Schuh-Sonderposten.de - Schuhhandel bei Ebay anhand eines Paxisbeispiels
http://www.schuh-sonderposten.de1995 von Pierre Omidyar in den USA als Forum und Online Auktionshaus gegründet, entwickelte sich Ebay bis heute zu einem gigantischen Umschlagplatz. Es entstand ein Marktplatz, auf dem mittlerweile ein Viertel aller Artikel zum Festpreis angeboten werden, welcher immer stärkere Züge einer professionellen Vertriebsform annimmt. Laut Angaben der Betreibergesellschaft sind konstant über eine Millionen Artikel alleine in Deutschland präsent.
So existiert bei Ebay ein so genanntes 'Powerseller' Programm für Online-Händler, die bestimmte Kriterien erfüllen. So sind zur Aufnahme in das Programm unter anderem mindestens ein Umsatz von 3000 € pro Monat und 98% positive Kundenbewertungen erforderlich. Im Gegenzug bietet Ebay besondere Konditionen sowie Extra-Serviceleistungen für die 'Powerseller' an. Im Schuhbereich existierten Mitte Februar 2003 ungefähr 350 Ebay-Powerseller-Shops, welche fabrikneue Schuhe anboten. So standen am 18. Februar 2003 35.810 Paar Damenschuhe, 12.499 davon neu, zur Auktion sowie 17.076 Paar Herrenschuhe, darunter 7.253 ungetragene. Aufgrund des dynamischen Angebots sind Schätzungen schwierig.
Einer dieser Powerseller ist Dominik Paradies, der den an Ebay gekoppelten Online-Shop 'Schuh-Sonderposten.de' betreibt. Er bietet u.a. Marken wie Buffalo oder Camel active an, wobei er auf Restposten, Über- und Randgrößen setzt. Obwohl es sich um schwierige Ware handelt, findet er über das Internet Interessenten. Gerade Übergrößen seien gefragt, da diese im Einzelhandel meist nur schwer zu beschaffen seien. Somit erzielt er eine größere Markttransparenz, so dass der Käufer leichter ein Paar in der gewünschten Größe findet. Seine Ware beschafft Paradies vor allem bei Katalogversendern und Kaufhäusern, wobei er auch Kontakte zu Einzelhändlern aufgebaut hat, von denen er meist Restware in Randgrößen erhält. Bezüglich der nötigen Aktualität der Kollektion sei es laut seiner Aussage nicht so problematisch, da sich das Modekarussell bei Schuhen nicht so schnell drehe. Er verkauft an Österreicher, Schweizer und Bürger aus dem gesamten Bundesgebiet, wodurch er 2002 einen Umsatz von rund 200.000 Euro erzielte. Wichtig ist für ihn, dass eine Vertrauensbasis im anonymen Netz geschaffen wird. Er gibt als einer der wenigen im Shop seinen kompletten Namen, die genaue Anschrift und seine Steuernummer an, damit man erkennen kann, dass bei ihm alles mit rechten Dingen zugeht.
Ebay zeigt sich vor allem als eine gute Ergänzung für den Einzelhandel. Einzelhändler können neue Kunden gewinnen, die zwar zum Online Shop, nicht jedoch ins Ladenlokal finden. Dies ist bei Ebay ohne große Risiken sowie finanziellen oder zeitlichen Aufwand möglich.
(Quelle: Schuhkurier, Heft 09/2003, Seite 10ff)