Erkenntnis - B2B-Marktplätze und elektronische Beschaffung
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Trends im bürowirtschaftlichen Online-Handel: Automatisierter Kundenservice und verstärkte Markenorientierung

Für viele Unternehmen ist der Einkauf von Bürobedarf im Internet bereits selbstverständlich geworden, aber auch private Kunden können von der Angebotsvielfalt im Internet profitieren. Schnelle Lieferzeiten und Rabattmöglichkeiten machen den Einkauf im Internet attraktiv. Nicht nur für Firmen bedeutet dies Zeitersparnis und Einsparmöglichkeiten.

 

Angebotssituation

Aktuell gibt es eine überwältigende Anzahl von Anbietern im bürowirtschaftlichen Online-Handel. Hierzu gehören einerseits sehr große Anbieter aber auch Unternehmen, die versuchen, sich in Nischen zu etablieren. So bietet bspw. Otto-Office.de genauso wie Office-Discount.de eine große Auswahl für die Kunden. Staples, der Büro-Discounter aus den USA, bietet sein ebenfalls großes Online-Angebot ausschließlich für Großkunden an. Eine derartige Spezialisierung hat den Vorteil, dass die Bestellmengen größer sind und der Aufwand für Bonitätsprüfung und Rechnungsabwicklung relativ geringer ausfällt, außerdem wird ein enger Kundenkontakt gepflegt. Des Weiteren gibt es Anbieter, die sich auf den Vertrieb einiger weniger Artikel spezialisiert haben, um in diesem Sortiment die Produkte sehr preisgünstig anbieten zu können. So haben sich z.B. Tintencenter.de und Ink24.de auf den Verkauf von Druckertinte spezialisiert, Paderoffice auf Toner und Druckerkartuschen. Neben diesen beispielhaft erwähnten Online-Shops findet sich eine Reihe weiterer Anbieter von Büromaterialien und EDV-Zubehör im Internet, die über jede Suchmaschine zu finden sind.

Kundenbindung durch Kundenservice

Die Unternehmen versuchen, ausgehend von dem mittlerweile zu erwartenden Lieferservice innerhalb von 24 Stunden, dem Umtauschrecht bis zu 30 Tagen und der handelsüblichen Garantie, einen weit darüber hinausgehenden Service anzubieten. Paperware.de bietet z.B. an, Artikel, die nicht im Online-Katalog zu finden sind, trotzdem zu beschaffen und verspricht, dass alle geführten Artikel sofort lieferbar sind. Otto-Office.de bietet auf der Internetseite Tools an, die benutzt werden können, um die Büroeinrichtung zu planen.

Insbesondere die Großkunden kommen in den Genuss des besonderen Kundenservice. Für Unternehmen gibt es bspw. die Möglichkeit der Kostenstellen-Belieferung: Die einzelnen Kostenstellen geben ihre Bestellungen online in Auftrag, der Einkauf muss diese dann nur autorisieren. Dieser Service kann dem Unternehmen Arbeitszeit einsparen und Kosten senken - da ad hoc bestellt wird, können unter Umständen Bestände reduziert und Lagerkosten eingespart werden. Die Nutzung dieses Service setzt allerdings eine längerfristige Beziehung des Kunden zu seinem Lieferanten voraus, die dadurch verlorene Flexibilität der Lieferantenwahl kann sich jedoch trotzdem bezahlt machen.

Paderoffice.de bietet Großkunden die Möglichkeit, sich über eine Benutzeroberfläche direkt in das Lager einzuloggen, um so noch schneller und gezielter bestellen und unmittelbar Bestandsabfragen durchführen zu können. Mit diesem Service gelang es dem Unternehmen aus Paderborn bereits, große Kunden wie z.B. Städte, Gemeindeverwaltungen und Hochschulen zu überzeugen.

 

Commerce Connector: Beispiel für die Vernetzung der HSM-Homepage und Otto-Office.de

Shop-in-Shop-Lösungen

Die großen Anbieter gehen dazu über, in ihrer Online-Ladenfläche Markenshops von den Herstellern der Produkte zu integrieren. So bietet Otto-Office z.B. Markenshops von 3M, Leitz und anderen an; Mcbuero betreibt Markenshops von Herma, HSM und Maul. Derartige Shop-in-Shop-Konzepte sind im stationären Handel bereits etabliert und werden nun vermehrt in Online-Shops eingesetzt - durch die Markenshops erhält das große Sortiment der Online-Händler für die Kunden eine weitere Gliederungsmöglichkeit.

Die Entwicklung hin zu den Shop-in-Shop-Konzepten wird auch durch eine innovative Geschäftspolitik der Hersteller vorangetrieben. Die Firma Weitclick hat das Tool „Commerce Connector“ entwickelt, das die Homepage der Hersteller mit den Händlershops verbindet, so dass der Kunde direkt das jeweilige Produkt bei einem Händler seiner Wahl kaufen kann: Wenn die Kunden die Produkte auf der Homepage des Hersteller kaufen wollen, wird eine Liste von Shops aufgerufen, die diesen Artikel aktuell in ihrem Angebot haben. Da die Endverbraucher oftmals zuerst die Hersteller-Homepage besuchen, resultiert daraus ein reger Besucherstrom, der auf die Seiten des Fachhandels gelenkt wird und diesem zusätzlichen Umsatz beschert. Die Firma Herma setzte dieses System als erstes Unternehmen in der Branche ein. Um an dem daraus resultierenden Besucherstrom teilzuhaben, muss ein Internethändler allerdings häufig bestimmte Kriterien erfüllen. So wird von den Partnern meistens verlangt, die jeweilige Marke aktiv zu vermarkten, komplette Sortimente zu führen, kundenfreundliche Onlineshops anzubieten oder ein oben genanntes Shop-in-Shop-Konzept zu integrieren.

Der Otto-Office 3M-Marken-Shop

Fazit

Durch das überaus große Angebot stehen die Händler von Büromaterial im Internet unter großem Konkurrenzdruck. Gerade bei hochstandardisierten Büroartikeln ist für die Kunden der Preis als Entscheidungskriterium sehr wichtig. Andererseits versuchen die Online-Händler, sich mit besonders guten Serviceleistungen von der Konkurrenz abzuheben. Dies verspricht vor allem bei Großkunden eine erfolgreiche Strategie zu sein, denn gerade für diese spielen neben attraktiven Preisen auch der Service und die Verlässlichkeit eine bedeutende Rolle. Die Shop-in-Shop-Lösungen werden genutzt, um sich von dem undurchsichtigen Markt abzuheben und dem Kunden ein vertrautes Markenportfolio anzubieten. Hier geht die Initiative von den Herstellern aus, die das Interesse verfolgen, ihre Marken auch im Internet prominent zu platzieren und dem Verschwinden ihrer Artikel in großen Katalogen entgegenwirken wollen.

 

Quellen: