Der Start des neuen Music Store hätte nicht verheißungsvoller verlaufen können. Innerhalb der ersten Woche sind 800.000 Songs über die virtuelle Ladentheke gegangen, was sogar die größten Optimisten überraschte. Die Plattformen sind an die jeweiligen Märkte angepasst, so daß z. B. nur ein Teil des USA-Repertoires auch in Deutschland angeboten wird. Auf der deutschen Webseite hingegen ist von Rosenstolz bis Grönemeyer viel deutschsprachige Musik erhältlich.

Gegenwärtig werden mehr als 1,3 Mio Songs der fünf großen Plattenverlage aber auch unabhängiger Interpreten und Labels angeboten. Darüber hinaus sind noch 12.000 klassische Stücke verfügbar. Die Songs liegen in DRM geschützten ACC-Format vor. In die Musikdateien sind Digital Rights Management-Daten eingespeichert, die definieren, wer die Musik bezahlt hat. Eine Weitergabe wird dadurch erschwert und ist noch immer illegal. Pro heruntergeladenem Musikstück werden dabei 99 Cent fällig, ein ganzes Album ist in der Regel für Euro 9,99 zu haben. Die vorherige Annahme der psychologisch wichtigen 1-Euro-Marke pro Titel hat sich bisher bestätigt. Diese "Schmerzgrenze" wird sehr wahrscheinlich zukünftig auch von anderen Anbietern Beachtung finden. Und mehr als die Hälfte aller Songs seien auch innerhalb eines Albums erworben worden, womit sich auch Befürchtungen einer Kannibalisierung durch den Einzeltitelverkauf bislang nicht bestätigten. Das Angebot beschränkt sich nicht nur auf Musik, auch Hörbücher sind erhältlich, wober der Kunde ein Auswahl von 10.000 Titel vorfindet.

Ein neuer Trend verspricht das sogenannte Podcasting. Der User hat die Möglichkeit aus einer Fülle von 6.000 Internet-Radiosendern und Audioprogrammen seine Lieblingssendungen auszuwählen und aufzunehmen. Dieser kostenlose Service erlaubt es dem Anwender Sendungen jederzeit auch anzuhören.

Wer seine Musik bei iTunes erwerben will, benötigt eine 20 MB große Software von Apple, die auch auf dem Betriebssystem 'Windows' installiert werden kann. Diese ist frei erhältlich und kombiniert auf Wunsch Download und Brennvorgang. Die Bezahlung der Musiktitel erfolgt über Kreditkarte, Lastschrift, EC-Karte, Rechnung oder über einen click&buy Account bei Firstgate.

Das Musik-Abspielprogramm iTunes ermöglicht neben dem Kopieren der Stücke auf andere Rechner und auf den iPod ebenso das Brennen von Musik-CDs. Im Moment ist der Service nur für Apple-Besitzer verfügbar. Diese Tatsache macht den Umsatz sehr erstaunlich, denn die Macianer machen nur 3-5% der Computernutzer weltweit aus. Dadurch wird ebenso deutlich, dass ein starkes Potential im Internet-Musikmarkt schlummert.

(Quellen: Informationen unter www.apple.de, www.heise.de, www.spiegel.de, www.wdr.de, Juni 2004/ aktualisiert: November 2005)
(siehe auch E-Business aktuell, Daniel Amor, Edition 2004, S.317f.)