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Handeln Wirtschaftssubjekte rational? Empirische Evidenz aus Internet-Auktionen

Autoren: Dr. Jörn Quitzau

Quelle: WiSt, Heft 7, 2004, S. 412 - 418.
Internet-Auktionen eignen sich für die empirische Überprüfung theoretischer Modellannahmen. Gegenüber Laborexperimenten haben Sie den Vorteil, dass es sich für die Auktionsteilnehmer um reale Handlungssituationen, also um Feldexperimente handelt. Manche Ergebnisse der experimentellen Wirtschaftsforschung lassen sich durch die Analyse des verhaltens von Auktionsteilnehmern bestätigen, insbesondere die Erkentnis, dass Menschen nicht immer streng eigennützig und damit vermeintlich irrational handeln.

Jedoch ist in Internetauktionen nicht alles irrational, was auf den ersten Blick so scheint. Viele Handlungen lassen sich sehr wohl auf das Rationalkalkül der Akteure zurückführen. Es bleibt aber ein ungeklärter Rest von Handlungen, der die Frage aufwirft, ob die unter Ökonomen weit verbreitete Annahme der strengen Rationalität nicht mitunter zu streng interpretiert wird.

Interessant wäre eine präzise Analyse von Herdenverhalten mit Hilfe von Internt-Auktionen. Ein nächster Schritt könnte sein, Teilnehmer an Bietgefechten über deren Motive zu befragen. Möglicherweise ließe sich damit quantifizieren, wie weit die tatsächlich abgegebenen Gebote von den fundamentalen Zahlungsbereitschaften abweichen. Daraus ließen sich in einem weiteren Schritt ggf. Einsichten in die Funktionsweise von Finanzmärkten gewinnen.