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Interview zum Thema "Status Quo und Entwicklung im Mobile Banking in Deutschland"

Aline Eckstein im Interview auf dem 16. EC-Forum am 06.10.2009 in Köln

Mobile Banking auf dem Weg in die Massentauglichkeit

Quelle: www.ugotrade.com

Nachdem Banken mit einem ersten Versuch der Markteinführung von Mobile Banking kaum Beachtung fanden, führte dieser Zugangskanal eher ein Schattendasein. Nur sehr wenige Kunden nahmen die Leistung in Anspruch. Zu umständlich war die Handhabung, zu gering die Übertragungsgeschwindigkeit und zu teuer die Verbindungsentgelte.


Sinkende Preise und technischer Fortschritt verbessern die Kundenakzeptanz


Die heutige Entwicklung des Mobile Banking wird vor allem vom technischen Fortschritt und sinkenden Mobilfunkpreisen getrieben. Moderne Handys haben große Farbdisplays und sind um einiges schneller und leistungsfähiger als ihre Vorgängergeneration. Dabei verfügen fast alle aktuellen Modelle über einen Webbrowser. Schnelle Verbindungen und Geräte erlauben den Komfort, der für die Nutzung von M-Banking erforderlich ist. Zudem sind die Preise für Mobilfunkgespräche seit 2000 um 15% gefallen, was die Internetanwendung von Handys für eine breitere Käuferschicht attraktiv macht. Zusätzlich von Bedeutung ist die zunehmende Anzahl von Angeboten mit Flatrates. Diese sind nicht unbedingt günstiger, verführen den Kunden aber zum Experimentieren. Denn: Die breite Masse der Konsumenten will nicht extra zahlen, wenn sie eine mobile Finanzdienstleistung in Anspruch nimmt.


Die Verbesserung der äußeren Bedingungen führt sichtlich zu einer höheren Kundenakzeptanz, die auch in einer Studie der Technischen Universität Hamburg-Harburg nachgewiesen werden konnte. So wurde die Beliebtheit verschiedener Dienste im Zeitverlauf immer höher bewertet. Gleichzeitig stieg der Anteil der Finanzinstitute, die diese Leistungen anboten. Das allgemeine Interesse an M-Banking ist dennoch weiterhin eher gering. Laut einer Studie von Forrester Research nutzten 2007 nur 4% der Deutschen mit Internetzugang Mobile Banking. Das entspricht lediglich 2,4 Mio Kunden. Die Mehrheit der Konsumenten sieht keine sinnvolle Verwendung für Mobile Banking.


Kleine, aber feine Zielgruppe: Early Adopters


Trotzdem kann Mobile Banking die existierenden Zugangskanäle sinnvoll ergänzen, denn es spricht besonders eine für Banken hoch interessante Zielgruppe an: die Early Adopters. Early Adopters weisen alle klassischen Merkmale von Innovatoren auf. Es handelt sich dabei meist um berufstätige Männer zwischen 30 und 39 Jahren mit einem hohen monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von über 3.000€. Sie haben einen besonderen Hang zu technologischen Neuerungen und sind außerdem sehr mobil. Für Banken ist der Zugang zu diesen Kunden besonders herausfordernd. Sie sind eine interessante, sehr solvente Zielgruppe, die aber schwer zu binden ist. Klassische Werbung erreicht sie häufig nicht und es handelt sich oft um sehr selbstbestimmte Kunden, die eine hohe Wechselbereitschaft aufzeigen. Laut einer Studie der Technischen Universität Hamburg-Harburg sind es insbesondere diese Kunden, die zu einer anderen Bank wechseln würden, wenn das Angebot der Hausbank kein M-Banking beinhaltet. Mobile Banking kann also eine sinnvolle Maßnahme zur Kundenbindung sein. Ein Wettbewerbsvorteil ist es allerdings nur so lange, wie anderen Banken mit ihrem Leistungsangebot nicht nachziehen.


Differenzierung im Angebot


Sind also Early Adopters die einzigen, die Mobile Banking nutzen würden? Ja und Nein. Early Adopters nehmen schon heute sowohl die Konto- und Depotführung als auch den Abruf von Finanzinformationen in Anspruch. In Zukunft wird aber auch das Interesse der anderen Kunden an M-Banking wachsen. Bereits jetzt gibt es laut einer Studie des IFAK Instituts eine "frühe Mehrheit", die sich einfache Dienste, wie die Standortabfrage von Filialen als Dienst vorstellen kann. Weitere mögliche Dienste für diese Zielgruppe sind die Möglichkeit der mobilen Sperrung einer verlorenen EC-Karte und Benachrichtigungen, wenn das Konto überzogen wird. Diese Diskrepanz in den Kundenpräferenzen zeigt, dass Banken ihr Angebot nach Zielgruppen differenziert ausrichten sollten, anstatt alle Leistungen für jedermann anzubieten.
Die Strategie ist also klar: Über das umfassende Angebot von M-Banking für die Early Adopters soll die Leistung auf die breite Masse der Kunden ausgeweitet werden.


Verzahnung von Mobile Banking und Mobile Payment

Doch M-Banking wird nicht nur von einigen Kunden gefordert. Durch das wachsende Angebot von Mobile Payment, sind Banken gezwungen, Transaktionen von mobilen Endgeräten zu betreuen und sich möglicherweise sogar als Mobile Payment Service Anbieter zu engagieren. In Industrienationen führt so die Verbreitung von M-Payment zu einer höheren Akzeptanz von M-Banking. In Schwellenländern verhält es sich anders. Da dort der Anteil der "Unbanked", also Menschen ohne Bankkonto, hoch ist, das Filialnetz schlecht ausgebaut und vor allem das Handy weit verbreitet, bietet das Angebot von Mobile Banking den Banken eine Chance, neue Kunden zu gewinnen und Umsatzpotentiale zu erschließen. Mobile Payment ist dort eine logische Konsequenz von M-Banking. Sowohl in Industrienationen als auch Schwellenländern zeigt sich eins: M-Banking und M-Payment sind eng verknüpf, beide Formen bedingen einander und lassen die Kundenakzeptanz für mobile Finanzdienstleistungen allgemein steigen.

 

Die Zukunft: Differenzierung der Leistungen und Kooperation aller Marktteilnehmer


Wie geht es also weiter mit M-Banking? Die Banken sehen sich konfrontiert mit dem Desinteresse der breiten Masse. Nur durch gut durchdachte und auf die unterschiedlichen Zielgruppen zugeschnittene Services kann dieses vermindert werden und Mobile Banking wird sich als Zugangskanal etablieren. Dazu beitragen müssen außerdem weiterer technologischer Fortschritt bei den Endgeräten sowie schnelle, preisgünstige Verbindungen. Dabei sind Kooperationsbemühungen aller Marktteilnehmer von entscheidender Bedeutung. Nicht zuletzt, um bei zunehmender Standardisierung Angriffe von Hackern und Betrügern abwehren zu können.

 

 

Quellen

 

  • Mobile Zeitgeist Special, Ausgabe 2/09 - April 2009, 2009.

 

Autor


Frederike Krohn/Aline Eckstein, 01.07.2009

 


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Quo vadis, Mobile Payment?

Quelle: EHI

Bereits seit einigen Jahren wird der Durchbruch von Zahlungsmöglichkeiten mit mobilen Endgeräten vorausgesagt und verschiedene Studien zeigen immer wieder deutlich das Interesse der Handybesitzer an dieser Möglichkeit. Im Jahr 2002 sprachen Marktexperten von 55 Milliarden Euro, die 2006 weltweit über Mobile Payment abgewickelt werden sollten. Tatsächlich lag die Zahl aber nur bei 4% der Vorhersage und Europa konnte kaum dazu beitragen.


Seit 2008 jedoch verdichten sich die Zeichen, dass Mobile Payment in Europa langsam in Fahrt kommt. Die Zahl der Mobilzahlungsinitiativen ist deutlich angestiegen, in Österreich stieg sowohl die Zahl der Transaktionen als auch der Umsatz mit dem Handy prozentual zweistellig an und in Frankreich wird unter dem Namen ERGOSUM nach einer Kooperationslösung von Banken, Mobilfunkanbietern sowie Handelsketten gesucht.

 

M-Payment in Deutschland: Hype oder echte Alternative?


Die Entwicklungen der letzten Jahre sprechen dafür, dass auch der deutsche Markt bereit ist für Mobile Payment: Neue Gewinnmöglichkeiten für Mobilfunkanbieter, Möglichkeit der Optimierung von Finanztransaktionen für Finance-Player und den Einzelhandel sowie die Verfügbarkeit neuer Technologien (wie NFC) begünstigen die Entwicklung. Dennoch ist einzig mobiles Zahlen per Premium-SMS für mobile Klingeltöne und Content weit verbreitet. Es stellt sich also die Frage, ob Mobile Payment nur ein Hype bleibt oder tatsächlich als echte Alternative zu existierenden Zahlungsmöglichkeiten bestehen kann.


Verschiedene Faktoren verhindern bis jetzt den Durchbruch von Mobile Payment auf dem deutschen Markt. Die Schwierigkeit liegt aber nicht nur in ihrer Identifikation, sondern auch in der Erkenntnis, dass die Faktoren nur gemeinsam überwunden werden können.

 

Sicherheit als wichtigste Prämisse


Zunächst ist es die Unsicherheit über die Konsumentenpräferenzen hinsichtlich Mobile Payment. Laut einer Marktstudie der Unternehmensberatung Capgemini ist den Deutschen die Möglichkeit des mobilen Bezahlens durchaus bekannt. 60% gaben an, zumindest ein M-Payment Angebot zu kennen. Immerhin 45% der Befragten zeigten Interesse und fanden den Service attraktiv. Dabei können sie sich am ehesten vorstellen, M-Payment für Reisen und Transport anzuwenden. Die Konsumenten erwarten hohe Sicherheitsstandards und nennen Sicherheit als die wichtigste Prämisse für die Nutzung von Mobile Payment.


Studien der Arbeitsgruppe Mobile Commerce an der Universität Augsburg (wi-mobile) bestätigen die essentielle Rolle von Sicherheit bei der Akzeptanz von mobilen Zahlungsmethoden. Dabei steht weniger die objektive Sicherheit im Vordergrund sondern die subjektiv wahrgenommene Sicherheit bei der Zahlung. Existierende Datenschutz-Richtlinien, Verschlüsselung der Kontoinformationen und Transparenz der Abrechnung sind dabei ausschlaggebend. Für den Mobile Payment Service Anbieter (MPSA) bedeutet dies, dass die objektiven Sicherheitskriterien zwar genauestens erfüllt werden müssen, für die Markteinführung jedoch Marketing Initiativen notwendig sind, um den Konsumenten von seinen subjektiven Bedenken zu befreien.


Das größte Vertrauen haben Konsumenten laut wi-mobile, wenn die Hausbank oder eine renommierte Großbank die Rolle des MPSA übernimmt. Nach Capgemini sind es sogar 62% der Befragten, die Banken eindeutig ihr Vertrauen für diese Dienstleistung aussprechen.

 

Notwendig: Einfache Anwendungung und universelle Einsatzmöglichkeit


Damit sich Mobile Payment durchsetzen kann, ist aber nicht nur die Sicherheit entscheidend. Zusätzlich spielen niedrige Kosten, die universelle Einsatzmöglichkeit und die wahrgenommen einfache Anwendung tragende Rollen. Diese Bedingungen sind für den Kunden notwendig, um überhaupt von einer gewohnten Zahlungsmethoden zu Mobile Payment zu wechseln.

 
Eine einfache Anwendung drückt sich in erster Linie durch intuitive Handhabung und zügige Durchführung der Transaktion aus. D.h. der Nutzer will mit möglichst wenigen Klicks in möglichst kurzer Zeit ans Ziel gelangen. Um jedoch einen hohen Sicherheitsstandard bieten zu können, ist bspw. eine PIN-Abfrage als zusätzlicher Schritt nicht vermeidbar und wird von Nutzern auch in Kauf genommen. Allerdings kann keine definierte Betragshöhe ausmacht werden, ab der eine PIN-Abfrage von allen Konsumenten gewünscht ist. Die individuelle Festlegung dieses Schwellenwertes innerhalb einer definierten Betragsgrenze, könnte eine Lösung sein.


Letztlich gilt es auch die universelle Einsatzmöglichkeit von M-Payment zu etablieren. Seit 2008 bieten Vodafone und O2 in Deutschland das System „mpass" als Mobile Payment Lösung an. Mit dem Verfahren können alle zahlen, die Kunden eines deutschen Mobilfunkanbieters sind und ein deutsches Girokonto besitzen. Dabei kommt die Möglichkeit derzeit in erster Linie online zum Einsatz. Die Ausweitung auf stationäre Händler und der Einsatz des Handys im eTicketing sowie an Automaten sind geplant. Studien zeigen, dass die geplante Erweiterung unbedingt notwendig ist, denn Kunden assoziieren mit einer weiten Verbreitung und universellen Einsatzmöglichkeiten automatisch höhere Sicherheit. Es gilt also für MPSA sowohl Kunden als auch Händler von den Vorteilen des Mobile Payment zu überzeugen und beide gleichermaßen von ihren Sicherheitsbedenken zu befreien. Grund hierfür ist das Henne-Ei-Problem: Ein Händler wird erst über die Implementierung einer derartigen Bezahlmöglichkeit nachdenken, wenn seine Kunden diese auch ausdrücklich gut heißen. Dies ist aber auch umgekehrt nur möglich, wenn die Händler zunehmend dazu übergehen, das Bezahlen per Handy anzubieten.


