Grundlegende Instrumente der Sicherheit im E-Commerce
Sicherheitstipp: Warum eine Firewall meist
unerlässlich ist
Um sich vor unliebsamen Überraschungen im Internet zu
schützen, ist die Einrichtung einer Firewall mittlerweile
Pflicht. Eine Firewall ist ein System aus Software- und
Hardwarekomponenten, das den Zugriff zwischen
verschiedenen Rechnernetzen beschränkt, um ein
Sicherheitskonzept umzusetzen. Sie schützt Ihren Computer bzw.
Ihr Unternehmensnetzwerk gegenüber dem öffentlichen Raum
des Internets ab und unterbindet Hacker-Angriffe,
Datendiebstähle und unberechtigte Zugriffe auf Ihre
Daten.
Während bei einem Einzelplatzrechner mit Modem- oder
ISDN-Zugang noch eine softwarebasierte Firewall-Lösung
ausreicht, sollten Sie in einem Firmennetzwerk oder bei einer
Standleitung grundsätzlich eher Experten zurate
ziehen und eine Hardware-Lösung bevorzugen. Die
Installation wurde zwar durch technische Fortschritte in den
vergangenen Jahren zunehmend einfacher, hat jedoch immer noch ihre
Tücken. Beachten sollten Sie zudem die folgenden
Ratschläge:
- Installieren Sie die aktuellsten Updates und Patches für
die verwendete Software (z. B. das Betriebssystem).
- Verwenden Sie zudem einen aktuellen Virenscanner mit
automatischer Update-Funktion.
- Legen Sie Festplatten wichtiger Systeme doppelt aus, so dass
Sie jederzeit über eine Sicherung verfügen.
- Eine tägliche Datensicherung sollte Pflicht
sein.
- Bewahren Sie die Sicherungsdatenträger räumlich getrennt vom Original auf.
(Quelle: technologie-transferstelle
parfümerie-einzelhandel, unter: www.tts.bundesfachschule.de,
Zugriff am 2.1.2006)
Was tun, um Hacker dauerhaft auszusperren?
Die eigenen Server und das verwendete System wasserdicht zu machen,
um sich vor Angriffen von Hackern zu schützen, ist heute
wichtiger denn je. Hacker suchen bei einem Angriff stets
nach dem schwächsten Glied in der Kette und nutzen
meist frei verfügbare Software, um in einem System
Schwachstellen zu finden.
Um Hacker dauerhaft auszusperren, sollten die
folgenden Regeln unbedingt beachtet werden:
- Alle Zugriffe auf den Server zunächst
verbieten und dann schrittweise öffnen
- Telnet-Protokoll sofort abschalten
- Benutzer root deaktivieren
- Kritische Ports lückenlos abriegeln
- Passwörter mit Zahlen und Sonderzeichen
versehen
- Passwörter alle 30 Tage wechseln
- Root-Server nur mit Konsolenz-Zugang
- Wöchentliche
Sicherheits-Updates
- Tägliche Daten-Sicherungen auf
ausgelagerten Systemen
- ggf. Einsatz von Intrusion-Detection-Systemen
- Nur so viele Rechte wie unbedingt nötig vergeben
Bei so genannten Content Management Systemen (CMS), die auf
Webservern wie Apache oder dem Internet Information
Server von Microsoft laufen, ist besondere Vorsicht
geboten, denn diese gehören zu den beliebtesten
Angriffszielen. Hier gibt es häufig Lücken, die
ausgenutzt werden können, um Root-Rechte zu erhalten.
Bevorzugt wird hier ein so genannter Buffer Overflow erzeugt, der
dafür sorgt, dass fremder Code auf dem System eingeschleust
werden kann. Es empfiehlt sich, die genutzte Software
laufend zu aktualisieren.
Um eine nachhaltige Sicherheit auf den Servern zu
erreichen, sind ständige Sicherheits-Updates
unerlässlich. Um auf dem Laufenden zu bleiben, ist
die Teilnahme an einer Security-Mailingliste wie
Bugtraq von Securityfocus sehr zu empfehlen.
Bei allen kurz- oder langfristigen Maßnahmen darf nie
vergessen werden: Sicherheit ist keine einmalige
Aktion. Dauerhafte Sicherheit ist nur möglich, wenn
umfassende Kenntnisse des verwendeten Betriebssystems sowie ein
fundiertes Know-how zu Sicherheitskonzepten vorhanden ist.
