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RFID-Kundenmanagement: 'Europa noch nicht reif'

Das österreichische Unternehmen SoLo wird in Dubai große Shopping-Center mit Kundenmanagement-Systemen (CRM) mit RFID-Unterstützung ausstatten. Laut Michael Maurer, Sprecher von SoLo IT Solutions, ist in den USA und in Dubai das Interesse am Fortschritt bei diesen Technologien größer. Bis derartige Systeme auch in Europa im großen Stil umgesetzt werden, dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen. Maurer erkennt dennoch auch im europäischen Raum ein Umdenken.

SoLo IT Solutions entwickelt CRM-Lösungen, mit denen Handelsunternehmen personalisierte Informationen an ihre Kunden liefern können. Die Einkäufer werden mit Kundenkarten ausgestattet, die einen RFID-Chip integriert haben. Betritt der Kunde das Geschäft, wird dies vom System registriert und der Kunde erkannt. Das CRM speichert seine Einkaufsgewohnheiten und nun können auf Screens aktuelle Sonderangebote, die zu dem Kundenprofil passen, visualisiert werden. Kunden werden gezielt angesprochen und ihnen können interessante Angebote unterbreitet werden.

Michael Maurer, Sprecher SoLo IT Solutions, ist überzeugt, dass die RFID-unterstützten CRM-Systeme 2007 auch in Europa interessant werden. Argumente wie Produktivität und Effektivität überwiegen gegen die Skepsis gegenüber der neuen Technik. "Es geht darum, dass man genauer auf den Kunden eingehen kann. Das bringt auch für die Konsumenten eindeutige Vorteile", erläutert Maurer.

Kritik von Seiten des Datenschutzes nehme SoLo ernst, so Maurer. Die Lösungen befänden sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens und hielten die Vorschriften zum Datenschutz ein. Außerdem verfolgten die von den Handelsketten ausgegebenen Kundenkarten genau denselben Zweck: Es werden Daten über die Vorlieben und Kaufeigenschaften des Kunden gesammelt und man kommt ihm mit speziellen Angeboten entgegen.

In den kommenden Wochen will man das bisher noch im hausinterenen Testbetrieb befindliche SoLo-System installieren und in den Echtbetrieb gehen. Ferdinand Rubel, Bereichsverantwortlicher RFID bei SoLo, setzt auf das langfristige Ziel, das CRM-System mit der Lagerverwaltung, der Bestellung, dem Vertrieb und den Lieferanten zu verbinden, um eine geschlossene Warenkette zu realisieren. Für die endgültige Umsetzung sei jedoch im Bereich der RFID-Tags eine weltweite Standardisierung notwendig. Nur mit generell gültigen Normen könne sichergestellt werden, dass sich Importware auch mit dem Wareneingangssystem in einem heimischen Geschäft verstehen würde.

Des Weiteren sollten die Tags sowie die Erfassungsgeräte leistungsfähiger gemacht werden, zeitgleich aber auch billiger. NEC hat kürzlich ein Lesesystem entwickelt, das mehrere Chips zugleich lesen kann, bei geringerer Fehleranfälligkeit. Die Fehlerquote bei heutigen Systeme liegt laut NEC bei zehn bis 20 Prozent, sobald mehrere RFID-Tags parallel erfasst werden müssen. NEC hat nun ein im UHF-Frequenzband arbeitendes Komplettsystem entwickelt. Hier erfolgt die Funkübertragung nicht direkt zwischen Leseeinrichtung und Tag, sondern nimmt einen indirekten Weg über Reflektoren. Diese sind an dem Tor, durch das die Waren in die Halle gebracht werden, angebracht. Passieren die Pakete das Torsystem, werden die Tags erfasst. Leser und Chip dürfen dabei bis zu sechs Meter auseinander sein.


(Quelle: www.pressetext.de, 5.10.2006)