So funktioniert E-Shopping
Autoren: Arndt Striegler
Quelle: Lebensmittel Praxis, Nr. 2-Januar 2002, S. 12-15
Die Lebensmitteleinzelhändler Tesco, Marktführer in Großbritannien, gilt mittlerweile als eine der wenigen Firmen, die mit Food-Internethandel Geld verdienen.
Unter www.tesco.com begann erstmals im Dezember 1996 der Online-Verkauf von Lebensmitteln. Yuppies und Computerfreaks zählten zu den ersten Kunden, die im Grunde mehr aus Neugier bei Tesco einkauften und Skeptiker deshalb dem Onlineverkauf eine schlechte Zukunft prognostizierten.
Doch inzwischen kommt man auf wöchentlich 70.000 Lieferungen bei Tesco.com. Der entscheidene Faktor für den Erfolg sind laut Chef John Browett die niedrigen Kosten, denn man verfügt nicht über ein separates zentrales Warehouse, sondern die Kunden werden aus der jeweils nächsten Filiale beliefert. 260 der insgesamt 400 Filialen sind am Online-System angeschlossen, womit eine Abdeckung der britischen Bevölkerung von 95% erreicht wird. Die Artikel haben den gleichen Preis wie im lokalen Ladengeschäft, für die Belieferung werden umgerechnet 8 Euro berechnet, wobei nur Kunden mit einer Entfernung von 25 Minuten zur nächsten Filiale beliefert werden. Damit werden die Kosten niedrig gehalten und dem Kunden kann ein Lieferfenster von zwei Stunden garantiert werden. Aufgrund ausgeklügelter Software und Scanner-Systemen können Bestellungen bis 12.00 Uhr noch am gleichen Tag ausgeliefert werden.
Die Kunden, vor allem Familien in denen beide Partner berufstätig sind und zeitknappe Singels, tätigen primär ihre Wocheneinkäufe online (durchschnittlicher Bonwert von 130 Euro). Bezahlt wird online per Kreditkarte oder bei Lieferung.
Künftig will Tesco auch in anderen Ländern Europas, vor allem Deutschland, Fuß fassen und seine Non-Food-Sparte weiter ausbauen.
