Erkenntnis - Zielgruppen und Konsumentenverhalten
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Silver Surfer - Senioren bei der Internetnutzung

Inhaltsverzeichnis

Besonderheiten der Zielgruppe 50plus im Online-Handel

Immer mehr ältere Konsumenten nutzen das Internet – während die Online-Medien bis vor kurzer Zeit in erster Linie als Betätigungsfeld jüngerer und technikaffiner Personen galten, verzeichnet die Gruppe der älteren Internetnutzer in letzter Zeit große Zuwachsraten. Naturgemäß ist hier ein "Effekt der kleinen Basis" zu vermuten: Dass die Zuwachsraten in den höheren Altersklassen groß sind, liegt auch daran, dass in diesen mehr Potenzial für Wachstum besteht als in anderen Altersklassen. Gerade aus diesem Grunde stehen insbesondere Handelsunternehmen, die das Internet als Vertriebskanal einsetzen, vor der Notwendigkeit, auf den demografischen Wandel zu reagieren. Inwieweit sollten Online-Händler die Bedürfnisse älterer Internetnutzer in ihre Geschäftspolitik einbeziehen und welche Besonderheiten sind dabei gegebenenfalls zu beachten? Die Studie "Konsumenten ab 50 Jahren als Zielgruppe im E-Commerce" soll den Betreibern von Online-Shops als Hilfestellung bei der Beantwortung dieser Frage und bei der Anpassung an die Veränderung der Altersstruktur dienen.

 

In diesem Zusammenhang wird häufig bspw. von Senioren, "Best/Perfect Agern", "reifen Konsumenten" und "Silver Surfern" gesprochen. Der Untersuchungsgegenstand dieser Studie ist breiter: Im Fokus stehen Konsumenten, die 50 Jahre alt oder älter sind (diese Grenze wurde gewählt, da bei den Ab-50-Jährigen ein Bevölkerungswachstum zu erwarten ist, während dies bei den Unter-50-Jährigen nicht der Fall ist ); untersucht werden jedoch alle Zehner-Altersklassen von 20 bis 79 Jahren. Es handelt sich insofern nicht um eine Studie, in der die Einstellungen und das Verhalten älterer Konsumenten isoliert betrachtet werden, sondern in der in erster Linie Vergleiche zwischen dieser und anderen Altersklassen durchgeführt werden.

 

Beispiele für Aspekte des Konsumentenverhaltens, die in der Studie aufgegriffen werden, sind:

  • Wie wichtig sind Produktmarken im Internet?
  • Welche Produktkategorien werden online gesucht und erworben?
  • Wie intensiv werden die Preise in verschiedenen Vertriebskanälen verglichen?
  • Welche Internet-Zahlungsverfahren werden bevorzugt?
  • Welche Hemmnisse halten vom Online-Shopping ab?
  • Wie werden Online-Shops gefunden?

Die der Studie zugrunde liegenden Daten wurden im Rahmen einer Online-Befragung von über 700 Internetnutzern im Januar 2007 erhoben.

 

Die Ergebnisse der Studie zeigen insbesondere, dass bei der Ansprache älterer Konsumenten Maßnahmen zur Reduktion des wahrgenommenen Risikos des Kaufs noch bedeutender sind als bei der Ansprache jüngerer Personen. Dies äußert sich beispielweise in einer mit dem Alter steigenden Bedeutung von Produktmarken und Händlernamen für die befragten Konsumenten.

Beispielergebnis der Studie 'Konsumenten ab 50 Jahren als Zielgruppe im E-Commerce' Bedeutung von Produktmarken im Internet nach Altersklassen
Beispielergebnis der Studie 'Konsumenten ab 50 Jahren als Zielgruppe im E-Commerce' Bedeutung von Multi-Channel-Strategien im Internet nach Altersklassen

Aus den Ergebnissen der Studie lassen sich sowohl Gründe für als auch gegen eine gezielte Ansprache älterer Konsumenten ableiten. Einerseits legen die Ergebnisse den Schluss nahe, dass bei der Ansprache von Konsumenten ab 50 Jahren im Internet besondere Anforderungen zu beachten sind. Bspw. sind die folgenden altersbezogenen Beobachtungen zu erwähnen:

