Stephan Peltzer ist der Geschäftsführer von Yatego. Foto: Thomas Kunz

Bei Yatego handelt es sich um ein Online-Kaufhaus, in dem viele Händler über eine zentrale Plattform Produkte verkaufen können. Jeder Händler betreibt einen eigenen Verkaufsbereich, der in die Yatego-Plattform integriert ist. Kunden können dann nach einmaliger Anmeldung bei allen Händlern einkaufen.


Seit seiner Gründung im Jahr 2003 befindet sich das badische IT-Startup auf der Überholspur. Mit jährlichen Wachstumsraten von 67% ist Yatego dabei selbst der schnelllebigen E-Commerce-Branche um einiges voraus. Laut einer ibi-research-Studie von 2008 zieht es seit 2003 jährlich im Durchschnitt lediglich 13% neue Shopbetreiber ins Netz. Mit seinem Team aus knapp 100 Mitarbeitern setzt Mitgründer und Geschäftsführer Stephan Peltzer heute rund 3,5 Millionen Euro um. Dabei kommt die Plattform auf 300.000 Besucher täglich, die aus mittlerweile 2,7 Millionen Artikeln unterschiedlichster Kategorien wählen können.


Flexibilität als Erfolgsrezept


Im Gegensatz zu anderen Shopping-Portalen wie z.B. eBay bietet Yatego für die Online-Händler ein sehr flexibles Geschäftsmodell. Es werden lediglich Rahmenverträge zu Festpreisen abgeschlossen, die die Verkaufskosten überschaubar halten. Auf Provisionen verzichtet Yatego dabei völlig. Die Kosten für den Mietshop orientieren sich an der Anzahl der angebotenen Artikel. Darüber hinaus berät Yatego die Händler, hilft Kunden und Anbietern mit seiner seit 2007 eingerichteten Schiedstelle im Interesse des fairen Online-Handels und kümmert sich um die Vermarktung der Shoppingmall. Laut Peltzer wurde dabei in erster Linie auf Mund-zu-Mund Propaganda gesetzt, um den guten Ruf im Internet zu etablieren. Damit gewinnt das Unternehmen heute: Mit seinem stetigen und soliden Wachstum hat es Yatego auf bislang mehr als 7.000 Händler gebracht.


Dabei profitiert Yatego derweil auch von Geschäftspraktiken anderer:
Seit eBay im Juni 2009 seinen Händlern auferlegte, als erste Versandart einen kostenlosen Versand anzubieten und die geringen Margen einiger so nicht mehr kompensiert werden konnten, wandten sich diese von eBay ab. Laut Peltzer kann sein Unternehmen mit dem Angebot individueller Mietshop-Lösungen zum Festpreis und freier Versandkostenartwahl für enttäuschte eBay-Händler neue wirtschaftliche Freiräume bieten. Yatego verzeichnete seitdem deutlich mehr Anfragen als zuvor.


Abgrenzung als Herausforderung


Trotz positiver wirtschaftlicher Entwicklung hat Yatego mit vielerlei Kritiken besonders hinsichtlich des Versands und der Produktqualität zu kämpfen. Ein Blick in Verbraucherforen, wie z.B. ciao.de zeigt, dass Käufer oft ihren Ärger über fehlerhaften Versand oder falsche Rechnungsstellung an der Shoppingmall Yatego anstatt am Händler selbst auslassen. Es scheint für die Masse der Verbraucher noch nicht offensichtlich zu sein, dass Yatego genau wie ein stationäres Einkaufszentrum lediglich den Raum für das Angebot zur Verfügung stellt und die Kunden anlockt. Das Unternehmen steht demnach vor der Herausforderung, seine Marke als Portalbetreiber klar von „schwarzen Schafen" unter seinen Mietern abzugrenzen. Möglicherweise könnte die Einführung einer Bewertungsfunktion für die einzelnen Online-Händler positiv dazu beitragen.


Engagement über die Geschäftsaktivität hinaus


Über seinen wirtschaftlichen Erfolg hinaus macht Yatego zusätzlich durch besonderes Engagement von sich reden. Das Unternehmen rührt kräftig die Werbetrommel für soziale Bedürfnisse in seiner Region. Außerdem trotz das Unternehmen der Wirtschaftskrise: Neue Arbeitsplätze wurden geschaffen und im August letzten Jahres fand eine Ausbildungsinitiative statt, bei der sich acht Fach- und Führungskräfte bei der IHK als Ausbilder qualifizierten und 14 Auszubildende im Unternehmen anfingen. Für seine positive Entwicklung fand Yatego bundesweit Anerkennung und war einer der Gewinner des Jobmotor 2008.

 


Quellen