Erkenntnis - Web 2.0 und Social Commerce
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Google+ eröffnet neue Chancen für Unternehmen

Im Sommer diesen Jahres öffnete Google seine neue soziale Plattform Google+. Nach mehreren eher gescheiterten Versuchen mit Google Wave, Google Buzz und Orkut, im Bereich Social Media Fuß zu fassen, holte der Internetriese zum nächsten Schlag aus. Als Konkurrenz zu Facebook, Twitter und Co. verzeichnet Google+ in den ersten Monaten ein rasantes Wachstum, liegt aber mit einer Reichweite von 1,5 Prozent (August 2011, GfK Panel Services) in Deutschland noch weit hinter Facebook, das im August zum ersten Mal die 50 Prozent Markte knackte (zum Vergleich: XING 3,7%; studiVZ 3,6%).

Google+ ist ein Versuch, alle bekannten Google Funktionen und Dienste in einem Produkt zusammenzufassen. So sind beispielsweise der Bilderdienst Picasa oder der Chatclient GTalk in das Social Network integriert. Zudem wartet Google mit etlichen neuen Features auf. Der wohl markanteste Unterschied zum etablierten sozialen Netzwerk Facebook besteht in den sogenanten Circeln, in den Google+ Nutzer ihre Kontakte verwalten können. Hierdurch wird den Nutzern die Möglichkeit geboten, ihre Kontakte in Gruppen aufzuteilen und somit gezielte Informationen mit bestimmten Gruppen auszutauschen. Die User entscheiden also selbst mit welchen Kontakten sie welche Beiträge und Profilinformationen teilen.

Google+ Pages

Die brandneue Funktion des Google+ Netzwerkes sind die sogenannten 'Google+ Pages'. "Gut hundert Tage nach dem Start von Google+ bieten wir den Verbrauchern nun die Möglichkeit, sich nicht nur mit Personen zu verbinden, sondern mit all den Dingen, die ihnen am Herzen liegen", sagte Google-Manager Bradley Horowitz. Google+ Pages können für Produkte und Marken, Unternehmen und Organisationen aber auch Vereine, Kultureinrichtungen und Gruppen eingerichtet werden. Wie private User können auch Unternehmensprofile Artikel, Kommentare, Videos oder Fotos posten. Die Ähnlichkeit zu den Facebook-Fanpages ist nicht zu verkennen. Auf Facebook sind bereits etliche Firmen und Einrichtungen über eigene Fan-Seiten präsent.

 

Voraussetzung für eine Kontaktaufnahme von Firmen und Organisationen zu den Mitgliedern ist die Aufnahme in einen der Circles der User. Aber auch für institutionelle und gewerbliche Anwender besteht die Möglichkeit, ihre Kontakte in verschiedene Kreise einzuteilen. So besteht die Option für Unternehmen bestimmte Mitteilungen gezielt an ausgewählte Kunden zu richten. Durch die Funktion 'Hangout' sind sogar Chats und Videokonferenzen mit interessierten Nutzern des Sozialen Netzwerks möglich.

YouTube-Video

Integration in die "klassische" Google-Suche

Google plant zudem eine Integration der Google+Pages in die Google Suchfunktion. So sollen Nutzer direkt bei der Suche nach Unternehmen auf deren Präsenz auf Google+ aufmerksam gemacht werden und auf die Google+ Pages weitergeleitet werden. Mit 'Direct Connect' will Google eine Verbindungsmöglichkeit direkt aus der Suche heraus schaffen. Gibt ein Nutzer beispielsweise bei der Suche nach dem Unternehmen Pepsi "+Pepsi" in die Google-Suche ein, wird dieser direkt auf die Google+ Seite von Pepsi weitergeleitet. Dieser Prozess funktioniert noch nicht immer einwandfrei, wird aber nach dem Google+Prinzip Schritt für Schritt umgesetzt.

 

Dadurch wird die Einrichtung einer Google+Page auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) interessant, die durch Social Media-Aktivitäten mit (potenziellen) Kunden kommunizieren möchten und gleichzeitig ihre Auffindbarkeit erhöhen möchten. Erste Pilotversuche von KMU existieren bereits einige Tage nach der Eröffnung der Möglichkeit durch Google. So ist z. B. das Autohaus Kühl mit Sitz in Gifhorn mit einer eigenen Google+Page und ersten Aktivitäten neben Facebook in diesem Sozialen Netzwerk vertreten.

Neue Möglichkeiten für Websitenbetreiber

Um nicht nur Menschen sondern auch Websites zu verbinden, führt Google eine Google+Box ein, die in Websiten integriert werden kann. Hierbei handelt es sich um eine Erweiterung der +1-Bewertungsschaltfläche. Nutzer können so nicht nur eine Seite "plussen", sondern weitere Informationen einsehen und die Google+Pages direkt in einen ihrer Circles aufnehmen. Außerdem integriert Google die Webanalyse-Software Google Analytics in das Social Network. So können Betreiber der Google+Pages die Interaktion der Mitglieder mit den Profilseiten messen.

Fazit

Interessant könnten die Unternehmensprofile von Google+ in Kombination mit dem +1-Button werden. Wer als angemeldeter Google+Nutzer in der Google-Suche eine Suchphrase eingibt, sieht in den Ergebnislisten auch Empfehlungen der Kontakte aus seinen Circles. Im Vergleich zum "Facebook-Like" könnten sich diese unmittelbar sichtbaren Empfehlungen aus sicht des Suchenden als wertvoller erweisen. Google+-Empfehlungen könnten damit für Unternehmen mit vielen Google+Followern zu einer Google AdWords-Ergänzung oder Alternative werden.

 

"Ob Google+ sich aus Unternehmenssicht für die Kommunikation mit potenziellen Kunden gegenüber Facebook und weiteren Sozialen Netzwerken behaupten kann, bleibt spannend. Der erste Schritt in diese Richtung ist jedoch mit Google+Pages getan und die Zeichen stehen seitens Google eindeutig auf Ausbau und Erweiterung", so Andreas Duscha, Leiter des ECC Handel.

Quellenverzeichnis