Eine regelmäßige Weiterbildung der
System-Verantwortlichen ist daher dringend
notwendig.
(Quelle: Anmann, Ralf: Access denied! In: internet WORLD.
Für Internet Professionals Nr. 10/2005; S. 58-60)
Sechs Mythen über Internetsicherheit
In der Vergangenheit entstandene Mythen haben die
Entwicklung der Internetsicherheit stark beeinflusst.
Für Unternehmen, die eine Sicherheitsstrategie entwickeln
wollen, ist es wichtig, diese Mythen zu kennen und zu
verstehen.
Mythos 1: Antivirensoftware und Firewall gewährleisten
ausreichenden Schutz
Im Internet tauchen ständig neue Formen der Bedrohung auf.
Trojaner, Denial-of-Service-Attacken, Würmer, Pishing
und Spyware können Firewalls ungehindert überwinden und
der Antivirensoftware entkommen.
Auch Hacker entwickeln ständig neue Methoden, um Netzwerke
unentdeckt zu attackieren. Sie greifen mehrere kleine, weniger
ernste Schwachstellen gleichzeitig an, um wirksame Angriffe
durchzuführen. Außerdem nutzen sie
Sicherheitslücken in Dateiformaten wie JPEG, PDF, Word oder
Excel für ihre Angriffe. Die Bedrohung durch Spyware
und Spam-Mails kann die Verfügbarkeit der IT-Systeme stark
beeinträchtigen und im schlimmsten Fall den effizienten Ablauf
des Business unmöglich machen. Die Kombination von
Antivirensoftware und Firewalls bietet hier keinen ausreichenden
Schutz mehr. Vielmehr sind ganzheitliche Lösungen gefragt, die
neben diesen Möglichkeiten auch vorbeugend
schützen.
Mythos 2: Der Kostenanstieg für Internetsicherheit ist
unausweichlich
Die Kosten für IT-Sicherheit haben sich laut Analysten in den
vergangenen drei Jahren fast verdoppelt, während sich die
gesamten IT-Budgets nur minimal verändert haben. Ein
großer Teil der Kosten sind Personalkosten. Die
Herangehensweise der Preemptive Protection (vorbeugender Schutz)
ist eine Alternative zum Ansatz des Aufspürens,
Hinterherhetzens und Patchens. Wenn Schwachstellen
entdeckt werden, bevor ein Angriff erfolgt, bleibt genügend
Zeit, die Sicherheitslücken zu schließen. Die Kosten
für reaktive Maßnahmen lassen sich so erheblich
eindämmen.
Mythos 3: Je mehr Unternehmen über die
Aktivitäten in ihrem Netzwerk wissen, desto sicherer sind
sie.
Werkzeuge für die IT-Sicherheit liefern Unmengen an Daten
über Netzwerkaktivitäten, aber kaum sinnvoll aufbereitete
Reports. Am Anfang der Internetsicherheit muss die richtige
Einschätzung von Geschäftsrisiken stehen. Durch
die vorherige Analyse der Risiken und in Verbindung mit ihren
möglichen Effekten auf kritische Geschäftsanwendungen und
-prozesse können Unternehmen ihre IT-Sicherheit
priorisieren. Netzwerk- und Sicherheitsverantwortliche
können ihre Ressourcen effektiver einsetzen, indem sie sich
auf die Sicherheitsrisiken mit Top-Priorität
konzentrieren.
Mythos 4: Industriespionage betrifft nur wenige
Großunternehmen
Alle Unternehmen sind potenzielle Ziele für
Industriespionage. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn
ihr Geschäftsmodell auf Neuentwicklungen basiert. 2004 gab das
Institute of Directors bekannt, dass 60 Prozent der
Mitglieder einen Schaden durch Informationsdiebstahl erlitten
hätten. Darunter befanden sich Großkonzerne und auch
KMUs. Um ihr Know-How zu schützen, müssen auch
kleine und mittelständische Unternehmen über die
gleichen Sicherheitslösungen verfügen können wie
Großkonzerne.
Mythos 5: Netzwerkausrüster und Storage-Anbieter
liefern unabhängige Sicherheit.
