Probleme und Risiken der Logistik im E-Commerce
Die Ansprüche der Online-Händler und ihrer Kunden sind
hoch. Die Händler erwarten von ihrem Logistiker ein
Rundumpaket vom Bestellvorgang bis hin zum
Retourenmanagement. Ein solcher
Full-Service-Provider jedoch ist schwer zu finden.
So greifen die Unternehmen zuweilen auf unausgereifte Lösungen
zurück, was zu Fehlern und Mängeln führen kann, die
der uneingeschränkten Zufriedenheit des Kunden im Wege stehen.
Die Anforderungen an die Logistik im B2C-Bereich werden von
den Unternehmen häufig unterschätzt.
Probleme, denen sich anspruchsvolle Logistik-Unternehmen
heute annehmen müssen, können dabei in
unterschiedlichen Bereichen auftreten, über die im Folgenden
ein Überblick gegeben wird:
- Retourenmanagement: Die Retourenanteile von
Online-Shops belaufen sich auf ca. 30 Prozent. Reklamierte
Einkäufe werden ggf. nicht beim Kunden abgeholt,
Rückerstattungen lassen zuweilen wochenlang auf sich
warten.
- Sendungsverfolgung: Order-Tracking
ermöglicht es dem Kunden, der über das Internet eine
Bestellung aufgegeben hat, den Status seiner Ware jederzeit
abzufragen. Ein solcher Service, der den Kunden über die
erwartete Bestellung informiert, wird allerdings noch nicht von
allen Unternehmen angeboten; zudem besteht diesbezüglich noch
Nachholbedarf. Nicht alle Systeme erfüllen etwa die
Erwartungen der Kunden hinsichtlich einer unverzögerten
Informationsübermittlung der Lieferungs-Details.
- Medienbrüche: Dort, wo die vom Kunden
eingegebenen Daten noch ausgedruckt, per Telefax verschickt und
dann nochmals erfasst werden müssen, entstehen
unnötigerweise Kosten und Aufwand.
- Spitzenzeiten: In der Vorweihnachtszeit boomt
der Online-Handel. Mitunter müssen die Unternehmen sehr
kurzfristig reagieren können, zudem kann ein erweitertes
Platz-/Lagerkontingent erforderlich sein. Nicht jedes Unternehmen,
dass Waren über seinen Online-Shop anbietet, plant
großzügig im Voraus, um dieser Situation gerecht zu
werden und mit den erforderlichen Maßnahmen begegnen zu
können. Lieferengpässe und -verzögerungen
können die Folge sein.
- Falsche Versandart / unzuverlässiger
Logistiker: Ein Online-Shop, der nur Päckchen
versendet, braucht ggf. einen anderen Logistiker als ein
Geschäft, das ausschließlich Pakete verschickt. Den oder
die Logistik-Dienstleister für eine Kooperation
auszuwählen, der sowohl die Ansprüche der Kunden als auch
die des Online-Shops am meisten erfüllt, stellt mitunter eine
Herausforderung dar.
- Sendungsgrößen: Logistiker
müssen zunehmend Antworten finden auf Fragen nach der
Atomisierung der Sendungsgrößen und der Verkürzung
der Liefer-/Transportfristen (bis 20 Uhr bestellt, am nächsten
Tag geliefert).
- Abwicklung der Bestellung: Tempo vs.
Qualität: Nicht immer werden die Kundenwünsche
auch richtig erkannt. Der Kunde ist nicht nur auf eine zügige
Abwicklung der Bestellung aus, sondern achtet zunehmend auch auf
die Qualität des Versandprozederes, die darunter nicht leiden
darf.
- Falsche Bedarfseinschätzung: Die Nachfrage wird von den Unternehmen immer wieder unter- oder überschätzt. Frühzeitig durchgeführte sorgfältige, weitsichtige Analysen - ggf. in Kooperation mit einem Logistik-Dienstleister - können diesbezüglich erforderlich sein, um Lieferengpässe zu vermeiden und dem Bedarf stets voll entsprechen zu können.
