Internet und Zahlungsverkehr
Autoren: Jens-Werner Hinrichs, Karsten Stroborn, Sebastian van Baal
Das Distanzprinzip des Online-Shoppings bringt mit sich, dass die Zug-um-Zug-Abwicklung eines Kaufs nur eingeschränkt möglich ist, Käufer und Verkäufer sind zunächst anonym. Dies eröffnet auf beiden Seiten Missbrauchspotenziale, vor denen sich Käufer und Verkäufer schützen müssen. Beide möchten eine Vorleistung möglichst vermeiden: der Händler den Versand der Ware vor Zahlungserhalt, der Käufer die Vorauszahlung vor Erhalt und Prüfung der Ware. Die angemessene Ausgestaltung von Bezahlprozessen bzw. Bezahlverfahren kann einen wesentlichen Beitrag zur Minderung dieses grundsätzlichen Interessenkonfliktes leisten. Spezifische Bezahlverfahren senken Transaktionskosten und wirken in vielen Fällen als 'Enabler'. Die Zahlungsabwicklung im Internet wird deshalb häufig als wesentlicher Faktor für den Erfolg des E-Commerce diskutiert.
Zur Bezahlung im Internet existiert eine Vielzahl von empirischen Untersuchungen, die in der Regel die Perspektive der Konsumenten wählen. Die speziellen Bedürfnisse der Anbieter werden bisher vergleichsweise wenig reflektiert. Als Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Karlsruhe und Köln und der fiveforces GmbH nimmt die Studie 'Internet-Zahlungssysteme aus Sicht der Händler' hingegen die Perspektive der Online-Händler ein. Ihre Ergebnisse helfen, Zustände und Entwicklungen im E-Payment zu erklären, und geben zum Teil direkte Hinweise, um die Gestaltung von Bezahlverfahren und Bezahlplattformen zu optimieren.
Bei dem Beitrag handelt es sich um die Kurzdarstellung ausgewählter Ergebnisse der Studie Internet-Zahlungssysteme aus Sicht der Händler: Ergebnisse der Umfrage IZH2.
Erschienen in: Pago eTransaction Services (Hrsg.): Pago-Studie 2004: Status-quo des E-Retail in Deutschland und Europa, Köln 2004, S. 76-80.
