Mobile Payment
Autoren: Sonja Rodenkirchen, Tim Kreimer, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Fast jeder Bundesbürger besitzt heute ein Handy und hat es so gut wie immer dabei. Die zukünftige Bedeutung von Mobile Payment sollte wegen der hohen Marktdurchdringung von Mobiltelefonen und der wachsenden Bedeutung des M-Commerce nicht unterschätzt werden. Viele Deutsche würden ihr Handy gerne häufiger als "mobilen Geldbeutel" beim Einkaufen im Supermarkt, Bezahlen im Taxi oder am Parkscheinautomaten nutzen, haben aber wenig Vertrauen in diese Art des Geldausgebens. 76 Prozent halten zunächst einen ausreichenden Datenschutz und die sichere Abrechnung für unabdingbar, damit sich das "Mobile Payment" hierzulande durchsetzt. Zwei von drei Bundesbürgern fühlen sich zudem schlecht über die Möglichkeiten des Bezahlens per Handy informiert. Das hat eine Umfrage des E-Commerce Center Handel im Auftrag von KPMG unter 1.000 Bundesbürgern ab 16 Jahren ergeben.
Zwei Drittel der Befragten haben heute bereits mit ihrem Mobiltelefon Zugriff aufs Internet. Bei der Frage nach Erfolg oder Misserfolg von Mobile Payment spielt die Intensität der mobilen Internetnutzung eine übergeordnete Rolle: So ist der Wunsch, zukünftig Mobile Payment nutzen zu wollen sowie das Vertrauen in die Anbieter und das Bezahlen über mobile Endgeräte bei denjenigen, die bereits täglich im mobilen Internet surfen, deutlich höher als bei den mobilen Offlinern.

Bei der Frage nach dem bevorzugten Abrechnungsverfahren stehen vor allem Prepaid-Guthaben (53,5 Prozent "[sehr] gerne") und bereits etablierte Payment-Anbieter wie PayPal und ClickandBuy (50,2 Prozent "[sehr] gerne") in der Gunst der Teilnehmer weit oben. Äußerst ungerne möchten die Befragten dagegen ihre Bezahlung per Kreditkarte abwickeln - mehr als die Hälfte (52 Prozent) lehnt dieses Verfahren vor allem aufgrund von Sicherheitsbedenken ab.
KPMG-Partner Mark Sievers, Leiter des Bereichs Consumer Goods & Retail: "Die Umfrage zeigt ganz deutlich, das die Möglichkeiten des Bezahlens per Handy hierzulande noch viel zu wenig bekannt sind. Deshalb ist zunächst einmal eine intensive Aufklärungsarbeit nötig, wenn sich Mobile Payment-Lösungen durchsetzen sollen. Um erfolgreich am Markt agieren zu können, sollten die entsprechenden Dienstleister auf Prepaid-Zahlungsverfahren oder Kooperationen mit anderen, bereits etablierten Payment-Anbietern setzen. Doch auch das Vertrauen in die beteiligten Unternehmen selbst spielt für den Erfolg eine große Rolle. Vor allem Banken und Sparkassen wird offenbar großes Vertrauen entgegen gebracht."
Ergebnisse einer Online-Befragung von 1.000 Bundesbürgern zu mobilen Bezahlverfahren.
KPMG_Mobile_Payment_2010.pdf
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