  • Ältere Konsumenten sehen teilweise andere Marktlücken im Internet als jüngere Konsumenten – insbesondere bei potenzialorientierten Entscheidungen über Sortimentsexpansionen im Online-Handel ist es daher sinnvoll, nach Altersklassen zu differenzieren.
  • Ältere und jüngere Online-Shopper unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Sicherheitsbedenken: Ältere Konsumenten sind bspw. skeptischer bei der Angabe persönlicher Daten im Internet.
  • Ältere Konsumenten bewerten Internet-Zahlungsverfahren teilweise anders als jüngere Konsumenten: Bspw. wird die Zahlung nach Rechnung tendenziell besser und die Zahlung per Kreditkarte tendenziell schlechter beurteilt.
  • Hinsichtlich der Bedeutung ausgewählter Inhalte von Newslettern zeigen sich ebenfalls Unterschiede zwischen Konsumenten verschiedenen Alters. Z. B. werden Informationen über das Unternehmen von älteren Internetnutzern als wichtiger eingeschätzt als von jüngeren.

Andererseits sprechen mehrere Gründe dagegen, dass Online-Händler ihr Angebot speziell an die Bedürfnisse älterer Konsumenten anpassen sollten:

  • Bei vielen Aspekten zeigen sich keine Unterschiede zwischen den Altersklassen (bspw. fragen Konsumenten unterschiedlicher Altersklassen im Internet tendenziell dieselben Produktkategorien nach). In Bezug auf zahlreiche Aspekte der Absatzpolitik im Internet stellt das Alter demzufolge keine Größe dar, der eine unmittelbare Relevanz bzw. Erklärungsgüte zugesprochen werden kann.
  • In einigen Fällen, in denen sich Unterschiede ergeben, ist der Zusammenhang zwischen dem Alter und der interessierenden abhängigen Größe (bspw. der Bedeutung von Sonderangeboten in Newslettern) nicht linear. Eine Aussage in der Form von "Je älter ein Konsument ist, desto wichtiger ist es..." ist in diesen Fällen nicht möglich und eine Segmentierung anhand des Alters müsste daher auf einzelne Altersklassen abstellen.
  • Streuungen und signifikante Unterschiede zwischen den älteren Gruppen deuten an, dass innerhalb der Altersklassen (sowohl wenn sie als Zehner-Klassen betrachtet werden als auch bei einer gröberen Aufteilung) nicht zu vernachlässigende Unterschiede hinsichtlich Einstellungen und Verhalten bestehen. Die Zielgruppe der älteren Online-Shopper ist demzufolge, wie häufig bemerkt wird, überaus heterogen.
  • Kohorteneffekte führen dazu, dass die identifizierten Unterschiede zwischen den Altersklassen in Zukunft verblassen können. Wenn neue Generationen in höhere Altersklassen aufrücken, blicken diese bspw. bereits auf eine längere Internet-Nutzungsdauer und mehr Erfahrungen mit dem Online-Shopping zurück.

Trotz dieser Gründe gegen eine gezielte Ansprache älterer Online-Shopper gilt insbesondere vor dem Hintergrund des prognostizierten demografischen Wandels, dass Handelsunternehmen die Besonderheiten älterer Konsumenten nicht vernachlässigen sollten – wie stark diese im Vergleich zu den Anforderungen jüngerer Konsumenten berücksichtigt werden sollten, hängt davon ab, wie bedeutend die einzelnen Zielgruppen für das Geschäftsmodell sind.

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Senioren als Zielgruppe im Online-Handel

Am meisten stört es den Internetnutzer Rolf, als über 50-jähriger Konsument ständig in eine bestimmte - einseitig belegte - Rolle gedrängt zu werden. Ich verstehe nicht, wieso mit Senior so oft eine Wertung - alt und klapprig? - verbunden wird, schreibt er im Internetforum Seniorentreff.de zum Thema Senioren als neue Zielgruppe der Marketingstrategen.

