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Neue Entwicklungen in der Logistik – Konzepte der Praxis und Beiträge der Wissenschaft
Artikel, 2003
Seit einigen Jahren ist sowohl in der Unternehmenspraxis als auch in der Wissenschaft ein zunehmendes Interesse an Fragen der Logistik zu beobachten. Als Gründe für die intensive Auseinandersetzung mit dieser Thematik werden zum einen die noch nicht ausgeschöpften Kostensenkungspotenziale genannt. Zum anderen wird auf die Möglichkeit hingewiesen, durch die Steigerung der logistischen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens einen zusätzlichen Kundennutzen zu generieren. Beide Aspekte sollen dazu beitragen, dauerhaft Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Unter diesen Voraussetzungen überrascht es nicht, dass in den letzten Jahren in der Praxis eine Reihe von Konzepten entwickelt worden ist, die gänzlich oder zumindest zu einem beträchtlichen Teil auf logistische Fragestellungen eingehen. Begleitet wurde diese Entwicklung von einer Flut von Akronymen, die helfen sollen, die Konzepte zu vermarkten, die zugleich aber die Aufgabe erschweren, einen Überblick darüber zu behalten, welche Ziele, Aufgaben und Instrumente im Mittelpunkt der unterschiedlichen Ansätze stehen. Begriffe wie ECR, EDI, CPFR, QR, CRP, JIT, SCM, Cross Docking oder Category Management prägen die Diskussion um die Realisierung von Effizienzpotenzialen im gesamten Distributionskanal. Allen gemeinsam ist die Erkenntnis, dass Entscheidungen, die auf dem Weg eines Produktes vom Hersteller über den Handel bis zum Endverbraucher oder sogar auf dem Weg der Materialien und Bauteile für ein Produkt vom Zulieferer über den Hersteller und den Handel bis zum Endverbraucher getroffen werden, starke Interdependenzen aufweisen, so dass eine fehlende Abstimmung dieser Entscheidungen zu suboptimalen Lösungen führen muss. Da diese Entscheidungen in der Regel von unabhängigen Wirtschaftssubjekten – Lieferanten, Herstellern, Logistikdienstleistern, Groß- und Einzelhändlern – getroffen werden, sind, so die Forderung, wirtschaftsstufenübergreifende Konzepte erforderlich, um die vorhandenen Rationalisierungspotenziale auszuschöpfen. Die folgenden Ausführungen sollen zuerst die Frage klären, welche Logistikkonzepte die gegenwärtige Diskussion beherrschen. Es soll herausgearbeitet werden, was diese Konzepte charakterisiert, bevor sie einer Beurteilung unterzogen werden. Von besonderem Interesse ist die Frage nach Problemen, die im Rahmen dieser Ansätze zu lösen sind, sowie die Antwort auf die Frage, welchen Lösungsbeitrag die betriebswirtschaftliche Forschung diesbezüglich leisten kann.
Neben dem theoretisch geprägten Anliegen, die unterschiedlichen Konzepte zu strukturieren und ihre wesentlichen Herausforderungen herauszuarbeiten, besteht im Weiteren die Zielsetzung darin, über Erfahrungen aus Praxisprojekten, die Fragen des Bestandsmanagements zum Gegenstand haben, zu berichten. Sie sollen deutlich machen, mit welchen Instrumenten einzelne Probleme gelöst werden können.
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Toporowski, Waldemar/Herrmann, Burghard: Neue Entwicklungen in der Logistik – Konzepte der Praxis und Beiträge der Wissenschaft, in: Handel im Fokus - Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung, 55. Jg. (2003) Heft II (Mai), S. 118-128.
Unter diesen Voraussetzungen überrascht es nicht, dass in den letzten Jahren in der Praxis eine Reihe von Konzepten entwickelt worden ist, die gänzlich oder zumindest zu einem beträchtlichen Teil auf logistische Fragestellungen eingehen. Begleitet wurde diese Entwicklung von einer Flut von Akronymen, die helfen sollen, die Konzepte zu vermarkten, die zugleich aber die Aufgabe erschweren, einen Überblick darüber zu behalten, welche Ziele, Aufgaben und Instrumente im Mittelpunkt der unterschiedlichen Ansätze stehen. Begriffe wie ECR, EDI, CPFR, QR, CRP, JIT, SCM, Cross Docking oder Category Management prägen die Diskussion um die Realisierung von Effizienzpotenzialen im gesamten Distributionskanal. Allen gemeinsam ist die Erkenntnis, dass Entscheidungen, die auf dem Weg eines Produktes vom Hersteller über den Handel bis zum Endverbraucher oder sogar auf dem Weg der Materialien und Bauteile für ein Produkt vom Zulieferer über den Hersteller und den Handel bis zum Endverbraucher getroffen werden, starke Interdependenzen aufweisen, so dass eine fehlende Abstimmung dieser Entscheidungen zu suboptimalen Lösungen führen muss. Da diese Entscheidungen in der Regel von unabhängigen Wirtschaftssubjekten – Lieferanten, Herstellern, Logistikdienstleistern, Groß- und Einzelhändlern – getroffen werden, sind, so die Forderung, wirtschaftsstufenübergreifende Konzepte erforderlich, um die vorhandenen Rationalisierungspotenziale auszuschöpfen. Die folgenden Ausführungen sollen zuerst die Frage klären, welche Logistikkonzepte die gegenwärtige Diskussion beherrschen. Es soll herausgearbeitet werden, was diese Konzepte charakterisiert, bevor sie einer Beurteilung unterzogen werden. Von besonderem Interesse ist die Frage nach Problemen, die im Rahmen dieser Ansätze zu lösen sind, sowie die Antwort auf die Frage, welchen Lösungsbeitrag die betriebswirtschaftliche Forschung diesbezüglich leisten kann.
Neben dem theoretisch geprägten Anliegen, die unterschiedlichen Konzepte zu strukturieren und ihre wesentlichen Herausforderungen herauszuarbeiten, besteht im Weiteren die Zielsetzung darin, über Erfahrungen aus Praxisprojekten, die Fragen des Bestandsmanagements zum Gegenstand haben, zu berichten. Sie sollen deutlich machen, mit welchen Instrumenten einzelne Probleme gelöst werden können.
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