Mit PayPal kann jedes Unternehmen und jeder Privatkunde mit einer E-Mail-Adresse bequem und kostengünstig online Zahlungen senden und empfangen. Basierend auf der vorhandenen Finanzinfrastruktur für Bankkonten und Kreditkarten stellt das Netzwerk eine weltweite Echtzeit-Zahlungslösung bereit. Der Dienst ist aufgrund der Kostenstruktur sowohl für digitale als auch für physische Güter geeignet.

Eine wesentliche Eigenschaft von PayPal ist, dass Käufer und Verkäufer die Kontodaten des Transaktionspartners nicht erhalten. Dies beugt Konto- und Kreditkartendatenmissbrauch vor und schafft Vertrauen. Die Zahlungsabwickelung über PayPal bietet Onlinehändlern einen weiteren möglichen Vorteil: Der Verkäuferschutz schützt laut Unternehmensangaben vor Gefahren des Lastschriftverfahrens. In erster Linie sind hier Rückbuchungen, Kontounterdeckung und Kontomissbrauch gemeint. Ebenfalls abgedeckt sind Kreditkartenrückbuchungen. Darüber hinaus, so PayPal, schützt das Verfahren vor ungerechtfertigten Käuferbeschwerden. Allerdings versucht PayPal auch, den Käufern entgegenzukommen - denn letztlich entscheiden diese, wie intensiv ein Zahlungsverfahren genutzt wird. Dieser Spagat zwischen den Anforderungen von Händlern und Kunden erfordert naturgemäß manchmal Kompromisse zwischen Käufer- und Verkäuferschutz.

Dem Verkäufer wird für den Service eine Provision vom Umsatz berechnet, abhängig von Land und Monatsumsatz. Darüber hinaus muss der Händler lediglich das tun, was er ohnehin leisten sollte: Die Versandbelege aufbewahren und die Ware an die richtige Adresse, die auch bei PayPal hinterlegt ist, innerhalb von sieben Tagen zu versenden.

Die Größe des Netzwerks und die zunehmende Akzeptanz haben PayPal zum führenden Zahlungsanbieter bei eBay gemacht. PayPal wird allerdings auch zunehmend auf anderen E-Commerce-Sites verwendet, und zwar für den Verkauf von Waren wie Elektronikgeräten und Haushaltsartikeln, für den Verkauf von Dienstleistungen wie Web-Design und Reisen und den Verkauf von digitalen Inhalten. Der Studie IZH4 zufolge boten bereits 2008 fast 44% der befragten deutschen Onlineshops PayPal als Zahlungsverfahren an.

Zahlungsverfahren bei PayPal
Über PayPal lassen sich verschiedene Zahlungsverfahren einbeziehen:
  • Zahlung per Lastschrift,
  • Zahlung per Kreditkarte,
  • Zahlung per Giropay ('Online-Überweisung'),
  • Zahlung aus dem PayPal-Guthaben,
  • Zahlung per Banküberweisung.
Die Zahlung per Lastschrift ist bislang die beliebteste Art, bei PayPal zu zahlen. PayPal bucht hierbei den jeweiligen Zahlungsbetrag vom Bankkonto ab und der Empfänger erhält den Betrag umgehend.

Es gibt auch kritische Stimmen zu PayPal. Im Internet finden sich beispielsweise immer wieder Berichte über gesperrte Mitgliedskonten. Betroffene Händler können in ihrer Liquidität eingeschränkt werden oder gar existentielle Probleme dadurch bekommen. Zumeist handelt es sich um den Verdacht der Geldwäsche, des Drogenhandels oder des Terrorismus. Dabei reichen Namensähnlichkeiten zu Verdächtigen oder die Verwandtschaft mit bereits gesperrten PayPal-Kunden manchmal aus, um von einer Sperrung betroffen zu sein. Obwohl derartige Probleme nicht zu vernachlässigen sind, handelt es sich dabei meist um Einzelfälle - die meisten Händler sind von entsprechenden Problemen nie betroffen.

Das Unternehmen PayPal Inc. wurde 1998 in Palo Alto in den USA gegründet. Im Oktober 2002 kaufte eBay das Unternehmen, zwei Jahre später starteten die Kalifornier ihr Angebot in Deutschland. Mittlerweile wird der Service unter dem Dach von PayPal (Europe), einem in Luxemburg eingetragenen Unternehmen, betrieben. Im Juli 2007 wurde PayPal (ebenfalls in Luxemburg) mit einer Banklizenz ausgestattet. Laut Unternehmensangaben ist dies ein Teil der Expansionsstrategie mit dem Ziel, jedem Händler in Europa ein leicht integrierbares Zahlungsverfahren anbieten zu können. Zahlungen sind derzeit bereits in 19 Währungen in 190 Märkten möglich; fünf Millionen Kunden in Deutschland und 193 Millionen weltweit nutzen PayPal.

Quellen: