Der Begriff „Web 2.0“ ist bei der Beschäftigung mit den Diensten des Internets derzeit in aller Munde – doch welche Bedeutung sich hinter ihm verbirgt, ist oftmals nicht bekannt. So gaben etwa lediglich 6 Prozent der 16- bis 65-jährigen Deutschen, die im Auftrag der ZPR GmbH im vergangenen Jahr zum Thema Web 2.0 befragt wurden, an, den Begriff zu kennen. Dabei lohnt es sich durchaus, das Thema auf Potenziale, aber auch Risiken abzuklopfen – und es stellt sich die zentrale Frage: Welchen Nutzen kann der Handel aus dem Web 2.0 ziehen?


Web 2.0 steht als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Einzelentwicklungen und Veränderungen des World Wide Web (WWW) und nicht etwa für eine zentrale Innovation oder eine komplette Neuentwicklung des WWW. Mit modernen Technologien und Werkzeugen ist es heute jedem möglich, ohne HTML- oder Programmierkenntnisse selbst Inhalte im Internet zu verbreiten. Dies kann in unterschiedlichen Formen geschehen: durch die Darbietung von Informationen oder Meinungen in Online-„Tagebüchern“, so genannten Weblogs (Blogs), Bilder oder Fotos in Tauschplattformen wie etwa flickr, Videos bei YouTube oder MyVideo. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist Wikipedia, ein Online-Nachschlagewerk, in dem jeder Internetnutzer nahezu ohne Beschränkungen eigene Artikel verfassen oder auch fremde Artikel ändern kann. So wird Web 2.0 gelegentlich auch als „Mitmach-Web“ umschrieben. Dieses hat auch der Online-Handel bereits für sich entdeckt. So lassen sich beispielsweise bei Amazon Marketplace Bewertungen abgeben, in den Foren von computeruniverse.net Produktdiskussionen führen oder bei musikalienhandel.de Notenblätter hochladen (siehe Praxisbeispiel); die Möglichkeiten sind vielfältig. [...]

Erschienen in: Handelsjournal, Heft 2/2007, S. 44-45.