Schutz vor Spam
Neue Ergebnisse einer Analyse von
Spam-Mails
Die Ergebnisse der monatlichen Analyse von Spam-Mails
Clearswift zeigen neue Trends der
Spam-Industrie auf. Die Botschaften werden nun seriös
getarnt: Die Umleitung über seriöse Websites und
die Tarnung als Umfrage sind zwei Beispiele dieser neuen
Vorgehensweise. Bei der ersten Variante werden die
E-Mail-Empfänger über Links auf bekannte
Webseiten wie Yahoo oder Geocities auf
die eigentlichen Spam-Sites weitergeleitet. Die automatische
Blockierung wird dabei umgangen, da die Websites nicht in den
Anti-Spam-Datenbanken aufgelistet sind oder absichtlich falsch
geschriebene Wörter verwendet wurden (z. B. V1agra, Levitr@
oder C!alis). Bei der zweiten Variante werden die Spam-Mails als
landesweite Umfragen getarnt, mit tagesaktuellen
Themen und Fragen wie Sind Sie für den Irak-Krieg?. Spam-Mails
mit angeblichen Verlosungsaktionen sind dabei laut
Clearswift von 2,2 % auf 0,01 % und Werbung für
Gesundheitsprodukte von 9 % auf 3,25 % zurückgegangen.
(Quelle: O. V.: Spam mit seriösem Outfit, in: Internet
World Business, 12/2005, S. 18)
Der Kampf gegen Spam-Mails ist intensiviert
worden
Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat eine
Spam-Beschwerdestelle eingerichtet. Die Beschwerdestelle ist Teil
eines vom Bundesverbraucherministerium geförderten Projekts
zur Bekämpfung von Spam, an dem auch die Verbraucherzentralen
der Länder aktiv mitwirken. Mit der Rechtsverfolgung soll eine
abschreckende Wirkung erzielt werden.
An beschwerdestelle@spam.vzbv.de können
Verbraucher per E-Mail eingetroffenen Spam übermitteln. Die
Fälle werden daraufhin überprüft und in
begründeten Fällen juristisch
verfolgt.Voraussetzung für eine Beschwerde ist die
Sicherung der Header-Zeilen der Spam-Mail. Die Zeilen
informieren u. a. über Absender, Empfänger, Datum und den
Verkehrsweg einer E-Mail.
Eine Anleitung ist unter folgendem Link zu finden: Info zur Sicherung und Weiterleitung
Der Anteil an Spam-Mails an allen in Deutschland empfangenen Mails
liegt bei bis zu 80 %. Um Spam-Mails aktiv zu bekämpfen,
fordert der vzbv u. a. die Verfolgung sämtlicher
unerwünschter Werbemails als Ordnungswidrigkeit und die
Einführung eines Strafbestands bei beispielsweise
täuschenden Spam-Mails.
Patrick von Braunbühl, Leiter Fachbereich Wirtschaftsfragen im
vzbv, sieht Deutschland als Entwicklungsland bei der
Bekämpfung von Spam verglichen mit den
Sanktionsmöglichkeiten in Ländern wie Italien,
Dänemark oder Österrreich. Das vzbv fordert von
der Bundesregierung, die Bundesnetzwerkagentur als
zentrale Kontrollinstanz für die Sanktionierung von Spam zu
ernennen. Damit gäbe es in Deutschland einen zentralen
Ansprechpartner für internationale Netzwerke zur
Bekämpfung von Spam wie der London Action Plan oder
das EU-Behördennetzwerk CNSA.
Anfang Juli 2005 wurde das vzbv-Projekt zur
Bekämpfung von Spam gegründet, das vom
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz (BMVEL) unterstützt wird, mit dem Ziel,
Spam-Mails und ihre Geschäftemacher juristisch zu
verfolgen.
Der vzbv ist ausschliesslich befugt, die
Interessen privater Verbraucher zu vertreten. Unternehmer, die im
Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit mit Spam-Mails
konfrontiert werden, sollten sich an die Wettbewerbszentrale
wenden.
(Quelle: O. V.: Kampf gegen Spam-Mails verschärft, in:
Lebensmittel Zeitung Nr. 39, 30.09.2005, S. 30)
Ratschläge zur Reduzierung von Spam
1. Richten Sie sich zwei E-Mail-Adressen ein - eine
für den privaten Schriftverkehr und eine für den
öffentlichen Zugang (für Foren, Chats, Newsletter
usw.). Die private E-Mail-Adresse sollte niemals
öffentlich zugänglich gemacht werden.
2. Vermeiden Sie es, ihre Adresse für den privaten
Schriftverkehr in öffentlich zugänglichen
Ressourcen zu veröffentlichen.
3. Die Adresse für die private Korrespondenz sollte
schwer einprägbar sein. Verwenden Sie nicht
den eigenen Namen oder ein schönes Wort. Otto.Meier@web.de ist
leichter einprägbar als Otto.W.MeierXV@web.de. Je
länger die Adresse ist, desto schwieriger ist es, sich die
E-Mail-Adresse zu merken.
4. Sollten Sie sich in der Situation befinden, Ihre Adresse angeben
zu müssen, so tun sie dies so, dass sie nicht automatisch
lesbar ist, d. h.: Otto-Punkt-W-Punkt-Meier der
Fünfzehnte-at-web-de-Punkt ist vorteilhaft.
Otto.W.Meier.XV-atweb.de, oder sogar Otto.Meier@web.de sind
völlig ungeeignet. Möchten Sie die E-Mail-Adresse
auf einer Webseite öffentlich machen, so ist die Form eines
reinen Textes der eines Links vorzuziehen.
