Lebensmittel-Online-Handel - Der Drive-in-Supermarkt
http://www.real-drive.deShopping leicht gemacht. Kennen Sie das Problem, dass Sie keine Zeit oder Lust haben, einkaufen zu gehen? In Zukunft können sich die Kunden von real,- Drive diesen Stress sparen und ihren Lebensmitteleinkauf ganz einfach von zu Hause aus bestellen und anschließend abholen.
Zurzeit gibt es relativ wenige Online-Lebensmittel-Shops in Deutschland. Der Hauptgrund, warum sich diese bisher noch nicht richtig etabliert haben, scheint die derzeit noch verhaltene Akzeptanz der Konsumenten zu sein. Viele Menschen gehen schon seit Jahren in den Supermarkt, um ihre Lebensmittel einzukaufen. Dennoch haben bereits rund sechs Millionen Deutsche Lebensmittel über das Internet gekauft, was ca. zwölf Prozent aller Internetnutzer in Deutschland entspricht. Etwa jeder dritte Internetnutzer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren kann sich zudem vorstellen, einen Online-Einkauf zu tätigen. Es liegt also an den Händlern, den Kunden das bisherige Verhalten abzugewöhnen und sie an den Online-Lebensmittel-Einkauf heranzuführen. Die Supermarktkette real,- versucht dies mit ihrem neuesten Clou.

Der Kunde stellt seinen Einkauf auf www.real-drive.de zusammen und wählt aus über 5.000 Produkten zu Preisen, wie im real.- Markt aus. Anschließend gibt er seinen Wunsch-Abholtermin an, der bereits 2 Stunden nach Bestellung möglich ist. Nach dem Abschluss der Bestellung wird die Ware gepackt und der Kunde erhält eine E-Mail mit einer Auftragsnummer, die für die Abholung des Einkaufs erforderlich ist.
Beim real,- Drive angekommen, wird die Auftragsnummer an einem Automaten gescannt und dem Kunden wird vollautomatisch ein Parkplatz zugwiesen. Daraufhin kommt dann ein real,- Mitarbeiter mit den Waren und hilft beim Beladen des Autos. Zum Schluss wird dann noch per Kredit-, EC-Karte oder bar bezahlt und fertig ist der Einkauf. Das ganze wird für eine Service-Gebühr von einem Euro angeboten.

Ein ähnliches Konzept gibt es beim Konkurrenzunternehmen Rewe. Rewe hat einen vergleichbaren Service „Rewe-Express-Drive", der zwar ein größeres Sortiment bietet (7.000 Artikel), jedoch teurer ist (2,50€ Service-Gebühr). Im Fall von Rewe kann der online-affine Nutzer auch im Internet bestellen und dann die Ware abholen. Zusätzlich wird in ausgewählten Städten die Ware direkt bis an die Haustüre geliefert.
Angeboten wird das gesamte Rewe Sortiment inklusive Sonderangeboten, bis zu 3 Wochen im Voraus. Zudem besteht die Möglichkeit, die Lieferung noch nachträglich zu variieren. Bei Mängeln oder fehlenden Artikeln kann die Ware wieder zurückgegeben werden. Nach der ersten kostenfreien Lieferung berechnet Rewe 5€ Lieferkosten und einen Mindestbestellwert von 50 €.
Noch mehr Variation im Sortiment bietet Froodies.de. Der Online-Lebensmittelhändler bietet den Kunden über 10.000 verschiedene Produkte an. Die Waren werden per DHL und DPD deutschlandweit und an ausgewählte Länder im europäischen Ausland gesendet. Jedoch werden Tiefkühl- und Frischwaren bisher nur per Lieferservice in 5 deutschen Großstädten bis an die Haustür gebracht. Zusätzlich vertreibt Froodies.de auch über den E-Commerce-Riesen Amazon.de. Dieser bietet über 100.000 verschiedene Artikel an und hat dazu noch das "Spar-Abo" eingeführt. Dadurch lassen sich Produkte, die regelmäßig bestellt werden, automatisiert und mit einem Preisnachlass bestellen.
Ein durchaus großes Problem bei diesem Thema ist der Datenschutz. Bei Konzepten, wie der Drive-In Idee von real,- oder dem Lieferservice von Rewe, wird der Kunde für die Händler quasi gläsern. Die Bestellungen werden über Benutzeraccounts abgewickelt und dabei es ist wichtig, dass - so mahnen Datenschützer - die Händler vertraulich mit den Informationen umgehen. Einzelhändler dürfen nur Kundendaten speichern, sofern es zur Abwicklung des Geschäfts beisteuert. Ein Kundenprofil darf ohne die Einwilligung des Kunden erstellt werden und diese Einwilligung darf nicht an andere Bestimmungen (AGBs) geknüpft sein. Rewe versucht derzeit, genau dieses mit ihrem Relaunch der rewe-online.de mit einem Mehrwert für ihre Kunden auszustatten. So sollen z. B. Kunden, die kein Fleisch essen, in Zukunft auch keine Angebote für Fleischwaren mehr bekommen.
Die Lebensmittelhändler in Deutschland bereiten sich für einen Wechsel im Einkaufsverhalten der Konsumenten vor, jedoch ist dies noch nicht eingetreten. Nur zögerlich nehmen die Deutschen die neuen Konzepte an und integrieren sie in ihren Alltag. Momentan ist der Online-Vertrieb von Lebensmitteln in Deutschland für die meinsten großen Lebensmittelhändler noch nicht profitabel genug. In der Zukunft ist es jedoch möglich, dass sich diese Verkaufsart am Markt etablieren wird, wie bereits in den USA und England.
Quellen:
- "Fleisch statt Gemüse", http://www.internetworld.de/Nachrichten/E-Commerce/Handel/Relaunch-von-rewe.de-Fleisch-statt-Gemuese-61132.html, Zugriff am 04.11.2011
- "Aus der Nische in die Köpfe", http://www.onetoone.de/Lebensmittel-Online-Handel-Aus-der-Nische-in-die-Koepfe-20778.html, Zugriff am 04.11.2011
-
"Real und Rewe testen den Drive-In-Supermarkt",
http://www.derwesten.de/nachrichten/real-und-rewe-testen-den-drive-in-supermarkt-id3934479.html,
Zugriff am 04.11.2011 - "Wachstum beim Online-Lebensmittelhandel geht weiter", http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_Presseinfo_Online_Lebensmittel_Oktober_07_10_2011.pdf, Zugriff am 04.11.2011
