IP-Adressen restlos ausgeschöpft - keine neuen Web-Auftritte mehr möglich

Am heutigen Morgen wurde die Meldung über namhafte deutsche Nachrichtenzentralen publiziert: Es wird eng im Netz - alle IP-Adressen sind aufgebraucht. Der Chef der amerikanischen Vergabestelle von IP-Adressen Arin (American Registry for Internet Numbers), John Curran, bestätigte heute Morgen auf Anfrage des ECC Handel die Nachricht. Studien zeigen auf, dass bereits Ende 2008 91 Prozent der insgesamt möglichen IP-Adressen verbraucht waren. Die verbleibenden neun Prozent schwanden bereits in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich.
Wie die Netzzeitung bereits im Mai 2008 feststellte, ermöglicht das für den Datenverkehr im Netz grundlegende Internet-Protokoll 3,7 Milliarden Adressen - bei einer Weltbevölkerung von 6,7 Milliarden sind dies jedoch deutlich zu wenig. Auch die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) warnte bereits im Mai in einer Pressemitteilung vor dem anstehenden Kollaps. Damals gingen die Experten allerdings davon aus, dass erst in drei Jahren die Internetadressen knapp werden. Mit einer derart rasanten Entwicklung hatte vor einem Jahr niemand gerechnet.
Gründe für den rasanten Verbrauch von IP-Adressen gibt es viele. So gehen eine Vielzahl der im letzen Jahr registrierten Adressen auf das Konto der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China). Die weiter steigende Zahl von Smartphones mit eigener IP-Adresse wird ebenso als Grund für die dramatische Entwicklung gesehen. Doch der Hauptgrund scheint das sogenannte Domaingrabbing zu sein. Wie die Süddeutsche Zeitung bereits festellte, wurden die restlichen Domains in den letzten Tagen verstärkt aus reinen Spekulationsgründen gekauft. Gerade mit Beginn der Finanzmarktkrise nutzten viele Spekulanten und Zocker die knapp werdenden IP-Adressen als Investition.
Was zunächst nach einem unrealistischen Albtraum klingt, hat sich demnach bestätigt. Schwerwiegende Folgen für das gesamte E-Commerce-Segment scheinen unausweichlich. So wird es ohne neue IP-Adressen auch zukünftig nicht mehr möglich sein, neue Web-Auftritte zu realisieren. Experten sprechen jetzt schon von Stagnation, sogar von beginnender Rezession in der Branche - kaum wird die Finanzkrise richtig spürbar, steht nun die Internetkrise vor der Tür. Viele Internetanbieter nutzten die Gunst der Stunde und erhöhten am Morgen die Preise für die letzten, zuvor reservierten IP-Adressen um bis zu 700%. Die Rechnung der Spekulanten scheint aufzugehen. Die Zeche bezahlen inbesondere kleine und mittelständische Unternehmen, welche in wenigen Wochen wohl aus Kostengründen Ihre Domains abgeben werden müssen.
Auf Currans Vorschlag, dass sich thematisch ergänzende Unternehmen eine IP-Adresse teilen sollten um Kosten zu sparen, reagierten einige Unternehmen bereits mit großer Empörung. Vielleicht steckt aber genau hier eine Chance für ungeahnte Kooperationen und massive Umsatzsteigerungen. Online-Shops aus dem Baugewerbe könnten sich z. B. mit Online-Beauty-Shops zusammenschließen und ihr Angebot bündeln, denn wie Studien zeigen, legt der moderne Handwerker von heute viel Wert auf weiche, gepflegte Hände und modische Arbeitskleidung.
Zu Chancen, Risiken und Nebenwirkungen dieser fiktiven Nachricht fragen Sie bitte Ihren Internetexperten oder das ECC Handel. Das Team des ECC Handel wünscht seinen Lesern einen frohen ersten April!