5. Die E-Mail-Adresse für die Veröffentlichung
sollte nur zeitweilig angelegt werden. Hat die
E-Mail-Adresse ihren Zweck erfüllt, kann sie wieder
gelöscht werden. Sie haben stets die Möglichkeit, wieder
eine neue einzurichten. Spam kommt in der Regel bereits nach
einigen Tagen und läuft ins Leere, wenn die Adresse
gelöscht wurde.
6. Nutzen Sie für öffentliche
Registrierungen immer eine eigens eingerichtete zweite
E-Mail-Adresse. Sie können nach jeder Registrierung
theoretisch den kostenlosen Service nutzen und neue
Adressen einrichten. So können Sie sehr bald
herausfinden, welche Geschäfte, Foren etc. Ihre Adresse an
Spammer verkaufen.
7. Antworten Sie unter keinen Umständen einem
Spammer. Die Antwort kann durch einen Web-Roboter gelesen
werden, der Ihre Adresse als funktionsfähig einschätzt,
und im Anschluss erhalten sie noch mehr Spam.
8. Nutzen Sie auf keinen Fall den Link eine formlose
Antwort schreiben, wenn Sie nicht sicher sind, dass dies
funktioniert. Es kann passieren, dass Sie tatsächlich von dem
entsprechenden Versender aus der Liste gestrichen werden. Ihre
Adresse kann dabei als gültig gekennzeichnet werden, und Sie
erhalten mehr Spam.
9. Wird die Spamflut unerträglich, so wechseln Sie
Ihre Privat-Adresse.
10. Die effektivste Lösung ist allerdings eine moderne
Antispam-Lösung. Hierzu werden auf ihren PCs
Antispam-Filter installiert, die etwa 95 bis 99 Prozent des
Spams erkennen und Ihr Problem somit deutlich
verringern.
(Quelle: Monastyrsky, Alexey/Sapronov, Konstantin/Mashevsky,
Yury: Zehn Ratschläge zur Verringerung von Spam, in:
IT-Sicherheit, 2005, Nr. 4, S. 30)
Effektive Schutzmaßnahmen gegen Spam immer
wichtiger
Die Zahl der versendeten Spam-Mails steigt
aufgrund neuer Methoden so genannter Spammer immer weiter. So sind
nach Berichten des Spamhouse Projects 75 Prozent
des gesamten E-Mail-Verkehrs mittlerweile Spam (wir berichteten).
Die wachsende Zahl von Spam-Mails bereitet den Unternehmen Sorgen,
denn durch diese werden nicht nur die E-Mail-Postfächer der
Mitarbeiter verstopft, im worst case können auf dem Rechner
des ahnungslosen Nutzers beispielsweise Programme ausgeführt
werden, die Spam weiter in Umlauf bringen.
Internet-Service-Provider sind bei der Bekämpfung von
Spam-E-Mails auf die Beschwerden der betroffenen Empfänger
angewiesen (wir berichteten).
Auch auf die Arbeitszeit der Mitarbeiter eines Unternehmens hat die
Spam-Flut zunehmenden Einfluss. So gaben im Rahmen einer Studie der
Zeitschrift Computer im Mittelstand und des
Sicherheitsexperten Symantec 56 Prozent der befragten
Unternehmen an, dass jeder einzelne Mitarbeiter bis zu 15 Minuten
täglich für die Beseitigung der Spam-Mails
benötige.
In Spam-E-Mails enthaltene Viren kosten die betroffenen Unternehmen
durchschnittlich zwischen 2.300 Euro und 16.000 Euro Schaden pro
Angriff (wir berichteten). Insgesamt wurde durch Spam
laut einer Studie von Ferris Research im Jahr 2005
ein Schaden von insgesamt 4,5 Milliarden Dollar
verursacht.
Effektive Schutzmaßnahmen gewinnen daher immer mehr an
Bedeutung. Zu diesem Thema hat das Bundesamt für
Sicherheit in der Informationstechnik eine umfangreiche
Studie Antispam-Strategien - Unerwünschte E-Mails
erkennen und abwehrendurchgeführt. Die
Ergebnisse, die das Bundesamt auf seinen Webseiten bereit hält, beschreiben unter anderem,
wie Spam funktioniert und welche Möglichkeiten
Internetnutzern zur Vermeidung offenstehen. Verschiedene
Antispam-Maßnahmen werden dabei nach Aufwand und
Effektivität analysiert.
Auch wenn bereits Maßnahmen gegen Spam ergriffen wurden, gilt
es, sich auf dem Laufenden zu halten, denn Spammer
entwickeln auch ihre Angriffsstrategien weiter. Dies gilt
allerdings auch für deren erstrebte Zielsetzungen. So suchen
Spam-Betrüger immer wieder nach neuen Möglichkeiten, um
ahnungslose Nutzer auszutricksen. Z. B. berichtete beobachter.ch von
einem exemplarischen Fall, bei dem die Täter versuchten, von
Nutzern finanzielle Vorschüsse für erfundene
Gegenleistungen zu erhalten, wie etwa Anwalts- oder
Überweisungsgebühren. Immer wieder werde auch versucht,
an persönliche Daten, Unterschriften und Dokumente zu
gelangen.
(Quellen: personal-magazin.de vom 8.6.2005; www.beobachter.ch,
12/05; Antispam-Strategien, hrsg. vom Bundesamt für Sicherheit
in der Informationstechnik)
