Usability wird im B2B-E-Commerce vernachlässigt
Rund 90 Prozent des E-Commerce-Umsatzes werden im B2B-Bereich getätigt. Rund 289 Milliarden Euro wurden 2005 im B2B-Online-Handel umgesetzt, bis 2009 erwarten Experten eine Verdopplung des Betrags. Umso verwunderlicher ist die Tatsache, dass im B2B-Online-Handel wenig Wert auf die Usability der Websites gelegt wird. Was im Endkundengeschäft bereits selbstverständlich ist, findet im B2B-Umfeld kaum Beachtung: Grundregeln der Gestaltung einer intuitiven und einfachen Bedienbarkeit von Webauftritten werden schlicht nicht eingehalten.
Die daraus resultierenden Folgen sind vielfältig: So finden nur 58 Prozent der Geschäftskunden was sie suchen, im B2C-Geschäft sind es 66 Prozent. Werden "Kunden schlecht bedient, verliert (man) sie an die Konkurrenz", betont Stefan Bessing, (T-Systems Multimedia Solutions), stellvertretender Geschäftsführer der Fachgruppe Agenturen im BVDW. Dabei wiege der Verlust eines Geschäftskunden häufig noch schwerer als der Verlust eines Privatkunden, da Geschäftskunden öfter und mehr kauften, so Marco Zingler (denkwerk), Vorsitzender der Fachgruppe Agenturen im BVDW.
Jedoch ließen sich auch "mit wenigen Anpassungen" bereits gute Erfolge erzielen, meint Bessing. So sei die Zielgruppe trotz aller Heterogenität dennoch übersichtlich, so dass sich Anpassungen in der Sortimentspolitik und der Kundenansprache beinahe zwangsläufig ergeben. Außerdem führe eine konsequente Anwendung der bekannten Usability-Kriterien häufig schon zu kleinen Erfolgen.
Im B2B-Geschäft agierten zu wenige Usability-Experten, meint Marco Zingler, diese Tatsache lasse sich jedoch "durch ein Outsourcing an Multimedia- und Internet-Agenturen leicht kompensieren." So würden diese letztendlich auch dazu beitragen dass "aktuelle Entwicklungen im Usability-Bereich (...) frühzeitig für das B2B-Umfeld adaptiert werden und so die Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft gesichert ist."
Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), 13.09.2006.