Netzwerkausrüster und Storage-Anbieter akquirierten oder
fusionierten in der jüngsten Zeit mit Anbietern von
Internetsicherheitslösungen. Ziel ist die Integration von
Sicherheit in alle Netzwerk- und Storage-Komponenten, um damit
alles aus einer Hand anbieten zu können. Jedoch müssen
sich Unternehmen fragen, ob sie beim Kauf von Netzwerk oder
Speicherlösungen auch auf die mitgelieferte
Sicherheitssoftware vertrauen oder ob die Software
unabhängiger Anbieter eine bessere Alternative darstellt.
Die Auswahl der richtigen Sicherheitssoftware sollte
für Unternehmen keine Frage des richtigen Package
sein. Entscheidend ist, dass der bestmögliche Schutz
für das Unternehmen gewährleistet ist.
Mythos 6: Jede Antivirensoftware wirkt auf dieselbe Art und
Weise
Ein großer Teil der Antivirenprogramme sucht nach der
Signatur eines Virus. Es ist jedoch zu beachten, dass Viren
mutieren können. Diese Mutationen können
Antivirenlösungen nicht mehr erkennen. Alternativ
kann ein Virus identifiziert werden, indem versucht wird, sein
Verhalten zu analysieren und ihn zu verstehen. Durch die Analyse
des Verhaltensmusters lassen sich ganze Virenfamilien auf einmal
eliminieren. Verhaltensbasierte Antivirenlösungen sind
außerdem in der Lage, künftige Codes aufzuspüren,
die die gleichen Techniken benutzen. Eine effiziente
Lösung des Virenproblems ist eine Kombination von
Verhaltensanalyse und Signaturerkennung.
(Quelle: Lamprecht, Jörg: Magie im digitalen Zeitalter in:
e-commerce Magazin Nr. 5, (2005), S. 40-42)

Über Risiken, Schutzbedarf und
Handlungsmöglichkeiten informiert und berät der
Themenschwerpunkt Netz- und
Informationssicherheit. Kleine und mittlere Unternehmen sowie
Handwerksbetriebe finden auf dem Portal www.ec-sicherheit.de Informationen über
Netz-, System- und Informationssicherheit, Vorwarnsysteme,
IT-Grundschutz, Sicherheitsstandards und rechtliche Aspekte. Acht
regionale Kompetenzzentren bilden den Themenschwerpunkt, der im
Rahmen des Netzwerk Elektronische Geschäftsfelder
vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
gefördert wird.
Zehn Regeln für einen sicheren
Online-Einkauf
Der Shop-Prüfer Trusted Shops nennt zehn Regeln
für einen sicheren Online-Einkauf:
- Im Rahmen der Impressumspflicht muss auf der Shop-Seite nicht nur der Firmenname ersichtlich sein, sondern ebenfalls die Anschrift sowie weitere Daten.
- Es muss eindeutig erkennbar sein, wann es zu einem Vertragsschluss bzw. einer verbindlichen Bestellung kommt.
- AGBs dürfen weder zu lang noch unklar sein. Zu lange AGBs können ein Zeichen dafür sein, dass Kundenrechte unzulässig eingeschränkt werden sollen. Unklare Regelungen innerhalb der AGBs sind meist unwirksam.
- Sämtliche anfallenden Kosten müssen klar ersichtlich sein. Es darf nicht unklar sein, wie hoch die Versandkosten ausfallen.
- Ebenso müssen die Zahlungsbedingungen eindeutig formuliert sein. Am sichersten für den Käufer ist eine Bezahlung der Ware auf Rechung, d. h. nach Erhalt der Ware. Eine Zahlung per Kreditkarte oder per Lastschriftverfahren ist bei Shops mit Gütesiegeln ebenfalls zu empfehlen.
- Weiterhin ist es wichtig, einen konkreten Liefertermin zu nennen. Ist kein Termin genannt, so hat der Anbieter laut Gesetz 30 Tage Zeit zu liefern.
- Das im Fernabsatzgesetz genannte 14-tägige Widerrufsrecht gilt für jegliche Internet-Einkäufe. Innerhalb des Bestellvorgangs muss ein Hinweis diesbezüglich auftreten.
- Im Rahmen des Datenschutzes dürfen Kundendaten nur für die Bestellabwicklung genutzt werden. Zudem sollte die Übertragung der Daten über sichere Protokolle geschehen.
- Garantien sowie Kundenservice sind vor allem Erfahrungswerte. Die Zuverlässigkeit diesbezüglich lässt sich anhand von Gütesiegeln oder eigener Testanrufe erkennen.
(Quelle: Aktuelle Meldung von call-magazin.de vom 29.11.2004)
