Praxisbeispiel - Mobile Commerce
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Mobiltelefon schlägt Brücken zwischen Online- und Offline-Einkäufen

http://www.barcoo.de/
Abbildung des barcoo Logos

Wer sich auf die Vergleichbarkeit und die Transparenz von Preis- und Qualitätssuchmaschinen im Internet verlässt, um im stationären Handel einzukaufen, wird häufig durch die Flut von Informationen überfordert und verliert somit den Überblick. Die Software barcoo verspricht dem Verbraucher Abhilfe und macht aus dem Mobiltelefon einen mobilen Scanner.

Die Gründer von barcoo nutzen die Tatsache, dass der Handel nahezu sämtliche Artikel mit Codes wie EAN, ID oder Barcode auszeichnet. Der Verbraucher kann mit Hilfe des Mobiltelefons diesen Code fotografieren oder den Produktnamen manuell eingegeben, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. Die entsprechende Scanner-Software ist intuitiv nutzbar und ansprechend gestaltet. Barcoo bietet den Konsumenten jedoch trotzdem ein Video mit der Produktpräsentation und -beschreibung auf ihrer Website an.

Der Nutzer kann sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden, wie die Software heruntergeladen werden soll. Einerseits kann das Programm direkt von der Website auf den Computer und anschließend auf das Smartphone übertragen werden, andererseits kann der Nutzer sich den Download-Link auf sein Smartphone schicken lassen.

Vorteile für den Verbraucher

Die aufgelisteten Suchergebnisse bei barcoo unterteilen sich in die fünf Kategorien Preisvergleich, Testberichte sowie Öko-, Basis- und Gesundheitsinformationen. Bei der Kategorie Preisvergleich greift die Software beispielsweise auf die Daten des Preisvergleich-Marktplatzes Ecato oder den tagesaktuellen Preisvergleicher Schottenland.de zu. Darüber hinaus kann der Konsument auch noch über laufende eBay-Auktionen informiert werden.

Momentan verfügt die Anwendung von barcoo über mehr als 300.000 Testberichte zu einzelnen Artikeln. Diese werden unter anderem von Testbericht.de in einer Zusammenarbeit mit Stiftung Warentest und 420 weiteren Testmagazinen erstellt. Im Elektronik-Bereich kann der Verbraucher sich ebenfalls die Testsieger von Chip.de anzeigen lassen.

Ein weiterer Vorteil für den umweltbewussten Benutzer besteht darin, dass das ökologische Verhalten von Unternehmen und die Auswirkung von bestimmten elektronischen Produkten auf die Umwelt angezeigt werden kann. Die Daten zu diesem Bereich stammen von Greenpeace und der WWF. In den Basisinformationen sind des Weiteren Informationen zur Mode, Wohnen und Lifestyle von dem Webportal Smatch enthalten.

In den Informationen über die Gesundheit eines Produktes sind Daten von der Verbraucherzentrale Hamburg sowie Informationen aus Portalen für bewusste Ernährung enthalten. Insbesondere im Lebensmittelhandel ist die Anwendung sehr kundenorientiert und bietet viele zusätzliche Informationen an. So wird Verbrauchern beispielsweise eine Lebensmittel-Ampel mit Nährwertangaben angezeigt und es kann ein mobiles Ernährungstagebuch angelegt werden. Die Software kann den Nutzer ebenso über die unterschiedlichen Biosiegel aufklären. Die Benutzer können die Datenbank von barcoo weiter mit einwickeln, in dem sie virtuelle Notizen an einzelne Artikel anheften, die von Dritten jederzeit gelesen werden können.

 

Abbildung zur barcoo-Nutzung

Folgen für den Handel

Die Technik von barcoo verschafft den Konsumenten im Vergleich zum traditionellen Einkauf aus den oben genannten Gründen wesentliche Vorteile. Für den Handel birgt diese neue Wettbewerbssituation einige Risiken. Der Faktor Transparenz kann die Preissensibilität der Konsumenten erhöhen, wodurch die Wichtigkeit des Preises im Kaufentscheidungsprozess steigt und es zu einer Preisspirale nach unten kommen kann.

Dementgegen stehen jedoch auch andere Faktoren, die die Preissensibilität der Konsumenten wiederum senken könnten und in diesem Fall die Wichtigkeit des Preises im Kaufentscheidungsprozess sinken lässt. Zu diesen Faktoren können beispielsweise die ökologischen Aspekte oder die Testergebnisse gehören, die sich vielmehr auf die Qualität des Artikels beziehen.

Um die lokalen Dienste weiter ausbauen zu können und um mehr Geschäfte im Umkreis zu erfassen, ist das Unternehmen insbesondere für Anbieter von Produktdaten, Werbetreibende und Kooperationspartner von Interesse, die bisher wegen mangelnder Reichweite noch zögerlich im mobilen Internet unterwegs waren. Eine Listung in den entsprechenden Portalen oder Marktplätzen bringt die Händler automatisch auf die Mobiltelefone und steigert somit die Bekanntheit der Marke oder des Produkts. Somit können auch kleine und mittlere Unternehmen diesen Trend für sich nutzen und sich an der Entwicklung des M-Commerce beteiligen.

Fazit

Die Gründer Thym, Bräuer und Scheerer der barcoo UG schlossen sich im November 2009 mit der checkitmobile GmbH zusammen, die sich mit der Software woabi bisher auf den reinen mobilen Preisvergleich konzentriert hat. Das Konzept und die Nutzerzahlen beider Anwendungen sprechen für sich. Nach Unternehmensangaben verfügt die checkmobile GmbH über eine der größten und am schnellsten wachsenden mobilen Nutzergemeinden in Deutschland. Alleine im Oktober dieses Jahres haben sich schon über 50.000 Verbraucher eine der beiden Anwendungen auf ihr Mobiltelefon geladen.

Die Vorteile in der Nutzung von barcoo liegen für die Verbraucher klar auf der Hand. Offen bleibt jedoch vorerst, welche Folgen die Nutzung der Software für den Handel hat und ob die Vorteile oder Nachteile überwiegen.

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