Nichtsdestotrotz sollten die Erwartungen über einen schnellen Erfolg nicht zu hoch sein. Nicht allein die notwendigen Bedingungen müssen erfüllt werden. Gegenüber anderen Zahlungsmöglichkeiten sollte Mobile Payment außerdem einen Zusatznutzen bieten, da sonst ein Wechsel eher unwahrscheinlich ist. Einen solchen Mehrwert kann z.B. ein Kundenbindungsprogramm bieten. In Japan zeigt sich, welchen Erfolg M-Payment mit dieser zusätzlichen Leistung erzielen kann.

 

Kooperation als Weg zur echten Alternative


Diese Hürden müssen zwingend in Kooperation von Mobilfunkanbietern, Handyherstellern und Banken überwunden werden. Werden von den Handyherstellern entsprechende technologische Möglichkeiten, wie NFC und die SIM-Karte als Speicherort für Kontoinformationen, geboten und nutzen die Mobilfunkanbieter ihre etablierten Vermarktungskanäle, um Sicherheit und Vorteile von an die Maße zu kommunizieren, besteht die Möglichkeit, mit Unterstützung der Banken Mobile Payment auch in Deutschland der breiten Maße zugänglich und als Zahlungsmethode schmackhaft zu machen.

 

 

Quellen

 

  • Mobile Zeitgeist Special, Ausgabe 2/09 - April 2009, 2009.

 

Autor

  • Frederike Krohn/Aline Eckstein, 30.06.2009

 

 

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Bezahlen per Handy setzt sich auf Reisen und am Automaten durch

Eine aktuelle Expertenbefragung des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft, eco Forum e.V. (Berlin/Köln) hat ergeben, dass Mobile Payment, d. h. das Bezahlen mit dem Handy ich Zukunft insbesondere auf Reisen oder am Automaten eine große Rolle spielen wird. Die Studie ergab, dass 84% der Interviewten dem Erwerb von Bahn- oder Flugtickets mit dem Handy ein entscheidendes Potenzial zuschreiben. 70% der Auskunftspersonen glauben, dass zukünftig hauptsächlich Waren aus dem Automaten über das Mobile Payment beglichen werden.

Grundsätzlich sind jedoch nur 32% der Befragten davon überzeugt, dass das Bezahlen mit dem Handy auch tatsächlich zur alltäglichen Zahlungsweise der Verbraucher wird.

Die größte Barriere einer erfolgreichen Etablierung am Massenmarkt liegt laut 70% der Experten nicht in zu geringer Verbraucherakzeptanz, sondern in der mangelnden Zusammenarbeit der Kreditinstitute und Mobilfunkunternehmen. 81% der Spezialisten schreiben den Banken und 89% den Netzbetreibern die entscheidende Funktion bei der Umsetzung des Systems zu.

Zum langfristigen Erfolg des Mobile Payments ist nach der Auffassung der befragten Personen ein beträchtliches Maß an Aufklärung der Konsumenten notwendig. Als weitere Barrieren werden Zweifel an der Sicherheit des Systems, mangelnde Marketingbemühungen der beteiligten Unternehmen und komplizierte Softwareanwendung angegeben.

Abschließend ist festzuhalten, dass die Studie zu keinem einheitlichen Ergebnis kommt. Insbesondere die Form der Abrechnung erfährt höchst unterschiedliche Präferenzen. So befürworten 21% die Abrechnung über die Telefonrechnung, 18% das Lastschriftverfahren, 16% die separate Monatsrechnung, 12% die Kreditkarte und 7% das Prepaid-Konto.