Tatsächlich haben Wirtschaftswissenschaftler und Manager nach der Jugend nun die älteren Semester ins Visier genommen. Silver Surfer, Best Ager, Perfect Ager usw. versuchen sie jene Konsumenten über 50 Jahren zu benennen, die schon bald die Mehrheit der deutschen Käufer stellen werden. Bereits heute gehört jeder dritte Konsument zu dieser Zielgruppe, im Jahre 2050 wird es sogar die halbe Bevölkerung Deutschlands sein. Ein kontinuierliches Wachstum wird es in absehbarer Zeit nur noch in der Gruppe der über 64-jährigen geben; diese Berechnung des Statistischen Bundesamtes ist eine demografisch ziemlich sichere Prognose. Verständlich werden vor diesem Hintergrund die plötzlich immer stärker werdenden Bemühungen um diese Käuferschicht. Schließlich haben Senioren nach einer Allensbach-Umfrage dreimal soviel Geld für den Konsum wie die 19- bis 40-jährigen. So beträgt das geschätzte Nettovermögen der über 50-jährigen zwei Billionen Euro, die jährlichen Konsumausgaben 150 Milliarden Euro, die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) schätzt die jährliche Kaufkraft sogar auf 640 Milliarden Euro pro Jahr. Dies wären in etwa 45 Prozent der verfügbaren Mittel für Konsumausgaben in Deutschland.

Und auch der Online-Handel wird sich auf die Bedürfnisse der Senioren einstellen. Denn entgegen des oft technikfeindlichen Images, das die Öffentlichkeit von Senioren hat, surfen bereits neun Millionen Menschen der Generation 50plus im Internet. Dies sind bei den 50 bis 59-jährigen knapp 57 Prozent, bei den über 60-jährigen ist es laut ARD/ZDF-Online-Studie 2005 immerhin fast jeder fünfte. Die Möglichkeit zum Online-Shopping nutzen bereits 14 Prozent der älteren Internetnutzer, wie eine aktuelle Studie des Instituts für Handelsforschung (IfH), dem auch das E-Commerce-Center Handel angeschlossen ist, feststellt.

Senioren: die lange vernachlässigte Zielgruppe

Doch was wissen Unternehmen bislang wirklich über ihre älteren Kunden? Nach Ansicht vieler Experten noch nicht allzu viel. Eigentlich müssten die Unternehmer schon längst auf sie fliegen wie Wespen auf Obstkuchen, zitiert der Stern einen Unternehmensberater. Die Marketing-Wirklichkeit sieht hingegen anders aus. Die meisten der Unternehmen ignorierten ältere Konsumenten schlichtweg oder würfen alle in ein und denselben Topf. Mit solch einer Ansprache erreiche man im Endeffekt aber niemanden, so lautet das Fazit des Wirtschaftsmagazins The Economist. Viel zu heterogen ist die Gruppe der über 50-jährigen als könne man sie als eine homogene Masse behandeln. Eher unterschiedlicher werden Menschen mit zunehmenden Alter als dass sie sich angleichen. Dennoch gibt es erst jetzt ernsthafte Versuche, die Zielgruppe über 50 Jahren ähnlich fein zu segmentieren wie zum Beispiel die Gruppe der 14- bis 29-jährigen.

Dabei ist das chronologische Alter alleine nur eine bedingt geeignete Unterscheidungsvariable. Für Werte, Einstellungen und letztlich das Kaufverhalten zählt das gefühlte Alter, erklärt Markus Preißner, der die Studie Perfect Ager 2010 - Senioren am Point-of-Sale für das IfH geleitet hat. Und das gefühlte Alter ergibt sich oft aus der Lebenssituation des Individuums. Ob jemand berufstätig oder Rentner ist, mit seinen Kindern im Haus lebt oder in kleineren Haushalten, hat großen Einfluss auf die Konsumgewohnheiten. Was aber durchaus gleichmäßig bei Senioren mit zunehmendem Alter beobachtbar ist, sind funktionale Einschränkungen, die den Gebrauch von Produkten betreffen. Sehschärfe, Hörvermögen und physische Bewegungskoordination nehmen mit dem Alter ab. Viele Händler, Produkthersteller, erst recht aber Website-Programmierer vergessen dies heutzutage schlichtweg, so Preißner. Kontrastreiche Farben, große Schrift sind nur einige von den Regeln für seniorengerechte Website-Gestaltung, die von Unternehmen im Internet leicht umgesetzt werden können.

