Quelle: Internet World Nr. 09.2004, S. 48-50

Crossmedia-Werbung ist so erfolgreich wie nie zuvor. Nach einer Studie des Markenartiklers Unilever lässt sie die Kaufabsicht um 152 Prozent steigen, die Markenbekanntheit nimmt immerhin um 24 Prozent zu. Das hat bisher weder Banner-, noch Radio- oder TV-Werbung geschafft.

Aber was ist Crossmedia? Es bedeutet nicht anderes als medienübergreifend, also Werbekampagnen, die mindestens zwei verschiedenen Medien, abhängig von Werbeziel und Zielgruppe, einbeziehen. Neben den klassischen Medien wie Print, Radio und Fernsehen spielen auch SMS und Internet eine immer größere Rolle. Crossmedia ist allerdings mehr als nur die Erwähnung einer Webseite in Print-Produkten, eher ist die geschickte und clevere Kombination entscheidend, Hansenet und E.ON haben es mit entsprechenden Kampagnen vorgemacht. Auch VIVA zeigt mit SMS-Einblendungen im laufenden Programm, dass der Medien-Mix wie ein Magnet wirken kann.

Crossmedia muss aber nicht so große Geldsummen verschlingen, wie beispielsweise die Hansenet-Kampagne (1,5 Mio. Euro). Auch geringe Budgets bei kleinen Firmen und Institutionen können sich den Effekt zunutze machen, wichtig sind hier aber Fantasie, Kreativität und der Mut, Neues zu wagen. Hinter echtem Crossmedia steht eine richtige Dramaturgie, regelrechte Drehbücher, die Spannung und Aufmerksamkeit erzeugen. Entscheidend ist, die jeweiligen Stärken des Mediums auszunutzen, wie die flüchtige, aber schnell motivierende Wirkung von SMS oder die gefühlsbetonte Kraft von Bildern. Aufwendig muss das Ganze nicht sein, emotionale Botschaften lassen sich auch mit ansprechenden Internetadressen (z.B. www.schoener-braun-werden.de für ein Sonnenstudio) erzeugen, die für wenige Euro in Zeitschriften abgedruckt werden können.

Zentrale Anlaufstelle für viele Crossmedia-Kampagnen ist immer noch das Internet. Einprägsame Adressen (z.B. www.autosmitrabatt.de) in TV- oder Radiospots wirken dabei besonders gut, oft lassen sie sich leichter merken als entsprechende Firmennamen. Gerne werden auch Aktions-Webseiten geschaltet, die meist mit wenig Geld und Aufwand selbst eingerichtet werden können. Entscheidend ist auch hier wieder der richtige Name, einmal um Aufmerksamkeit zu erzeugen, andererseits, um in Suchmaschinen entsprechend hoch in der Trefferliste zu landen. Auch eventuelles Vertippen bei der Namensschreibung sollte dabei mitberücksichtigt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die geschickte Crossmedia-Kombination für den Werbeerfolg entscheidend ist. Jedes Medium hat seine eigenen Kunden, die Aktivitäten sollten sowohl auf die Zielgruppe, als auch auf das gewünschte Ergebnis entsprechend abgestimmt sein. Eine kluge, strategische Planung ist hier entscheidend.