und Lagerung von digitalen Produkten und Inhalten ist die Wahl des geeigneten Speicherformats. So gilt es, aus der Menge unterschiedlicher Formate, die zur Speicherung zur Verfügung stehen, das für die Bedürfnisse der Zielgruppe am besten geeignetste auszuwählen. Dabei ist zu beachten, dass die Vorteile der Online-Nutzung erhalten bleiben - so beispielsweise die Möglichkeit der Suche und der schnellen Navigation innerhalb des Textes. Da es für jede Medienform mehrere Dateitypen gibt und die potenziellen Abnehmer häufig auch unterschiedliche Formate favorisieren, ist eine Vereinheitlichung der Formate vorerst nicht abzusehen. Daher muss sich das anbietende Handels- oder Medienunternehmen darauf einstellen, unterschiedliche Formate liefern zu können, wobei es für den Anbieter zwei Vorgehensweisen gibt:
- Die digitalen Produkte werden in allen benötigten Formaten gespeichert und bei Bedarf direkt vom Abnehmer abgerufen.
- Für jede Medienform wie beispielsweise Audio, Video, Text oder Grafik wird ein Speicherformat festgelegt, das in das vom Abnehmer bevorzugte bzw. benötigte Format konvertiert und diesem dann geliefert wird.
(Quelle: Luxem, Redmer: Digital Commerce. Electronic Commerce mit digitalen Produkten. Josef Eul Verlag, Lohmar - Köln, 2000.)
