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Virtueller Handel mag sicheres Geld in der Kasse

Das Gros der Online-Händler bietet heute klassische Zahlungsmethoden wie Rechnung, Nachnahme und SSL-verschlüsselte Kreditkartenzahlungen an. Aber neue Verfahren wie Net900 oder Paybox werden von den Unternehmen vor allem bezüglich der Sicherheit wesentlich besser bewertet. Dies ermittelte die Uni Karlsruhe in einer Studie unter 450 Online-Händlern.

Die Minimierung von Zahlungsausfällen hat für 85 Prozent der Internet-Händler höchste Priorität, ergab die Untersuchung des Instituts für Wirtschaftspolitik und -forschung der Universität. Rund 57 Prozent der befragten mittelständischen und kleinen Online-Händler ermöglichen derzeit die Zahlung per Nachnahme, rund 45 Prozent die SSL-gesicherte Kreditkartenzahlung und 44,3 Prozent den Kauf per Rechung. Bei den neuen Zahlungsmethoden führt Paybox (24,5 Prozent) vor Net900 (21,4 Prozent).

Ganz anders sieht es bei der Bewertung der einzelnen Zahlungsverfahren durch die Händler aus. Die Unternehmen wurden in der Studie aufgefordert, für die von ihnen verwendeten Zahlungsmethoden Schulnoten von 1 bis 6 zu vergeben. Dabei schneiden die traditionellen wie Rechnung und Zahlung mit unverschlüsselter Kreditkarte mit 3,3 am schlechtesten ab. Auch die Lastschrift bringt es nur auf 3,1. Ursache dafür seien vor allem nicht bezahlte Rechnungen, ungedeckte Konten und falsche Kontonummern. Nachnahme und verschlüsselte Kreditkarte werden immerhin mit 2,2 bewertet.
Die neuen Zahlungsverfahren erhalten von den Händlern viel bessere Zensuren. Net900 ist mit 1,5 der Klassenbeste, vor i-Clear mit 1,8 und Paybox und Paysafecard mit jeweils 'gut' (2).

Aus Sicht der Kunden liegen zumindest bei der Bestellung physischer Güter klassische Verfahren vorn: die Rechnung, gefolgt von Nachnahme, Lastschrift und verschlüsselter Kreditkarte. Trotz der Sicherheitsproblematik wird die Kreditkarte häufig auch unverschlüsselt eingesetzt. Das SET-Sicherheitsverfahren der Kreditkartenbranche wird nach wie vor wenig genutzt, lautet ein weiteres Ergebnis. Ebenfalls vergleichsweise selten werden Waren per Vorkasse bezahlt.

Beim Einkauf digitaler Güter wie Musik und Software nutzen die Kunden am häufigsten Net900 und Firstgate, seltener Paybox und i-Clear. Zum heiklen Thema Betrug wollen sich viele Unternehmen erst garnicht äußern, heißt es in der Studie. Die Mehrheit gab an, eine Zahlungsausfallquote von maximal fünf Prozent, bezogen auf den Gesamtumsatz, zu haben. Allerdings bringen verfahren wie Lastschrift oder Rechnung deutlich höhere Quoten von bis zu 10 Prozent. Die höchsten Ausfälle gibt es bei der unverschlüsselten Kreditkartenzahlung. Mehr als die Hälfte der Befragten plant die Integration eines oder mehrerer neuer Zahlungsverfahren in ihren Shop. Dabei liegt Paybox mit 40 Prozent an der Spitze, gefolgt von verschlüsselter Kreditkartenzahlung (38,8 Prozent) und Lastschrift bei 25,9 Prozent.
(Quelle: Lebensmittel-Zeitung, Nummer 31/2002, S. 20)