Besondere Bedürfnisse von Senioren

Aber es lassen sich noch tiefergehende, besondere Bedürfnisse bei Senioren beobachten, die sie von jüngeren Konsumenten unterscheiden. Ute Kempf vom Kompetenzzentrum TeDiC kennt die Anforderungen von älteren Online-Nutzern an das Internet. Ihre Initiative 50plus-ans-Netz bringt Senioren bei, im Internet zu navigieren, E-Mails zu schreiben und auch online einzukaufen. Einen Nachmittag lang dauern die Kurse, die interessierten Menschen ab 50 in ganz Deutschland angeboten werden und bislang nach eigenen Aussagen von 37.000 Teilnehmern wahrgenommen wurden. Dabei hat Kempf immer wieder festgestellt, dass ältere Menschen beim Umgang mit dem Internet sicherheitsbewusster sind als jüngere Nutzer. So ist bei den Kursteilnehmern die Sorge vor Viren und dem Missbrauch ihrer Daten besonders groß. Aber auch die Angst, dass ihre Kenntnisse für die Internetnutzung nicht ausreichen könnten, ist bei vielen älteren Nutzern stark ausgeprägt. Englische Begriffe und Fachwörter verstärken dann noch diesen Eindruck. Ebenfalls ein Problem stellt die Informationsflut auf vielen Internetseiten für die Senioren dar. Fehlende Benutzerführung und blinkende Pop-up-Fenster verunsichern die Internet-Neulinge.

Dem Online-Kauf stehen viele Teilnehmer nach dem Kurs offen gegenüber. Dennoch überwiegt auch hier die Vorsicht. Kritischer Faktor ist hierbei die angebotene Zahlungsweise. Oft schrecken Senioren vor dem Online-Kauf zurück, wenn sie nur mit Kreditkarte oder per Nachnahme bezahlen können, sagt Ute Kempf. Die bevorzugte Zahlungsart ist per Rechnung. Fast zwei Drittel der älteren Internetnutzer halten diese beim Online-Kauf für wichtig, wie eine Studie von Feierabend.de belegt. Wenn Internetanbieter auf ihren Webseiten die nötige Sicherheit vermitteln können, sind Senioren aber durchaus dankbare Kunden. Über 80 Prozent der Teilnehmer geben bei der Kursumfrage an, sich im Internet über Produkte und Dienstleistungen informieren zu wollen. Nur 3,7 Prozent der Internetnutzer über 50 Jahren lehnen den Kauf im Internet kategorisch ab, wie netaspect in einer Studie berichtet. Online-Händlern rät Kempf daher, mit ihrem Angebot zuallererst Transparenz und Vertrauen zu schaffen.

Nutzungsmotive für das Internet
(Ein Klick auf das Diagramm öffnet ein neues Fenster mit einer vergrößerten Darstellung.)

Erfolgreiche Ansätze in der Praxis

Dass dies im Internet von Händlern zum Teil bereits erfolgreich umgesetzt wird, zeigen die Nutzerzahlen bei Internetapotheken. Hier ist die Hälfte der Online-Kundschaft älter als 45 Jahre, jeder sechste Käufer älter als 60 Jahre. Besonders profitieren von seniorengerechten Internetseiten können auch Reisebüros, Drogeriemärkte, Händler der Textilbranche und Händler für Produkte der Freizeitgestaltung. So stehen zum Beispiel Reisen ganz oben auf der Liste der liebsten Themen von Senioren. Rund die Hälfte ihres Umsatzes machen deutsche Tourismusunternehmen alleine mit dieser Zielgruppe. Die bei Senioren beliebtesten Produkte im Internet sind Bücher - 67 Prozent aller Online-Käufer haben dieses Produkt laut Feierabend.de bereits online erworben. Kleidung mit 44 Prozent, Musik mit 41 Prozent und Software mit 35 Prozent stehen derzeit ebenfalls hoch im Kurs. Aber auch andere Branchen könnten von Senioren als Kunden viel mehr profitieren - wenn ihre Angebote mehr auf Senioren zugeschnitten wären. Die 50plus-Kunden könnten die augenblickliche Konsumflaute wieder beleben, wenn es mehr seniorenfreundliche Produkte gäbe und eine dafür maßgeschneiderte Werbung, sagt Robert Heukamp, der die Informationsseite für Unternehmen www.reifemaerkte.de verantwortet.