Quelle: eco Forum e.V., Pressemitteilung vom 1.7.2004

 

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Aktuelle Entwicklungen bei Zahlungsverfahren und Zahlungssystemen

Eine mobile Anwendung, der das Potenzial zum großen Durchbruch nachgesagt wird, stellt das M-Payment dar. Dies wird durch eine Studie von W2Forum belegt. Japan, USA, Deutschland und UK werden im Jahr 2006 die vier größten M-Payment-Märkte bilden. Der weltweite Umsatz, der durch mehr als 200 Millionen Nutzer verursacht wird, wird sich auf etwa 47,2 Milliarden EUR belaufen. Allerdings, so eine aktuelle Studie von A.T. Kearney, nutzen momentan erst 2% der Mobiltelefonierer weltweit (in Europa sogar nur 1%) diese Zahlungsart. Bisher scheiterten Mobile-Payment-Lösungen an der Zerstrittenheit der Netzbetreiber. Mit der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Simpay, das eine einheitliche Abrechnungsplattform für das Bezahlen per Mobiltelefon erarbeiten soll, traten Vodaphone, T-Mobile, Orange und Telefonica Moviles an die Öffentlichkeit. Allein diese vier Gesellschaften vereinen rund 270 Millionen Kunden weltweit. Die kleineren Mobilfunkanbieter in Europa haben bereits Interesse gezeigt, sich dem neuen Standard anzuschließen.


Im Prinzip gibt der Kunde zum Bezahlen einer Rechnung seine Mobilfunk-Nummer an und bekommt daraufhin eine Kurzmitteilung (SMS) über den zu zahlenden Betrag, die er mit einer PIN-Nummer versehen bestätigt. Erfolgsfaktoren sind neben der direkten Kundenbindung der Mobilfunkunternehmen die Sicherheit durch die SIM-Karten und die Geheimzahl (PIN). Schwierigkeiten in dieser Kalkulation machen jedoch die Prepaid-Kunden, die nicht über einen Laufzeitvertrag verfügen. Das mobile Bezahlsystem soll bei geringen Warenkosten über die Handyrechnung und bei größeren Beträgen zusammen mit Kredit- und EC-Kartenanbietern abgerechnet werden.

Der bekannteste Anbieter für mobile Zahlungsdienste im Endkundengeschäft ist die paybox-Gruppe. Bis vor kurzem konnten Kunden deren Dienst zur Zahlung von bspw. Taxifahrten oder auch zur direkten Überweisung an einen anderen paybox-Nutzer einsetzen. Im Januar 2003 wurde das Endkundengeschäft in Deutschland nach Rückzug der Deutschen Bank allerdings eingestellt. Die E-One-Global zeigt sich jedoch an einer Übernahme des Unternehmens interessiert. E-One-Global ist Spezialist für mobile Zahlungssysteme und gehört zu 75% zur amerikanischen First Data Corporation.

T-Mobile setzt zusätzlich auf das mobile Bezahlverfahren Mobile Wallet von der Avinci AG. Mit diesem System können T-Mobile-Kunden in verschiedenen Internet-Shops einkaufen, ohne sensible Daten wie Kreditkartennummern verwenden zu müssen. Da die Identifikation des Kunden Handy-gestützt ist, kann der Händler sicher sein, dass der Kunden auch autorisiert ist. Mit Mobile Wallet könnten auch hohe Beträge überwiesen werden, aber es wird wahrscheinlich noch dauern, bis dass der Kunde so von der Sicherheit der mobilen Bezahlungssystemen überzeugt ist, dass er auch teurere Güter wie Fernseher mobil bezahlt.

Ein wesentlicher Vorteil des M-Payments liegt in der Nutzung einer bereits bestehenden dauerhaften Vertragsbeziehung - wie die des Kunden mit dem Mobilfunkanbieter. Dieser kann für den Händler, an den ein mit der Mobilfunkrechnung eingezogener Betrag abgeführt wird, Risiken vorab prüfen, indem etwa festgestellt wird, ob der Kunde mit der Zahlung seiner Rechnungen in Verzug ist. In diesem negativen Falle könnte der Kunde von der Nutzung des Handys als Zahlungsmittel ausgeschlossen werden.
Ein weiterer zentraler Vorteil für den Händler ist, dass es ihm möglich ist, seinen Kunden eine bequeme zusätzliche Zahlungsmethode zu bieten, wobei sich Zahlungsausfälle vor dem Hintergrund bereits bestehender Vertragsbeziehungen minimieren lassen. Jeder Händler sollte also frühzeitig prüfen, ob M-Payment für ihn Vorteile bietet. In diesem Zusammenhang sind auch die Transaktionskosten, datenschutzrechtliche Hürden und der administrative Aufwand zu berücksichtigen.

 

Quellen:

 

  • NFO-Monitoring Informationswirtschaft 6. Faktenbericht 2003;
  • INTERNETHANDEL. Nachrichten für den Fachhandel, KW 42/43 [2004], S. 2;
  • INTERNETHANDEL. Nachrichten für den Fachhandel, KW 46/47 [2004], S. 4

 

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