Logistik im E-Commerce: Kostentransparenz zwingend
Versand-Logistik muss schnell, zuverlässig, flexibel und dabei natürlich bezahlbar sein. Ein Gesellenstück für Online-Shops.
Die Themen Fulfillment und Logistik sind eine Gratwanderung, bei der schon mancher E-Commerce-Betreiber abgestürzt ist: Zu träge Prozesse kosten Kunden, zu teure Prozesse das Leben. Wer immer kleinere Sendungen immer schneller zu den Kunden bringen will, dem fressen die Logistikkosten die Marge weg.
Davor warnt auch Logistik-Professor Helmut Baumgarten von der Berliner TU. In seiner Studie "Trends und Strategien in der Logistik 2000 plus" wird unter anderem aufgezeigt, dass die Kosten des Retouren-Management bis zu 50 Prozent der Logistikkosten ausmachen.
Die Hälfte der deutschen Online-Shops bietet zudem kein Order-Tracking. Vor allem Praktiker der Logistik-Branche bezichtigen die Internet-Versender gerne der Ignoranz: Die Online-Shops setzen perfekten Lieferservice als Marketing-Argument ein, sind aber nicht in der Lage, diese Versprechen zu vertretbaren Kosten zu erfüllen.
Kostentransparenz ist daher die Hauptforderung der Consulter. So können aus fixen Kosten variable Kosten gemacht werden, um die Kostenentwicklung parallel zur Umsatzentwicklung gestalten zu können. In der Praxis führt das dann zu Erkenntnissen wie der von Jan Kegelberg, Logistikchef bei Zooplus: "Der Aufbau eines eigenen Logistik-Centers lohnt sich erst ab 10 000 Bestellungen pro Tag", erklärt er. Erst dann könne man bis zu 15 Prozent günstiger kalkulieren als die Logistik-Provider - wenn es gelingt, Stoßzeiten und Flauten richtig zu steuern. Allerdings sei es auch nicht leicht, den richtigen Logistik-Partner zu finden.
(Quelle: eMarket 15/01, 12.04.2001)