Japan, das Land mit der ältesten Bevölkerung der Welt, zeigt bereits, wie so etwas ausschauen könnte: In sind dort derzeit mobile Telefone, die auch über 60jährige problemlos bedienen können. Die Modelle Raku-Raku, übersetzt: Einfach-Einfach, der Firma NTT DoCoMo oder das PiPitPhone, das einem Joint Venture von Toyota und Kyocera entsprungen ist, zeichnen sich durch die Beschränkung auf Basis-Funktionen aus. Nur wenige Tasten gibt es zu bedienen, diese sind dafür aber entsprechend groß. Die Anzeige ist auch aus der Entfernung gut lesbar und die dazugehörigen Werbekampagnen richten sich an alle Altersgruppen. Universal Design heißt dieser Ansatz, der integrieren soll, anstatt Bevölkerungsteile auszugrenzen. Markus Preißner hält dieses Konzept auch bei einer Reihe von Instrumenten des Handels für geeignet. So hat beispielsweise Edeka in seinem Supermarkt der Generationen die Ladengestaltung stärker an die Bedürfnisse von Senioren angepasst. Die Gänge sind dort besser ausgeleuchtet und rutschfest, der Einkaufswagen kann bei Bedarf zum Abstützen genutzt werden und Sitzbänke laden zur Erholung oder Kommunikation ein. Um Senioren die kognitive Leistung eines Einkaufszettels zu erleichtern, wurde auch das Category Management in eine Einteilung von Lebensmitteln nach Frühstück, Mittag- und Abendessen geändert. Preisschilder sind extra groß ausgezeichnet und für die kleingeschriebenen Produktbeschreibungen hängen überall Lupen. Mit solchen Maßnahmen bei der Ladengestaltung komme man älteren Konsumenten entgegen, ohne andere Zielgruppen zu vergraulen, sagt Preißner.

Senioren erfolgreich integrieren

Übertragen auf den Online-Handel kann dies als Ansatz für eine seniorenfreundliche Webseitengestaltung genommen werden. Auf dem Senioren-Forum Feierabend.de lässt sich zum Beispiel die Schrift per Mausklick beliebig vergrößern, die Versandapotheke europa-apotheek.de ist übersichtlich nach unterschiedlichen Kategorien, wie Krankheiten, Körperpflege oder Für Sie, Für Ihn sortiert und auch die Informationsmenge und Farbgebung nimmt auf die Bedürfnisse von Senioren Rücksicht. Was beim Design klappen kann ohne jüngere Kunden zu schädigen, stößt bei anderen Instrumenten, wie der Werbung, nach Ansicht von Preißner auf seine Grenzen. Zwar lehnen viele Senioren selber eine zu direkte Ansprache ihres Alters ab - so sieht sich die überwiegende Mehrheit der 50 bis 65-jährigen selbst gar nicht als Senior. Aber bunte, provozierende Werbung für jüngere Zielgruppen wirkt oft abstoßend auf ältere Käufer. Auch Trends werden von ihnen eher verhalten verfolgt. Eine für Senioren angemessene dezente Werbung würde hingegen nach Ansicht des Experten aus dem IfH bei jüngeren Konsumenten keine Aufmerksamkeit erzielen und an deren Wünschen vorbeigehen.

Ansprache der Zielgruppe 50+

Eine gezielte Ansprache der Senioren ist hier erfolgsversprechend, zumal laut IfH-Studie Perfect Ager 2010 das Informationsbedürfnis stark zunimmt. Senioren legen zum Beispiel auf den Unterhaltungsaspekt von Informationen großen Wert. Ein Hauptmotiv für Senioren beim Internetsurfen ist es, sich geistig fit zu halten, sagt auch Internet-Trainerin Ute Kempf. Wenn Internetseiten daher Produkte in einen Kontext bringen, der für Senioren interessant ist, kann dies eine enorme Werbewirkung haben. Für die inhaltliche Gestaltung der Kommunikationsinstrumente müssen Unternehmen dann aber tatsächlich ihre Kunden erst mal besser kennen lernen. So geht das Image vom volksmusiktreuen Gartenzwerg-Sammler an der Zielgruppe der über 50-jährigen einfach vorbei. Der frühere Harley-Davidson-Chef Jeff Bleustein, mit 65 Jahren selber einer jener Best Ager, deckte unlängst auf, wer die wahren Kunden der Jugendkult-Motorräder sind: Im Durchschnitt ist der Kunde von Harley Davidson heutzutage 52 Jahre. Und hört Out of Time von den Rolling Stones.

 

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