Literatur - Netzsicherheit und Informationssicherheit
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Informationen als Schutz gegen Zahlungsausfälle

Autoren: o.V.

Quelle: Lebensmittelzeitung, Nummer 31/2002, S.20.

Angesichts der Risiko-Abwälzung der Kreditkarten-Acquirer sehen Bonitäts-Abschätzer einen wachsenden Markt bei Online-Shops. Sowohl der Hamburger Informationsdienstleister Experian als auch die Deutsche Post Direkt bieten dem Handel neue Lösungen zur Echtzeit-Überprüfung von Online-Kunden.

Angesichts der veränderten Rechtslage beim Online-Einsatz der Kreditkarte rechnet die Deutsche Post mit voraussichtlich erhöhten Gebühren bei der Abrechnung per Kreditkarte und einem kurzfristigen Anstieg der Bezahlungen per Nachnahme oder Rechnung. Zur Absicherung der Zahlungsmodalitäten hat die Deutsche Post Direkt eine spezielle Lösung für Call-Center und Online-Händler entwickelt. Noch während der Kunde seine Adresse und die zahlungsweise am Telefon nenne oder per Internet eingebe, wird nach Unternehmensangaben die Adresse per Direktverbindung mit der Postreferenz-Datei abgeglichen. Sie beinhaltet 95 Mio. ständig gepflegte Consumer-Adressen. Überprüft werde auf Wunsch auch, ob die genannte Bankverbindung plausibal sei. Noch mehr Sicherheit bietet eine Bonitätsauskunft. Die Deutsche Post Direkt kooperiere dabei mit dem Verband der Vereine Creditreform e.V. und Infoscore.

Ein alternatives beziehnungsweise ergänzendes Verfahren bietet die Deutsche Post Adress mit Sitz in Gütersloh an. Sie wendet sich mit ihrem Risikoindex vor allem an solche Versender, die auf personenbezogene Angaben verzichten und dafür statistische Angaben nutzen wollen, was wesentlich billiger sei. Der Risikoindex beruhe auf einer anonymisierten Wohnumfeldanalyse. Dabei werde jede Hausadresse in Deutschland nach der Wahrscheinlichkeit des Zahlungsverhaltens in Risikoklassen eingruppiert. Je höher das mögliche Risiko ist, desto eher bieten Firmen ihren Kunden die Bezahlung per Nachnahme anstatt per Rechnung an.

Die Experian-Lösung ist nach Angaben des Kundenkarten- und CRM-Dienstleisters besonders auf die Belange des mittelständischen Internet-Handels zugeschnitten. Das Outsourcing-Konzept arbeite während der Eingabe der Kundendaten vollautomatisch im Hintergrund. Dabei verbindet es die umfassende Prüfung der Angaben zur Person, Adresse, Bankverbindung und Kartennummer mit verschiedenen Auskunftei-Anfragen. Auf Basis dieser Prüfungen sowie eines Scorings empfiehlt das System eine individuell angemessene Zahlungsart beziehungsweise ein Limit. Beides könne dem Kunden sofort angeboten werden. Mit der Experian-Lösung würden faule Kunden gleich bei der Antragsstellung identifizierbar. Dabei könne der Shop-Betreiber selbst bestimmen, welche Parameter abgefragt werden. Auch den Grad der Risikominimierung und die Nutzung weiterer Online-Services legt er selbst fest. Die Abrechnung erfolgt nach Auskunft des Hamburger Kartendienstleisters transaktionsbezogen nach Maßgabe der genutzten Services.

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